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Über das nahe Ende der Blasen-Epoche der Fed

Zweimal in den letzten 15 Jahren haben die Märkte versucht, die Fehler und Exzesse der Blasenepoche zu korrigieren.

Jedes Mal kam die US-Notenbank mit noch mehr Fehlern und Exzessen zurück. Billionen Dollar an neuen Krediten … niedrigere Kreditzinsen … leichtere Kreditbedingungen… ZIRP … QE … und Operation Twist!

Kurzfristig schlagen die Märkte auf diese Mythen an. Die Anleger sind bereit, fast alles zu glauben, … für eine Weile zumindest. Aber auf lange Sicht gibt es Tod und Zerstörung – eine Wirklichkeit außerhalb dessen, was wir glauben.

Unbeachtlich dessen, dass Investoren immer steigende Notierungen haben wollen, zum Beispiel, halten sich die Vermögenspreise nicht immer daran.

Markt-Mythologie

Vorigen Mittwoch sank der Dow 560 Punkte in den ersten Stunden des Handels. Im Verlauf des Handels holte er aber gut die Hälfte der Verluste wieder auf und beendete den Tag mit einem Minus von 249 Punkten oder 1,5 Prozent.

US-Rohöl fiel unter $ 27 pro Barrel – den niedrigsten Stand seit 13 Jahren.

Die Finanzmedien wissen nicht, was zu tun ist. Typischerweise spielen sie einen Bärenmarkt so lange wie möglich herunter … erläutern die vielen Gründe, warum die Verkaufswelle“übertrieben“ ist und warum ein „Boden“ nun erreicht sei.

Das Wall Street Journal, zum Beispiel, sagt uns, dass die Marktpanik nicht „kongruent“ mit der wirtschaftlichen Realität sei. Yahoo! Finance sieht „Zeichen der Kapitulation.“ Es wird Beratung angeboten, wie man in einem Bärenmarkt handeln soll.

Wir hier im Tagebuch glauben nicht, dass sie „richtiges trading“ im Bärenmarkt versuchen sollten. Bären sind tückisch und unberechenbar. Unser bester Rat ist, ihnen aus dem Weg zu gehen.

Wir wissen nicht, ob es nun sofort hässlicher werden wird … oder es weiter stark fallende Kurse sofort gibt. Aber früher oder später werden die Märkte den Mythen, die die heutigen Vermögenspreise unterstützen, einen Test unterziehen.

Sie werden anfangen, Fragen zu stellen: Sind Aktien zu teuer? Können Investoren ihre Schulden zurückzahlen? Ist die Wirtschaft in der Lage, reales Wachstum erzeugen? Kann ein kleiner Haufen von PhD-Ökonomen ohne jegliche praktische Markt- oder Geschäftserfahrung die gesamte Weltwirtschaft wirklich gut verwalten?

In Bezug auf die erste, zweite und die dritte Frage kennen wir die Antworten nicht. Aber die Antwort auf die vierte Frage ist ein klares und eindeutiges „Nein“.

Alles ist nur menschlich

Greenspan, Bernanke und Yellen sind unter dem Strich auch nur Menschen.

Sie schlagen auf Mythen wie jeder andere an… vielleicht auch mehr. Sie haben ihre gesamte Karriere mit dem Studium der heiligen Texte der modernen Ökonomie verbracht. Wie ältere talmudische Gelehrten spät im Leben, sind sie nicht geeignet, zum Baptismus zu konvertieren!

Sie sagen, dass sie Inflation bei 2% haben wollen. Nicht bei einem Prozent. Nicht bei 3%. Zweihundert Basispunkte – nicht mehr, nicht weniger.

Welche Theorie … welche Erfahrungen … welche Offenbarung führt zu sie zu der Denke, dass eine Wirtschaft jährliche Preiserhöhungen von 2% haben sollte? Es gibt keine. Es ist ein moderner Mythos.

In der Realität gehen die Preise nach oben bzw. unten als Reaktion auf Angebot und Nachfrage. Es gibt keinen Grund, dass sie immer um zwei Prozent nach oben und zwei Prozent zurück gehen sollten.

Die Doktoranden an der Spitze der weltweiten Zentralbanken glauben, dass sie die Kauf-, Verkauf- und Investmententscheidungen der Menschen ändern können. Natürlich immer zum Besten der Menschen und auf Basis falscher Daten.

Wir haben keine Zweifel daran, dass die Fed Verhaltensveränderungen verursachen kann. Und besonders der Punkt, dass es nur „zu unserem Besten“ sein soll, beunruhigt uns sehr.

Das Zinsdiktat der Fed sendet völlig falsche Signale aus, da es die tatsächlichen Kosten des Kredits verschleiert. In der Theorie sollen niedrige Zinsen dazu motivieren, mehr zu leihen und auszugeben.

Aber wo ist der Beweis dafür? Gibt es nicht auch ein ökonomisches Gesetz dafür, dass genau der gegenteilige Effekt eintritt, wenn man den Sparern die Zinsen auf ihre Einlagen verwehrt?

Und damit ist die „Geschichte“ ja noch nicht zu Ende. Es ist eine Realität, ebenso ein Mythos.

Realität ist, dass Ressourcen immer noch begrenzt sind. Preise sagen uns, wie wir damit umgehen sollen. Verfälschen wir Preise, kommt es zu falschem Verhalten bei der Bestellung bzw. unterlassenenen Orders. Nach einer Weile, leidet das System unter diesen Verwerfungen.

Hjalmar Schacht, der in Deutschland in den 1930er Jahren Wirtschaftsminister war, brachte es kurz auf den Punkt: „Ich will nicht, dass der Zins zu niedrig ist. Ich will keinen zu hohen Zins. Ich will einen echten, wahren Zins.“

Ein ehrlicher Zins sagt uns die Wahrheit darüber, wie viel Ersparnisse zu welchem Preis verfügbar sind. Natürlich machen die Menschen dann immer noch Fehler; sie stehen morgends auf, um ein paar ziemlich seltsame Dinge zu machen.

Aber zumindest die Perversen gibt es dann nicht mehr, die ihre Süßigkeiten auf dem Spielplatz verteilen.

Schmierige Zahlen

Dann gibt es ja noch den Mythos „Arbeitslosigkeit“.

Die Regierungsvertreter schauen auf die offiziellen Zahlen und teilen uns mit, dass die Erholung der vergangenen Jahre ein Erfolg gewesen sei, weil die Arbeitslosenrate wieder auf etwa 5% gefallen sei.

Sie berufen sich dabei auf eine so schmierige Statistik als Faktum, die selbst einem Hexendoktor peinlich wäre.

Im Dezember, so gab das US-Arbeitsministerium bekannt, fanden 281.000 Amerikaner einen Arbeitsplatz. Dies wurde weithin als ein Triumph für die Fed angesehen. Viele Male sagte Janet Yellen, sie fühle den Schmerz der Arbeitslosen. Natürlich ist ist nun sehr stolz auf das schöne Bild vom Arbeitsmarkt, das sie zeichnet.

Aber wie Sie wahrscheinlich schon gehört haben, kann nur einer von den 28 Neueingestellten sich davon ein Bier kaufen, um sein neues Glück zu feiern. Die anderen 270.000 schlicht nicht, weil sie in der Realität schlicht nicht existieren!!!

Die Regierungsvertreter nahmen insofern lediglich eine saisonale Bereinigung vor. Anders formuliert, die „jobs“ waren blanker Mythos.

Mythische Fakten.

Mythische Theorien.

Mythische Erholung.

Achtung:

Der Markt ist ein echter Mythen-Zerstörer!

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Über den Autor Bill Bonner

Im Jahr 1978 gründete Bill Bonner das Unternehmen, welches heute als Agora Inc. bekannt ist.

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