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Trendfolge Weekly: Welcher Handelsplatz ist der Beste?

wo sollen Zertifikate gehandelt werden? Außerbörslich, in Frankfurt, an der Stuttgarter Börse? Jeder Handelsplatz hat seine Vor- und Nachteile – doch der Investor muss sich für einen entscheiden. Nach Abklopfen der Fakten kommt unser Chefredakteur Stefan Schneider, Trendfolge Depot, zu einer eindeutigen Antwort.

Liebe Leserinnen und Leser,

immer wieder wird an mich die Frage herangetragen, an welcher Börse unsere Transaktionen am besten aufgegeben werden sollen und ob der außerbörsliche Handel vielleicht vorzuziehen sei. Gern beantworte ich Ihnen allen diese Frage.

Börsenhandel oder außerbörslich?

Der Handel mit Zertifikaten findet in Deutschland an den Börsen Frankfurt und Stuttgart statt. Darüber hinaus bieten viele Broker, insbesondere Onlinebroker, den außerbörslichen Handel mit den Emittenten oder der Handelsabteilung des Brokers direkt an. Zu klären wäre also zunächst die Frage, ob Börsenhandel oder außerbörslicher Handel vorzuziehen ist. Ich bevorzuge den Börsenhandel.

Börsen werden streng reguliert und überwacht – Sie profitieren davon!

Börsentransaktionen unterliegen einer strengen staatlichen Kontrolle und Aufsicht. Über Jahrzehnte hat sich ein enges Regelwerk durchgesetzt, das vor allem dem Schutz der Börsenteilnehmer, also Ihnen, dient. Eine bei jeder Börse verpflichtende Handelsüberwachungsstelle kontrolliert die Preisfestsetzungen, die Marktteilnehmer und die Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben und der Börsenordnung. Kommt es zu Fehlpreisen, kann der Marktteilnehmer sich an die Börse wenden, die die Transaktion annulliert. Selbst wenn Sie falsche Orders aufgeben, kann die Börse diese Transaktionen im Notfall annullieren – zum Beispiel wenn Sie 100.000 statt 100 Aktien ordern und diese Stückzahl in einem offensichtlichen Missverhältnis zu Ihren Vermögensverhältnissen steht.

All diese auch Ihrem Schutz dienenden Anforderungen muss der außerbörsliche Handel nicht erfüllen. Günstigere Preise im außerbörslichen Handel erkaufen Sie sich also mit weniger Sicherheit.

Der Börsenhandel hat viele Vorteile

An der Börse können Sie Orders aufgeben, die erst in der Zukunft ausgeführt werden sollen. Dagegen gilt im außerbörslichen Handel in der Regel das Prinzip der sofortigen Ausführung. Sie können außerbörslich also oft nur zum gerade aktuellen Kurs handeln. Aber selbst wenn Sie Orders aufgeben können, sind diese Orders unsicherer als an der Börse. Der außerbörsliche Handelspartner kann den Handel jederzeit einstellen – zum Beispiel gerade dann, wenn Ihre Order ausgeführt werden soll.

Beim Börsenhandel existiert ein Orderbuch, mit dessen Hilfe auch ein Kleinanleger nachvollziehen könnte, ob die Preise fair gestellt wurden. Im außerbörslichen Handel gibt es kein Orderbuch, die Preisfestsetzungen des Handelspartners könnten also willkürlich sein.

Die leicht günstigeren Preise im außerbörslichen Handel werden also mit einer weitgehenden Abschaffung der Rechte des Handelspartners (also Ihrer Rechte) erkauft. Ich bevorzuge daher den Börsenhandel.

Frankfurt ist schneller und stellt öfter Kurse

Nun stellt sich die Frage, ob in Frankfurt oder Stuttgart gehandelt werden soll. Frankfurt (Scoach) selbst nennt sich die größte Derivatebörse Europas, während Stuttgart (Euwax) die größte Derivatebörse Deutschlands ist.

Frankfurt nutzt für den Zertifikate-Handel die gleichen vollautomatischen Systeme wie für XETRA, wobei die XETRA-Systeme wiederrum auf den Systemen der EUREX basieren. XETRA und EUREX sind zwei der am häufigsten genutzten Handelsplattformen auf der Welt. Frankfurt kann daher die schnellsten Ausführungsgeschwindigkeiten bieten.

Zudem werden in Frankfurt tendenziell wesentlich öfter Kurse gestellt als in Stuttgart, vermutlich eine Folge des vollautomatischen Handels. Die öfter gestellten und damit aktuelleren Kurse sind gerade auch bei seltener gehandelten Produkten ein Vorteil. Im Trendfolge Depot nutze ich die Börse Frankfurt als Referenz.

 

Herzlichst, Ihr

Stefan Schneider, Chefredakteur Trendfolge Depot

 


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Alte Kommentare
  • Gerd Becker schrieb am 21.10.2012, 11:48 Uhr

    "Frankfurt (Scoach) selbst nennt sich die größte Derivatebörse Europas, während Stuttgart (Euwax) die größte Derivatebörse Deutschlands ist." Hervorragende Logik. Ist Deutschland schon aus Europa ausgeschieden? ;-))