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Börse: So erkennen Sie Kurs-Trends … und nutzen diese!

Der Dax hält sich wacker über der 11.000. Damit haben wir auch heute etwas Zeit für ein bisschen Theorie. Gestern zeigte ich Ihnen anhand des folgenden Charts, dass ein auf den ersten Blick „klarer“ Aufwärtstrend im Detail eben doch nicht so klar erscheint …

Chart Dax mit Unterstützungen, Widerständen, „Stolperfallen“

Im Chart habe ich Ihnen einige schwarze Linien, rote Kreise und ein schwarz gestricheltes Rechteck eingezeichnet. Wie Sie erkennen, wurde eben doch fast jede Hoch-Tief-Gruppierung mit dem Durchbruch eines Vorgänger-Tiefs begleitet.

Daneben zeigt das schwarz gestrichelte Rechteck, dass sich der Dax in dieser Phase doch recht schwer, tat das letzte Hoch zu überwinden …

Hilfsmittel zur Trend-Erkennung und -Nutzung!

Jetzt kommen entscheidende Hilfsmittel, um die Chart-Betrachtung bzw. – Einschätzung etwas zu erleichtern.

Im folgenden Chart (es ist immer noch dieselbe Zeitspanne) habe ich die schwarzen Linien, roten Kreise und das Rechteck wieder ausgeblendet. Stattdessen habe ich den 256-Tage-GD (=Gleitender Jahresdurchschnitt) hinzugefügt.

Chart Dax mit Unterstützung, Widerstand und 256-Tage-GD

Jetzt geht es ans Eingemachte.

Bei Punkt 1 erkennen Sie, dass der 256-Tage-GD den vorherigen Bruch über das Vorgänger-Hoch bestätig hat. Das ist ein (sehr) gutes Zeichen. Der Dax steigt weiter.

Doch was passiert dann? Der Dax korrigiert und fällt bei Punkt 2 wieder unter den 256-Tage-GD! Was hätte der Anleger bzw. Trader hier getan?  

Gute Frage. Wie gesagt, im Nachhinein ist immer alles leicht erklärbar. Realistisch hätte es drei Möglichkeiten gegeben:

  1. Der Börsianer hätte schon vorher Gewinne mitgenommen. Immerhin stieg der Dax seit Überwinden der grünen Linie von 6.346 auf 7.164 Punkte. Das sind 12,8 Prozent.   
  2. Der Börsianer hätte ein Trailing Stopp gesetzt (Stopps immer wieder nachgezogen, zum Beispiel etwa 10 Prozent unter dem letzten Hoch). Das Unterbieten des 256-Tage-GD wäre ein weiteres Warnsignal gewesen. Ergebnis: etwa plus / minus Null
  3. Der Börsianer hätte einen normalen Stopp etwa 10 Prozent unter seinem Einstieg (bei 6.346 Punkten) gesetzt. Dann wäre er investiert geblieben.

Jetzt kommt das Entscheidende: Kurze Zeit später, bei Punkt 3 wird der 256-Tage-GD erneut überboten; am 19. Juni 2012 bei etwa 6.300 Zählern.

Wie Sie im weiteren Verlauf erkennen, wurde dieser GD auf dem langen Weg bis zur 10.000er Marke nicht mehr unterboten. Nebenbei: Auch ein 10-Prozent-Trailing-Stopp auf Schlusskurs-Basis hätte eine Investition in dieser Phase nicht in (große) Gefahr gebracht.

Damit erscheint ein 256-Tage-GD als zusätzliches Hilfsmittel zur Trenderkennung nicht unpraktisch.

Natürlich erhebt sich jetzt die Frage, wie Sie in solch einen laufenden Trend einsteigen, wenn Sie den Einstieg im Juni 2012 verpasst haben.

Dies werden wir uns nächste Woche anschauen.

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Über den Autor Tom Firley

Der gebürtige Kölner Thomas Firley hat in Rosenheim Betriebswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit Anfang 2006 für den Investor Verlag.

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