MenüMenü

Neue Spannungen in Nahost – Börsen brechen ein

Zum Jahresauftakt eröffnen die Börsen tiefrot. Der DAX wird mit einer 200-Punke-Abwärtslücke eröffnen. Kein gutes Omen.

Vordergründiger Anlass für die Abschläge sind offenbar neue Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Saudi-Arabien hatte gestern die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen, nachdem Demonstranten in Teheran die saudische Botschaft gestürmt und in Brand gesetzt hatten.

Dies wiederum geschah in Reaktion auf die Hinrichtung eines prominenten schiitischen Geistlichen und Regimekritikers in Saudi-Arabien im Rahmen einer Massen-Exekution. Der Mann war am Samstag in Saudi-Arabien neben 46 anderen Personen wegen Terrorismus oder Anstiftung zur Gewalt exekutiert worden.

Es war die größte Massenhinrichtung in dem Land seit Jahrzehnten. Die einflussreichen iranischen Revolutionsgarden kündigten dem Königshaus eine „scharfe Vergeltung“ an.

Das sunnitische Saudi-Arabien und der schiitische Iran ringen seit Jahrzehnten um die Vormachtstellung in der Region. Beide Staaten gelten als die größten Finanziers des Terrors in dieser Region.

Beide finanzieren die Kriege in Syrien und dem Irak. Keiner der beiden Staaten nimmt Flüchtlinge auf. Paradox: Saudi Arabien gilt als enger Verbündeter des Westens gegen den Terror.

Mit den jüngsten Spannungen wachsen die Befürchtungen um eine Eskalation der Lage. Nun gut, eigentlich ist dies keine echte Neuigkeit bezüglich dieser Region. Neu ist lediglich die Tatsache, dass die westlichen Börsen daraus einen Aufhänger machen. Vielleicht lief die Jahresendrally doch einen Tick zu weit?

DAX 30 Prognose: Minus 6 Prozent im Dezember

Der Dezember verlief ungewöhnlich schwach beim DAX. Ein Minus von 5,6 Prozent musste der Index in der eigentlich saisonal so starken Periode Dezember einstecken.

Damit wurden exakt die Zugewinne des Novembers wieder ausradiert. Insgesamt war das Schlussquartal 2015 dennoch stark, da die Oktobergewinne von 1000 Punkten nicht angetastet wurden. Das ändert sich jedoch offenbar heute.

DAX Tageschart

Dax_Tageschart

Das neue Jahr beginnt gleich mit einer größeren Kurslücke abwärts. Damit wird das zweitägige Kerzen-Umkehrmuster aus der Zeit unmittelbar vor Silvester bestätigt. Die seit April 2015 gültige Abwärtstrendlinie hat damit erneut ihre Relevanz bewiesen.

Abwärtsspielraum besteht jetzt bis zur mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei 10.300 Punkten bzw. zur Unterstützung bei 10.200 Punkten. Erst darunter müsste mit einem Test der Septembertiefs bei 9300 Punkten gerechnet werden.

Die Krux bei den Bewegungen der letzten Monate sind plötzliche kurzfristige Richtungswechsel du zahlreiche Fehlausbrüche, die die Gefahr bedeutend erhöhen, dass Anleger immer wieder auf dem falschen Fuß erwischt werden.

Der letzte größere Fehlausbruch ereignete sich im November 2015, als die mittelfristige Abwärtstrendlinie temporär nach oben gebrochen wurde. Dieser Ausbruch wurde jedoch umgehend wieder zurückgenommen, was die Gefahr weiterer Verluste deutlich erhöht hat. Zum Jahresbeginn  scheint sich der DAX diesbezüglich direkt ans Werk zu machen.

Verwundern würde dies nicht, denn die Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft schmelzen derzeit wie Schnee in der Frühlingssonne. Das einzige, was wächst sind die geschätzten Haushaltsbelastungen bezüglich der Flüchtlingskrise, die derzeit offiziell bei 17 Mrd. Euro liegen (also in der Größenordnungen eines ganzen Bundesbildungshaushaltes).

Flüsterschätzungen liegen etwa bei 50 Mrd. Euro – pro Jahr. Sollten diese Belastungen in Form von Steuern und Ausgabenkürzungen auf Konsumenten und Unternehmen umgelegt werden, versinkt Deutschland im neuen Jahr so tief in der Rezession wie Baron Münchhausen im Sumpf.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

Regelmäßig Analysen über Börse erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Henrik Voigt. Über 344.000 Leser können nicht irren.