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Market Maker: Hüter der Liquidität an der Börse

Aktienkurse werden grundsätzlich bestimmt von Angebot und Nachfrage. Allerdings setzt dies auch voraus, dass ein Titel für Käufer und Verkäufer interessant ist und die Aktie rege gehandelt wird. Mit anderen Worten: Es braucht auch eine gewisse Liquidität, damit eine Aktie überhaupt handelbar ist. Damit diese Liquidität gewährleistet ist, gibt es Designated Sponsors bzw. Market Maker. Sie sorgen dafür, dass eine Aktie handelbar ist.

 

Der Auftrag der Börse ist es, zu jedem Zeitpunkt Kurse zu ermitteln

 

Die Deutsche Börse schreibt vor, dass alle Aktien in einem der Auswahlindizes fortlaufend handelbar sind. Dazu gehören neben den Prime Standards aus dem DAX beispielsweise auch die Werte aus dem MDAX und dem SDAX, sowie dem TecDAX. Auf der elektronischen Handelsplattform Xetra sorgen Designated Sponsors für die nötige Liquidität in den einzelnen Werten, um die Handelsbedingungen der Deutschen Börse zu erfüllen. Das steigert die Wahrscheinlichkeit, dass erteilte Orders auch sofort bestmöglich ausgeführt werden können. Außerdem macht es die jeweiligen Aktien für Anleger attraktiver, frei nach dem Motto: Liquidität zieht Liquidität. Denn wenn sich Investoren sicher sein können, dass eine Aktie jederzeit handelbar ist, sind sie auch bereit, in diesen Wert zu investieren.

 

Der Auftrag der Designated Sponsors ist es, zu jedem Zeitpunkt Liquidität zu ermöglichen

 

Designated Sponsors sind also Liquiditätsanbieter. Inzwischen sind sie an allen führenden Börsen der Welt etabliert und werden auch Market Maker genannt. Hinter diesen unterschiedlichen Bezeichnungen steht dabei immer die gleiche Aufgabe: Designated Sponsors sorgen für eine Mindestliquidität in Aktien, indem sie dauernd oder auf Anfrage für die von ihnen betreuten Aktien sofort handelbare Kauf- und Verkaufsangebote, auch Quotes genannt, einstellen. Mit anderen Worten: Ist das Handelsvolumen in einer Aktie zu gering, ist es die Aufgabe des Designated Sponsors, regelmäßig selber Aktien des betreffenden Unternehmens zu kaufen oder zu verkaufen. So ermöglich ein Designated Sponsor im fortlaufenden Handel eine kontinuierliche Preisbildung aus Angebot und Nachfrage.

 

Fortlaufende Liquidität sorgt für marktgerechte Preise

 

Anleger können sich darauf verlassen, dass diese Quotes jederzeit marktgerecht sind. Damit wird vermieden, dass es in weniger liquiden Werten zu hohen Kurssprüngen oder gar zur Kursmanipulation durch große Orders kommen kann. Dafür müssen Designated Sponsors bei der Preisbildung sowohl den maximalen Spread als auch das Mindestquotierungsvolumen beachten, das die Börse vorgibt. Also die Spanne zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis und die Stückzahl, die auf Kauf- und Verkaufsseite mindestens gestellt werden muss.

Genau wie Staaten, werden auch Designated Sponsors bewertet, müssen sich also einem Rating unterziehen. Die Deutsche Börse AG erstellt in jedem Quartal ein solches Rating, das die Leistung der Designated Sponsors bewertet und somit ein Qualitätssiegel ist. Alle zum Handel in Xetra zugelassenen Kreditinstitute, Wertpapierhandelshäuser oder Maklerunternehmen können bei der Frankfurter Wertpapierbörse die Zulassung als Designated Sponsor beantragen. Mitarbeiter der jeweiligen Häuser übernehmen dann die Betreuung eines Wertes, wenn sie über fundierte Markt- und Handelskenntnisse verfügen.

 

Ihre Vorteile als Anleger: Fachwissen und marktgerechte Preise

 

Zu den weiteren Aufgaben und Fertigkeiten eines Designated Sponsors gehören auch Beratertätigkeiten für die Aktiengesellschaften bzw. für potentielle Neuemissionen. Schließlich verfügt ein Designated Sponsor durch die intensive Betreuung der jeweiligen Aktie über das entsprechende Expertenwissen. Designated Sponsors arbeiten also durchaus auch im Bereich Investor Relations mit unterstützen ihr Unternehmen bei der Erstellung von Marktforschungsberichten, Analysen und Studien, sowie bei der Aufstellung von Quartals- und Jahresberichten.

Für Sie als Anleger sind Designated Sponsors Vertrauensgaranten. Schließlich haben Sie dadurch die Sicherheit, dass die von Ihnen gehandelte Aktie marktgerecht bewertet und zudem jederzeit handelbar ist.

 

Auch Zertifikate werden von Market Makern betreut

 

Auch bei Zertifikaten gibt es Designated Sponsors – das sind in der Regel die Emittenten selbst. Um die Zulassung zu einer der beiden deutschen Zertifikatebörsen zu erlangen, müssen die Emittenten während der üblichen Handelszeiten für Liquidität in ihren Zertifikaten sorgen. Wenn Sie also ein Zertifikat kaufen oder verkaufen, dann müssen Sie nicht darauf warten, zufällig einen anderen Besitzer oder Käufer für eines der mehr als eine Million verschiedenen Zertifikate zu finden. Sie handeln in den allermeisten Fällen mit dem Emittenten selbst.

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Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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