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Leitzinsen

Sie sehen im folgenden Chart die Entwicklung der Zinsen und des S&P500 seit 1971. Es fällt auf, dass die Zinsen seit 1983 -2007 in der Tendenz beständig fallen. Interessanterweise löst sich der S&P ungefähr auch zu diesem Zeitpunkt aus der langen Seitwärtsbewegung und geht in eine extreme Rallye über.

Quelle der Charts: www.market-maker.de

 

Die Entdeckung des leichten Geldes

Meiner Meinung nach sieht es so aus, als ob die Zentralbank damals der positiven Auswirkung des leichten Geldes auf die Schliche gekommen sei. Im Prinzip ist diese Entwicklung aber eine direkte Folge der Auflösung des Goldstandards 1971 in Folge des Vietnamkrieges, und des Scheiterns des Bretton-Woods-System 1973, dem die Ölkrisen und die daraus entstandene Inflation Ende der 70er, folgten.

Tatsächlich beweist dieser Chart jedoch nichts anderes, als den langfristigen Zusammenhang zwischen fallenden Zinsen und steigenden Aktienkursen.

Ich habe hier jedes Mal wenn die Zinsen steigen (rot) die entsprechenden Zeiträume im S&P500 mit der gleichen Farbe gekennzeichnet. Sie sehen, entweder fallen die Kurse des Index bei steigenden Zinsen, oder sie laufen seitwärts. Hin und wieder in bzw. nach extremen Phasen, wie zum Beispiel dem Crash 1987 kommt es sogar bei steigenden Zinsen zu steigenden Wertpapier-Kursen. Etwas, dass wir auch seit 2003 erleben.

Ein Zusammenhang ist absolut eindeutig: Wenn die Zinsen stark fallen (blaue Linie), gab es nahezu jedes Mal zeitgleich eine Rallye (blaue Linie im S&P500). Deutlich sieht man:

 

1. These: Fallende Leitzinsen sind gut für den Markt.

Eine interessante Phase in diesem Zusammenhang: Zwischen 1994/5 bis 1999 bleiben die Zinsen konstant, beziehungsweise sinken nur moderat. Aber auch das führt zu einer starken Rallye.

 

Die magische 6 % Marke bei den Leitzinsen

Interessant ist diese Phase, weil die Zinsen in dieser Zeit unter 6 % blieben. Wenn Sie sich die 6 % Linie (grüne Linie) genau ansehen, werden Sie feststellen, dass diese Zahl offensichtlich eine besondere Bedeutung für die Märkte hat. Es scheint so zu sein, dass unter einem Leitzins von 6 % die Börse durch Liquidität „unterstützt“ ist. Das ist offenbar genau das Niveau, unter dem noch genug Geld „geschöpft“ wird, welches in die Börsen fließen kann. Über 6 % wird es hingegen für die Börsen ernst, belastend.

Ich habe hier die Phasen, in denen die Zinsen über 6 % gelegen haben eingezeichnet. Tatsächlich zeigt sich, dass in diesen Phasen die Börsen zumindest „Schwierigkeiten“ hatten, oft finden sich hier auch größere Kurseinbrüche.

Die Phase 1984/5-1987 habe ich außen vor gelassen, da wir es hier zuvor mit „extrem“ stark fallenden Zinsen zu tun hatten, die sich in dieser Zeit auch schon der 6 % Marke annäherten und im Vergleich zu den Zinsen zuvor (16-19 %) dem Markt extrem niedrig erscheinen mussten.

 

Das letzte Mal über 6 %…

Dieser Zusammenhang ist an sich schon verblüffend, aber wissen Sie, wann die Zinsen das letzte Mal die 6 % Marke erreichten? Genau, am 21.03.2000 (!!!). Also genau zu dem Zeitpunkt, als der große Crash 2000-2003 begann. Im Mai wurden sie dann sogar auf 6,50 % erhöht und erst am 31.01.01 sanken sie wieder unter die 6 % Marke. Im weiteren Verlauf des Jahres 2001 sanken sie dann bis auf 3,5 %.

Sie sehen im folgenden Chart die Entwicklung der Zinsen und des S&P500 seit 1971. Es fällt auf, dass die Zinsen seit 1983 -2007 in der Tendenz beständig fallen. Interessanterweise löst sich der S&P ungefähr auch zu diesem Zeitpunkt aus der langen Seitwärtsbewegung und geht in eine extreme Rallye über.

 

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