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Kurs- und Performanceindex unter die Lupe genommen

Liebe Leserin , lieber Leser,

gestern haben wir uns mit den Vor- und Nachteilen von (kapital)gewichteten Indizes einerseits und ungewichteten bzw. gleichgewichteten Indexkonstruktionen andererseits auseinandergesetzt. In Aufwärtsphasen an den Aktienmärkten, wie wir sie jetzt erleben, bestehen größere Chancen einer Outperformance, so unser Fazit gestern, wenn in gleichgewichtete Indexkonstruktionen investiert wird. Welche Indexkonstruktionen für Anleger besser geeignet sind, darauf möchte ich heute noch einmal näher eingehen.

Unterscheidungsmerkmale von Kurs- und Performanceindizes

Der Unterschied ist schnell erklärt. Ein Kursindex (engl. Price Index; z. B.: Dow Jones, Nikkei 225, FTSE 100, CAC 40) orientiert sich lediglich an der Kursveränderung der Aktien, die der Index abdeckt, ohne auf Dividenden Rücksicht zu nehmen. Ein Performanceindex (engl. Total Return Index) wie z. B. der DAX bildet dagegen ein fiktives Anlegerdepot ab, das nur DAX-Werte enthält. Das heißt, es werden nicht nur die Dividenden, sondern auch Bezugsrechte reinvestiert. Das kommt vor allem dem privaten Anleger sehr entgegen, da er kaum die Möglichkeit hat, kleine Mittelzuflüsse aus Dividenden kostengünstig neu anzulegen. Übrigens den Schweizer SMI sowie den DAX gibt es auch als Kursindex. Achten Sie also – insbesondere, wenn Sie Zertifikate/Derivate handeln – darauf, welcher Index zur Performancemessung herangezogen wird, aber dazu später mehr.

Warum ist es nun so wichtig, den Unterschied zu kennen?

Nun, der Performanceindex DAX eignet sich gut als Benchmark, also als Messlatte, wie gut oder schlecht ein Vermögensverwalter gearbeitet hat. Der Fondsmanager/Vermögensverwalter wird häufig einen Teil seines Gehalts, Honorars, Prämie oder seiner Bonifikation in Abhängigkeit vom Erfolg seiner Anlagestrategie verdienen. Vermögende Privatkunden vereinbaren nicht selten mit Ihren Vermögensverwaltern einen Kursindex als Benchmark, weil Dividendenzahlungen dann außen vor bleiben.

Die Frage, ob bei einem längerfristigen Vergleich zwischen Dow Jones und DAX auch der DAX-Kursindex genommen werden sollte, spaltet die Gemüter. Diejenigen unter den Analysten, die sehr genau hinsehen, vergleichen den Kursindex Dow Jones (gleichgewichteter Kursindex, korrekte Bezeichnung deswegen Dow Jones Average) mit dem DAX-Kursindex und nicht mit dem DAX-Performanceindex. Im Chart habe ich Ihnen beide DAX-Varianten gegenübergestellt. Der Zeitraum beträgt lediglich drei Jahre von 2008 bis heute. Der Performance DAX hat in dieser Zeit ein Plus von 26 Prozent gemacht. Der DAX-Kursindex dagegen nur von 13 Prozent. Die Differenz besteht aus Dividendenzuflüssen und Zinseszinseffekten durch Wiederanlage der Dividenden. 

Fazit: Die meisten Finanzprodukte die auf den DAX angeboten werden basieren auf den Performance-DAX. Bei Derivaten dier sich auf CAC, Dow oder Stoxx beziehen sind es meistens die Kursindizes weshalb Sie genau hinschauen und sich beraten lassen sollten. Damit Sie wissen was Sie was Sie wirklich im Depot haben und nicht überrascht sind wenn Ihre Anlage- und Hebelprodukte nicht so laufen sollten, wie Sie es sich vorgestellt haben.   

Viel Erfolg am Markt

Jürgen Nowacki

Coach Trading & Sales

 

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Alte Kommentare
  • Robert Blum schrieb am 05.02.2012, 13:39 Uhr

    Sehr geehrter Herr Novacki, danke für den gut verständlichen Artikel. Was ich aber nicht verstehe, ist, warum beispielsweise der DB-X-Tracker auf den DAX LU0274211480 der ja thesaurierend ist, damit nach meinem Verständnis ein Performance-Index, seit Jahren genau parallel zum DAX verläuft. Eigentlich müsste er doch nach oben weglaufen. Mit freundlichen Grüßen Robert Blum

    • Juergen Nowacki antwortete am 06.02.2012, 13:44 Uhr

      ja aber nur wenn sie mit den Kurs-Dax vergleichen.Gegenüber Performace dax haben Sie den Tracker 1.1 womit haben Sie den Tracker verglichen?