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IWF rechnet mit anhaltender Börsenrally

Es geht aufwärts – zumindest an den Börsen. Weltweit verzeichnen die wichtigsten Indizes seit Monaten eine Rekordjagd. Erst vor wenigen Tagen durchbrach der Dax erstmals in seiner Geschichte die Marke von 15.000 Punkten, ein Ende des Börsenbooms ist nicht in Sicht.

IWF: Weiter steigende Kurse trotz heiß gelaufenem Umfeld

Das wird wohl auch noch eine Weile so weitergehen, prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF). Zwar sehen die Ökonomen durchaus Risiken: So gehen Anleger derzeit höhere Risiken ein, etliche Kurse sind bereits heiß gelaufen, Immobilienbranche und Technologiesektor gelten als überhitzt, vor einem Rückschlag wie seinerzeit der geplatzten Dotcom-Blase wird schon seit längerem gewarnt, gerade mit Blick auf die gehypten Tech-Aktien aus dem Silicon Valley, die sich seit Jahren vom restlichen Börsengeschehen entkoppelt zu haben scheinen.

Auch mit seriösen Fundamentaldaten hat die Überbewertung zahlreicher Titel wenig zu tun, erläutert der IWF. Vielmehr ist es der Mix aus anhaltender Niedrigzinsphase, lockerer Geldpolitik der Notenbanken und somit mangelnder rentabler Alternativen, der immer mehr Anleger in die Aktien treibt.

Viele Erstaktionäre in der Pandemie

Gerade während der Corona-Pandemie haben auch zahlreiche Bundesbürger erstmals in Aktien investiert, wie jüngste Erhebungen zeigen. Gerade für Neulinge am Parkett wirkt die derzeitige Boom-Phase besonders anziehend – umso mehr dann, wenn man die jahrelange Rally nach der Finanzkrise vor zehn Jahren verpasst hat.

Nach dem pandemiebedingten Börsencrash im Frühjahr 2020 war die Gelegenheit zum Einstieg im wahrsten Sinne des Wortes günstig und die Tendenz geht seit Monaten steil aufwärts. Kurzfristige Rücksetzer, bedingt durch Gewinnmitnahmen oder tagesaktuelle Meldungen, werden schnell zum Nachkaufen genutzt, sodass der Aufwärtstrend seit Monaten ungebrochen erscheint.

IWF hebt Konjunkturprognose an

Doch auch jenseits der Börsen hatten die Experten des IWF in dieser Woche gute Nachrichten zu verkünden: In ihrem aktuellen Bericht heben sie die Prognose für die globale Wirtschaftsleistung an. Hatte man im Januar lediglich mit einem Wachstum der Weltwirtschaft um 5,5 Prozent im laufenden und 4,2 Prozent im kommenden Jahr gerechnet, geht der IWF nun von einem Plus von 6 Prozent in 2021 und 4,4 Prozent in 2022 aus.

Getrieben wird das starke Wachstum insbesondere durch asiatische Volkswirtschaften, die den pandemiebedingten Einbruch bereits weitgehend hinter sich lassen konnten. China hat selbst für das Krisenjahr 2020 ein Konjunkturplus von 2,3 Prozent erreicht und verzeichnete damit als einzige bedeutende Volkswirtschaft positives Wachstum im ersten Jahr der Pandemie.

Mit der immer stärker anlaufenden Impfkampagne kehrt nun auch in anderen Teilen der Welt der Optimismus zurück. In den USA und Großbritannien sind weite Teile der Bevölkerung mittlerweile zumindest erstgeimpft, in Europa hofft man auf ein höheres Impftempo im zweiten Quartal. Zudem profitieren hiesige Exporteure bereits jetzt vom wirtschaftlichen Aufschwung in Fernost. So berichtete zuletzt beispielsweise BMW vom stärksten ersten Quartal seiner Firmengeschichte in China – im Reich der Mitte kauft man jetzt wieder Autos Made in Germany.

Indizes legen kräftig zu – Dax und Dow Jones auf Rekordjagd

Am Parkett verzeichneten Dax, Dow Jones, S&P 500 sowie EuroStoxx50 in den vergangenen drei Monaten jeweils Aufschläge zwischen 8 und 10 Prozent, auf Jahressicht notieren die genannten Indizes jeweils etwa 40 Prozent höher. Für Anleger hat die Krise also durchaus ihre Sonnenseiten, denn beispielsweise die Dax-Konzerne sind von den Auswirkungen der Pandemie vergleichsweise wenig betroffen – oder werden durch staatliche Programme wie etwa die Kurzarbeit gestützt.

Deutsche Exporteure finden trotz Krise Abnehmer für ihre Produkte, vor allem in Asien und Nordamerika zieht die Nachfrage längst wieder an. Zudem sind die Industriekonzerne von Betriebsschließungen kaum betroffen, im Gegensatz zu vielen Kleinstunternehmen, die coronabedingt in existenzielle Nöte geraten.

Anleger dürfen sich auf höhere Dividenden freuen

Für Anleger deutscher Unternehmen zahlt sich das Investment dieser Tage jedoch nicht allein wegen der Kurssteigerungen aus: Trotz Krise glänzen etliche Unternehmen der Dax-Familie mit gleichbleibenden oder gar steigenden Dividendenzahlungen. Von den 160 in Dax, MDax oder SDax notierten Unternehmen schütten in drei Viertel in diesem Jahr eine Gewinnbeteiligung an die Aktionäre aus, das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr. 2020 war unter dem ersten Schock der Pandemie auch die Dividendenzahlung vielfach eingebrochen.

In diesem Jahr können sich Anleger auf Ausschüttungen in Höhe von insgesamt fast 45 Milliarden Euro freuen. Damit normalisiert sich das Dividendenniveau, wenngleich es den Vorkrisenstand noch nicht wieder erreicht hat. 2019 schütteten die Unternehmen insgesamt knapp 52 Milliarden Euro an die Anleger aus.

Wie gefährlich wird die Inflation für die Börsen?Die Inflationsrate in Deutschland ist in diesem Sommer auf den höchsten Stand seit 46 Jahren gestiegen. Die EZB peilt eine Inflationsrate um 2% an. In den letzten Jahren lag diese Rate aber größtenteils darunter, nach der Finanzkrise 2009, spätestens aber 2015 lag die Inflationsrate sogar um negativen Bereich, sprich: Deflation. › mehr lesen

 

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Über den Autor
Felix-Reinecke
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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