MenüMenü

Investieren in Familienunternehmen?

Was ist von Investments speziell in Familienunternehmen zu halten? Klären wir daher zuerst einmal den Begriff.

Es gibt an der Börse eine Reihe sogenannter Familien-AGs. Diese sind zwar entsprechend an der Börse notiert, jedoch werden sie maßgeblich von den Gründerfamilien mitbestimmt.

Derartige Firmen unterscheiden sich somit in dieser Hinsicht vom Rest des Marktes und bilden ein für sich eigenständiges Marktsegment im deutschen Aktienmarkt. Und in der Tat hat dieses einige interessante Merkmale, weshalb ich heute einmal einen näheren Blick hierauf werfen möchte.

Was macht Familien-AGs überhaupt interessant?

Sie kennen sicherlich den Vorwurf, dass gerade in großen Konzernen oft eine reine „Quartalskultur“ herrsche, da das Führungspersonal entsprechend seine Boni abgreifen möchte und damit meist nur sehr kurzfristig in seinen Entscheidungen denkt.

Etwas anders sieht dies hingegen bei vielen Familienunternehmen aus. Hier steht mehr die Langfristigkeit und die Nachhaltigkeit in Management und operativem Geschäft im Vordergrund.

Oftmals sind derartige Unternehmen auch kleiner und können schneller Personal auf- und abbauen. Auch fällt bei näherer Betrachtung auf, dass sich Familienunternehmen durch eine wesentlich höhere Eigenkapitalquote auszeichnen.

Ein weiteres Merkmal dieses Marktsegments ist, dass inhabergeführte Unternehmen oft auch Firmen sind, die sich durch entsprechende Markenartikel hervorheben und damit ihre Positionierung am Markt sichern (z.B. Fielmann, Henkel oder auch SAP).

Wenn Kapital, Kontrolle und Führung in einer Hand sind, können solche Unternehmen natürlich meist auch schneller und flexibler reagieren und so mit manch einer Marktlage weitaus besser umgehen als verschiedene Konkurrenten.

Das Center for Entrepreneurial and Financial Studies (CEFS) der Technischen Universität München hat sich mit diesem Marktsegment bereits vor Jahren näher befasst. Laut dem CEFS besteht die Gruppe der Familien-AGs in Deutschland aus ca. 130 Unternehmen, welche zusammen etwa 20% der Marktkapitalisierung in Deutschland repräsentieren.

Die Deutsche Börse widmet dem Segment einen eigenen Index

Die Bedeutung dieses Marktsegments wurde auch von der Deutschen Börse erkannt. Diese legte zum 04.01.2010 einen eigenen Index an, den sogenannten Daxplus Family Index.

Der DAXplus Family-Index umfasst die deutschen und internationalen Unternehmen aus dem Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse, bei denen die Gründerfamilie mindestens einen 25-prozentigen Stimmrechtsanteil hat oder in Vorstand oder Aufsichtsrat sitzt und mindestens einen Stimmrechtsanteil von 5 Prozent hält.

Auf den Index lässt sich mit entsprechenden Zertifikaten wetten. Und das ist auch von der Performance her gar nicht uninteressant, wenn natürlich auch dieser Index sich nicht der kompletten Marktbewegung des breiten Marktes entziehen kann.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Alexander Hahn

Alexander Hahn stieß Ende 2007 zum Investor Verlag und ist Chefanalyst des kostenlosen Newsletters Value Daily.

Regelmäßig Analysen über Börse erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Alexander Hahn. Über 344.000 Leser können nicht irren.