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Interview mit einem Swing-Trader

Tom Firley: Herr Gossen, Sie haben mit Warren Buffett etwas gemeinsam. Sie sind schon sehr früh der Faszination der Börse verfallen …

John Gossen: Ja, richtig. Der hat ja mit 11 Jahren seine erste Aktie gekauft. Mit 11 war ich aber noch nicht so weit. Erst mit 15 habe ich mich allmählich für die Börse interessiert.

Tom Firley: Wie kam das?

John Gossen: Ab 1998 gab es ja den Neuen Markt. Und ich bin dann an diesen Börsen-Sendungen im Fernsehen hängen geblieben. Da stiegen die Aktien manchmal wie verrückt von einem Tag auf den anderen. Das war bei mir der Auslöser.

Tom Firley: Sie machen den Lesern des „Swing-Trader“ jetzt ein Versprechen, das ich Ihnen kaum ohne Stirnrunzeln abnehmen kann. Sie versprechen 100% Gewinn pro Jahr. Stimmt das?

John Gossen: Ja, das ist meine Ziellinie. 100% sollen es pro Jahr werden. Also Kapitalverdopplung. Und jeder kann das locker mithandeln.

Tom Firley: Wie kommen Sie zu einem so ungewöhnlich hohen Renditeversprechen?

John Gossen: Für einenaktiven Day-Trader, der vom Traden lebt, ist das nicht so ungewöhnlich. Die Vielzahl der Trades macht es möglich …  

Tom Firley: Die müssen aber immer sitzen. Das ist doch sehr schwierig.

John Gossen: Richtig.Ich muss sagen: Noch vor 3 Jahren hätte ich deshalb so ein Versprechen auch nicht gemacht. Da waren meine Indikatoren noch nicht so exakt wie heute. Jetzt habe ich ein System, das so verlässlich funktioniert, dass ich sagen kann: In rund 50 Wochen verdoppeln die Leser damit ihr Handelskapital.

Tom Firley: Wie haben Sie dieses System denn entwickelt?

John Gossen: In den ersten Jahren habe ich nur wenig gehandelt und zunächst die Börsenwelt überhaupt mal kennengelernt. Das ist ja ein verwirrender Kosmos. Dann kommt man so allmählich dazu, sich immer weiter in bestimmte Bereiche hineinzufressen, und das war bei mir die Technische Analyse.

Tom Firley: Das freut mich als Technik-Fan natürlich sehr. Was hat sie daran fasziniert?

John Gossen: Die Technische Analyse geht direkt vom Markt aus, und zwar von den Kursdaten und Handelsumsätzen. Das kommt meinem mathematischen Gehirn mehr entgegen als zum Beispiel Wetten auf die Zukunft über mögliche Unternehmensgewinne in 2 oder 3 Jahren. Außerdem gibt es zur Technischen Analyse gar keine Alternative, wenn man kurze Zeiten handeln will, denn auf Sicht von ein paar Tagen oder Wochen ist der Markt immer aus sich heraus in Bewegung, nicht wegen der Jahresbilanz eines Unternehmens.

Tom Firley: Und wie haben Sie sich dem Thema genähert?

John Gossen: Im Grund in einem langenund ausführlichen Selbststudium. Ich habe sehr viel gelesen und Fachbücher durchgearbeitet, habe sehr viel herumexperimentiert und beobachtet. Aber ich habe nie ein Seminar besucht oder einen Lehrer gehabt. Ich glaube, ich hätte mein heutiges, sehr renditestarkes System nie gefunden, wenn ich einem Dogma gefolgt wäre, das ich von irgendeinem Lehrer übernommen hätte. Ich bin mit einer riesigen Offenheit und Neugier an das Thema herangegangen.

Tom Firley: Und wie haben Sie dieses Handelssystem entwickelt?

John Gossen: Durch viel Ausprobieren. Durch viel Geduld. Durch die Analyse von Fehl-Trades…

Tom Firley: Ganz wichtige Frage: Wo lag das größte Problem?

John Gossen:  Die Technische Analyse stellt ungeheuer viele Instrumente bereit. Es gibt unterschiedliche graphische Darstellungsweisen für die Kursentwicklung. Es gibt über 100 Indikatoren, die man nutzen kann. Es gibt für die Analyse eines Kursbildes immer mehrere Interpretationsmöglichkeiten. Dann gibt es unterschiedliche Zeitfenster – das Spektrum reicht vom Monats-Charts bis zum Sekunden-Chart. Dann gibt es Korrelationen zwischen unterschiedlichen Märkten, also zum Beispiel die klassische Frage nach der Beziehung zwischen Zinsen und Aktienindizes. Und dann können Sie die meisten Instrumente noch individuell konfigurieren. Also, die Uferlosigkeit der Technischen Analyse war ganz sicher ein Problem. Das ist ein Dschungel.

Tom Firley: Haben Sie ein Beispiel dafür?

John Gossen:  Denken Sie nur einmal an Gleitende Durchschnitte. Die gibt es erstens mit unterschiedlichen Formeln als Einfache Gleitende, Exponentiale oder Adaptive Durchschnitte und so weiter. Und dann können Sie jede Periode zwischen 2 und 1000 wählen. Und Sie können jeden Durchschnitt mit jedem anderen kombinieren und kriegen dann immer andere Kreuzungspunkte. Schon rein mathematisch gibt es da tausende Möglichkeiten.   

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Das Bild zeigt 10 verschiedene Gleitende Durchschnitte von einer 9-Tage-Periode bis 55 Tage im Tageschart. Kurze Perioden sind fehlerträchtiger, lange Perioden geben oft erst sehr spät Signale. Etwas hervorgehoben sind die Durchschnitte 21 und 55. Hätte man sich allein darauf gestützt hätte man nach etwas über 2 Monaten gerade einmal 100 Punkte im DAX verdient.  

Tom Firley: Wie haben Sie da durch gefunden?

John Gossen:  Mit der Zeit haben sich bei mir Lieblingsindikatoren herauskristallisiert. Und wenn Sie ein paar Lieblingsindikatoren gefunden haben, dann haben Sie die alle auf dem Screen und Sie schauen logischerweise nach einer Signalhäufung, das heißt dass mehrere Indikatoren gleichzeitig einen Einstiegsmoment signalisieren. Und dass diese Signalhäufung dann auch signifikant ist, das heißt meistenteils zum Erfolg führt.

Tom Firley: So ähnlich gehe ich auch vor. Aber stehen Sie nur dann auf, wenn „alle Wachhunde bellen“, sonst nicht?

John Gossen:  So ungefähr. Wobei die Wachhunde nur dann alle bellen sollen, wenn auch draußen ein Einbrecher ist.

Tom Firley: Diese Wachhunde haben Sie sich dann sozusagen selbst dressiert?

John Gossen:  Genau. Und zwar habe ich da ein Rudel von 15 gut dressierten Indikatoren, so kann man’s sagen.

Tom Firley: Und wann wird jetzt zum Beispiel ein Kaufsignal ausgelöst?

John Gossen:  Ein Kaufsignal sehe ich, wenn ein ganz bestimmtes Muster auftritt, also wenn ich eine Häufung gleichgerichteter Signale auf mehreren Zeitebenen sehe. Die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Trade ist dann erfahrungsgemäß sehr hoch.

Tom Firley: Klingt aus meiner Sicht logisch – mit der Vielzahl der Signale wird das Hauptsignal immer richtiger …

John Gossen:  Eben, die Häufung ist dann sehr signifikant. Die Aussagekraft steigt. Um Ihnen das einmal zu zeigen, das sieht bei mir auf dem Screen zum Beispiel so aus – hier das Short-Signal am 28. Januar, nur mal auf Stundenebene betrachtet.

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Man sieht im Kursbild einen markanten Widerstandsbereich, mehrere Oszillatoren stoßen gleichzeitig oben an die Decke, RSI neigt sich abwärts und so weiter – insgesamt eine lupenreine Signalhäufung. Da konnten wir locker short gehen. 

Tom Firley: Wie lange läuft dieses System schon? Wie sind Ihre Erfahrungen?

John Gossen: Mit diesen Indikatoren handele ich seit 2007. Seitdem habe ich jeweils über 100% Gewinn pro Jahre eingespielt. Das ist mir früher nie gelungen. Und selbst 2008 habe ich mit meinem Signalhäufungs-Muster so viel Gewinn gemacht, als wäre es irgendein ruhiges Börsenjahr gewesen und nicht dieser unglaubliche Crash-Wahnsinn, der das gelaufen ist. Ich weiß, dass andere Handelssysteme reihenweise vor die Wand gefahren sind, die hatten extreme Schwierigkeiten mit diesen unplanmäßigen Kursphänomenen  …

Tom Firley: Vergangenheit ist aber nie eine Garantie für die Zukunft.

John Gossen: Ich weiß. Aber ich gehe zunächst einfach von dem aus, was mein System leistet, seit ich es in dieser Form benutze.

Tom Firley: Vielleicht hat Ihr System gerade zu dieser holprigen Börsenphase gepasst?

John Gossen: Glaube ich nicht.Die letzten 3 Jahren waren doch sehr abwechslungsreich. Es gab Aufwärtsphasen, eine tief zerklüftete Seitwärtsphase, einen heftigen unberechenbaren Abwärtstrend, später einen regelrechten Crash mit der höchsten Volatilität, die je gemessen wurde, und dann den andauernden Angstmarkt von 2009 – also, diese Zeit war wirklich heftig. Aber mein System hat sehr ruhig und gut funktioniert. 

Tom Firley: Ein hartes Testgelände, wie bei einem Auto, das erst mal über die Schotterpisten muss?

John Gossen: Ja, so können Sie es sehen. Das System war bereits live geschaltet in einem der härtesten Märkte der letzten Jahrzehnte und selbst auf dieser Schotterpiste hat es hervorragend profitabel gearbeitet.

Tom Firley: Rechnen Sie nicht mit Fehl-Trades?

John Gossen: Doch, unbedingt. Ich bin lange genug an der Börse, um mich niemals sicher zu fühlen. Niemand erwartet 100% profitable Trades. Das geht sozusagen physikalisch gar nicht. Börsenkurse sind flüssig wie Wasser. Da steckt viel Ordnung drin, aber auch Chaos und Zufall. Ich würde sagen, Ordnung und Chaos ringen ständig miteinander. Das gibt ein gewisses Rauschen der Kurse. Daher können Sie nur entlang einer Anzahl von Trades kontinuierlich profitabel sein.

Tom Firley: Traden Sie nur den DAX?

John Gossen: Nein. Ich trade zwar hauptsächlich den DAX. Daneben – in einem zweiten Musterdepot – gebe ich dann und wann noch die Möglichkeit, zusätzlich auch den Nasdaq zu traden. Der Leser muss dafür aber nicht unbedingt ein zweites Handelskapital parat haben. Er kann das einfach aus seinem Depot heraus zusätzlich nutzen.

Tom Firley: An wen richtet sich der „Swing-Trader„? Muss ich da selbst schon viel Trading-Erfahrung haben?

John Gossen: Nein, Vorerfahrung muss niemand haben. Man muss ein Wertpapierdepot haben, natürlich. Und sollte wissen, was ein Hebelschein ist. Aber abgesehen von solchen allgemeinen Grundlagen kann wirklich jeder mit meinen Empfehlungen Geld verdienen. Erfahrene Trader ziehen eventuell noch mehr Gewinn daraus, das will ich nicht ausschließen, wenn sie meine Signale mit ihren eigenen ergänzen. Aber darauf habe ich keinen Einfluss.

Tom Firley: Herr Gossen, vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

John Gossen: Danke sehr.

 

FAZIT: Gerade in Seitwärtsphasen ist das Swing-Trading eine gesunde Alternative zum mittelfristigen Aktien- oder ETF-Kauf. Schauen Sie sich den neuen Börsendienst von Herrn Gossen einmal an. Noch können Sie den Swing-Trader 30 Tage GRATIS testen. Klicken Sie hier.  

 

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Über den Autor Tom Firley

Der gebürtige Kölner Thomas Firley hat in Rosenheim Betriebswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit Anfang 2006 für den Investor Verlag.

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Alte Kommentare
  • Stefan schrieb am 05.03.2010, 18:14 Uhr

    Nun, die wichtigste Voraussetzung hat Herr Gossen wohlweislich verschwiegen: Man muss das Trading quasi als Hauptberuf sehen, kann also nicht einen Beruf ausüben, bei dem man mit einer wichtigen Aufgabe beschäftigt ist, wenn gerade wieder eine kurzfristige Handelsempfehlung kommt.

    • John Gossen antwortete am 05.03.2010, 21:00 Uhr

      Ein herzliches " Hallo " in die Runde. Die Signale sind für jeden handelbar bzw. zeitlich umsetzbar. Natürlich kann das ein oder andere Signal mal schnell seine Wirkung zeigen aber es handelt sich um " Swing Trades", diese brauchen in der Regel bis zur der vollständigung Vollendung des Signals auch seine Zeit. Des Weiteren bieten wir ja den kostenlosen E-Mail und SMS Eilmeldungs Versand an, man wird sofort mit allen wchtigen Kenndaten der Transaktion versehen. Überzeugen Sie einfach selbst! Viele Grüße John Gossen

  • Roland schrieb am 07.03.2010, 13:38 Uhr

    Guten Tag Herr Fierley, ich habe mich gefreut zu lesen, dass es Ihrer Tochter Paula gut geht und, dass Sie sich viel mit ihr abgeben. Ihre Chart Beiträge lese ich und versuche daraus zu lernen. Swing Trading: Ich habe das einige Zeit gemacht, aber fast ganz ohne irgendwelche Hilfsmittel und nur mit CH-Aktien. War aber nicht so rentabel. Haupts. wegen der Gebühren. (1,3% für Kauf und 1,3% für Verkauf) Jetzt habe ich Euro-Werte z.B. BASF, da ist die Gebühr 2,1%! Dann habe ich angefangen mit Optionen (Call und Put, hpts. short) Wenn irgend möglich vermeide ich Uebernahme oder Lieferung des Wertes. Herr Gossen spricht von 100% Gewinn oder darüber. Ich kann das fast nicht glauben! Lässt sich das mit einem Musterdepot überprüfen? Dass man viel Zeit investieren muss, das ist klar. Von nichts kommt nichts. Erst mal dies, mit freundlichen Grüssen, Roland+