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Income Investing: Konkreter Aufbau eines Portfolios?

Heute möchte ich mit Ihnen ein paar erste Gedanken zum konkreten Aufbau eines auf Einkommen ausgerichteten Portfolios teilen. Ich gehe dabei von der fiktiven Situation aus, dass noch kein Portfolio besteht und Sie beim sprichwörtlichen Punkt null beginnen.

Schritt 1: Wie viel Netto-Ausschüttung benötigen Sie?

Der erste Schritt beim Aufbau Ihres Portfolios sollte sein, dass Sie ermitteln, wie viel Netto-Ausschüttung Sie pro Monat bzw. Quartal oder Jahr erhalten möchten.

Hierzu sollten Sie zunächst die durchschnittliche Zielrendite festlegen, die Ihr Portfolio bringen soll. Eine derartige Zahl ist natürlich keineswegs einfach spontan gewählt, denn hier legen Sie bereits fest, wie risikoreich Sie später vorgehen wollen bzw. müssen.

Nehmen wir einmal einen (hier jetzt beliebig gewählten) Wert von 4,5% pro Jahr als Nettoausschüttung an, die Sie erzielen möchten. Was gilt es zu berücksichtigen? Natürlich alles, was von Ihrer Bruttorendize abgezogen wird. Dies umfasst insbesondere:

  • Abgeltungssteuerabzüge
  • Brokerkosten
  • ggf. zu reinvestierende Beträge, wenn Ihr Portfolio noch wachsen muss oder Sie damit die Inflation teilweise ausgleichen möchten (mehr unten)

Diese Kosten lassen sich mit ein wenig einfacher Mathematik sehr leicht ermitteln. Das Problem ist hier mehr, mit welchem Abgeltungssteuersatz Sie kalkulieren wollen. Wenn Sie beispielsweise Ihr Portfolio sehr langfristig ausrichten möchten und die Politik erhöht (wie sicher zu erwarten) die Abgeltungssteuer, wird sofort Ihre gesamte Kalkulation über den Haufen geworfen. Wenn Sie also mit Puffer arbeiten wollen, könnten Sie hier bereits einen Wert von 32% bis 37% wählen.

Ihre Brokerkosten haben natürlich Sie durch die Wahl Ihres Brokers in der Hand. Erkundigen Sie sich hier genau, welcher Broker am besten für Sie ist. Ich empfehle Online-Discountbroker mit möglichst niedrigen Gebühren und keinen laufenden Kosten. Ihre Hausbank ist hier meist viel zu teuer. Und je mehr Sie zahlen müssen, desto höher muss später Ihre Bruttorendite (und damit Ihr Risiko im Portfolio) sein.

Aus diesem Grund sollten Sie auch versuchen, keine zusätzlichen Gewinne investieren zu müssen, um den Werterhalt Ihres Portfolios zu garantieren. Besser ist hier das Investieren eines gewissen Prozentsatzes in physisches Gold von Anfang an. Dieses liefert natürlich keinen aktiven Ertrag, aber schafft Sicherheit in Zeiten von Inflationssorgen und federt somit Kursverluste von Anleihen ab. Es geht hier also um eine Versicherungskomponente.

Schritt 2: Aufteilung Ihres Kapitals in verschiedene Kategorie und Anlageklassen

Wenn Sie nun Ihre benötigte Bruttorendite berechnet haben, ist es an der Zeit, Ihr Kapital auf verschiedene Kategorien und Anlageklassen zu verteilen. Dies kann, je nach Zielrenditen natürlich völlig verschieden ausfallen.

Generell würde ich an Ihrer Stelle darauf achten, dass Sie in die folgenden übergeordneten Kategorien auf jeden Fall investieren:

Und ideal ist natürlich das zusätzliche Generieren von Einkommen durch risikoreduzierte Optionsstrategien (Covered Calls, Naked Puts, etc.), wenn Sie bereits in Ihrem Wissen bzw. Ihrer Börsenerfahrung etwas fortgeschrittener sind.

Doch wie sollte es dann in den einzelnen Kategorien weiter gehen?

Da dies sehr allgemein ist, erscheint es mir als beste Lösung, wenn ich Ihnen in den nächsten Tagen drei Beispielvarianten vorstelle.

Ich werde die folgenden Fälle betrachten:

  • Situation A: Es ist so gut wie kein Investmentkapital vorhanden. Sie möchten sich ein Einkommensportfolio erst einmal aufbauen und müssen monatlich sparen
  • Situation B: Es sind 10.000 EUR vorhanden und Sie verfügen über Grundwissen an den Märkten
  • Situation C: Wir bewegen uns im Bereich von 50.000 EUR und mehr und Sie sind ein routinierter Anleger, der sich auch bereits mit Optionen auskennt.

Auf diese Weise sollte dies für Sie deutlich greifbarer werden. Das allgemein beschriebe Vorgehen kennen Sie jedoch hiermit und darauf werde ich mich dann ab morgen auch stützen.

Beste Grüße und Ihnen allen noch einen schönen Abend

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Über den Autor Alexander Hahn

Alexander Hahn stieß Ende 2007 zum Investor Verlag und ist Chefanalyst des kostenlosen Newsletters Value Daily.

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