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In was kann man heutzutage überhaupt noch investieren?

immer wieder erhalte ich die Frage, in was man denn heutzutage überhaupt noch langfristig investieren könne. Ist die „Buy & Hold“-Methode wirklich tot, wie einige Börsianer behaupten?

„Kaufen und Weglegen“ halte ich, was die breiten Märkte angeht, die nächsten Jahre tatsächlich für relativ sinnfrei. Viel mehr ist es aus meiner Sicht wichtig, in der richtigen Asset-Klasse positioniert zu sein (siehe etwa Gold die letzten Jahre) oder eben Investments zu haben, die entsprechend unabhängig von den breiten Märkten laufen.

Nun bin ich kein Verfechter der Portfoliotheorie, sondern betrachte Investieren eher als einen emotionslosen, militärisch-taktischen Prozess. Als Anleger schicke ich mein Geld in die Schlacht und teile es auf verschiedene strategische Positionen auf. Hierbei möchte ich natürlich, dass meine Soldaten das Gefecht überleben und versuche somit stets sicherzustellen, dass meine Truppen bestmöglich geschützt und unnötige Risiken vermieden werden. Nun gewinnt man allerdings keinen Krieg, wenn man nicht auch bereit ist, anzugreifen.

Kein militärischer Vorstoß kann gelingen, wenn man seine Truppen zu dünn auf zu viele Schlachtfelder verteilt. Diversifikation setze ich daher nur im sehr engen Sinn ein und halte mehr davon, sich auf die besten Assetklassen zu konzentrieren und dort das Risiko in der einzelnen Position konsequent und streng zu managen. Gleichzeitig gilt es, den Gegner (d.h. den Markt) stets genauestens auszukundschaften und seinen nächsten Angriff vorherzusehen und abzuwehren.

Wer „mehrdimensional“ denkt, findet weitere Lösungen

Natürlich gibt es zahlreiche, naheliegende Alternativen zum reinen Kaufen vs. Verkaufen. Sie können sich von der Marktlage relativ einfach abkoppeln, indem Sie z.B. auf Pair-Trades zurückgreifen. Damit kann Ihnen völlig egal sein, was der breite Markt macht.

Ich darf Ihnen hier bei Investoren Wissen keine konkreten Empfehlungen geben (dafür gibt es meinen Dienst US-Options Extreme), aber eine Chance, an die ich hier etwa denken könnte, wäre der Ölsektor im Moment. Durch die BP-Ölpest erlitt der Sektor einen ziemlichen Schaden und es floss einiges an Geld dort heraus. Es ist jedoch nicht so, dass der gesamte Ölsektor fundamental tatsächlich im gleichen Maße an den Folgen dieser Katastrophe leiden wird. Wer hier genau schaut, könnte z.B. als Longseite eines solchen Pairtrades einen Wert aus dem Sektor finden, der von der Katastrophe kaum getroffen wird, und als Shortseite einen Wert suchen, welcher durch die Folgen der Katastrophe (und die wohl neuen Gesetze, die hier als Reaktion erlassen werden) unter die Räder kommen wird.

Auf diese Weise ließe sich ein Investment bauen, welches nur davon abhängt, ob die Longseite die Shortseite performancetechnisch hinter sich lässt. Der Gesamtmarkt ist hierbei so gut wie überhaupt nicht von Bedeutung.

Was kann ich als Anleger also tun?

Ich denke, Sie können die aktuellen Schwierigkeiten recht gut auf zwei prinzipielle Weisen umgehen:

  1. Analysieren Sie die verschiedenen Anlageklassen sehr genau und setzen Sie noch stärker auf die besten unter ihnen.
  2. Machen Sie sich von den Bewegungen des Gesamtmarkts frei und setzen Sie alternative Strategien (wie etwa das Pair-Trade-Beispiel ein) bzw. greifen Sie zu marktneutralen Investments (wie z.B. speziellen marktneutralen Investmentfonds, etc.)

Natürlich erhebt diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Sie ein guter Stockpicker sind und viel Geduld haben, können Sie natürlich genauso auf stark unterbewertete Aktien setzen. Und sicher gibt es auch darüber hinaus noch weitere, komplexere Ansätze.

Mit am einfachsten halte ich hierbei allerdings die zwei oben genannten Punkte.

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Über den Autor Alexander Hahn

Alexander Hahn stieß Ende 2007 zum Investor Verlag und ist Chefanalyst des kostenlosen Newsletters Value Daily.

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