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Gibt die Wall Street Donald Trump auf?

Der Typ ist eine Zumutung. Da gibt es überhaupt keinen Zweifel. Der französische Präsident François Hollande hat sich jetzt drastisch zu Wort gemeldet. Trump löst bei Hollande „ein Gefühl von Brechreiz“ aus.

US-Börsen unter Demokraten auch gut gelaufen

Auch die Wall Street scheint zunehmend Schluckbeschwerden zu bekommen. Die Zahl der Republikaner, die vom Trump-Zug abspringen und stattdessen Hilly Clinton unterstützen wird immer größer. Und jetzt kommen noch die Wall-Street-Größen hinzu, die überwiegend Republikaner sind.

Obwohl die US-Börsen in der Vergangenheit mit einem demokratischen Präsidenten recht gut gelaufen sind. Ein republikanischer Präsident muss noch lange keine gute Wirtschaftspolitik machen, von Außenpolitik mal ganz abgesehen.

Wall Street: Bisher heimliche Trump-Wähler

Noch im Mai 2016 gab eine überwiegende Mehrheit von einflussreichen Wall-Street-Größen in einer anonymen Befragung zugegeben, dass sie planten, heimlich Trump zu wählen. Zwei Monate später hat sich das Bild gedreht.

Nach den letzten Parteitagen der Republikaner und Demokraten wurde die anonyme Befragung noch einmal durchgeführt. Und siehe da, von den befragten Wall-Street-Größen würden jetzt über 60% für Clinton wählen.

Verprellt Clinton die Wall Street?

Es ist bekannt, dass Clinton Millionen an Wahlkampf-Geldern von der Wall Street erhalten, obwohl sie sich kritisch gegenüber der Finanzbranche geäußert hat. Das muss sie auch, um die Basis der links orientieren Anhänger des Demokraten Bernie Sanders zu bekommen.

Für Hillary Clinton ist das ein Spagat: Sie muss sich kritisch gegenüber der Finanzbranche äußern, um Wählerschichten zu gewinne, darf aber gleichzeitig die Wall Street nicht verprellen. Für Clinton ist das ein Risiko.

Unsicherheit ist Gift für die Börsen

Für Trump ist das Risiko aber noch größer. Denn Clinton hat als Senatorin von New York Qualitäten bewiesen, die man beim unberechenbaren Trump vermisst. Und Unsicherheit ist Gift für die Aktienmärkte.

Mit den Ausfällen gegen gefallenen US-Soldaten hat Trumpf jetzt den Bogen überspannt. Selbst für eingefleischte Republikaner sind das ein paar rote Linien zu viel. Trotzdem ist das Rennen ums Weiße Haus offen.

Die anhaltenden Ausfälle von Trump scheinen einfacher strukturierte Amerikaner noch immer zu begeistern. Es wird knapp werden, und Trump als US-Präsident hat die Wall Street noch nicht eingepreist. Das bedeutet: Trump kann die Börsen bewegen – nach unten!

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Über den Autor Volkmar Michler

Volkmar Michler, Jahrgang 1964, ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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