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Geldpolitik: Yellen deutet weitere Zinserhöhung an

Die Wirtschaftsdaten vom vergangenen Freitag waren überwiegend positiv und stützten somit die Kurserholung der Vortage an den Börsen. So konnte die Schätzung für das US-BIP-Wachstum im ersten Quartal leicht von ursprünglich 0,5 % auf 0,8 % nach oben angehoben werden.

Für einen auf das Gesamtjahr hochgerechneten Wert ist dies immer noch nicht berauschend, zudem wurden die Erwartungen von 0,9 % knapp verfehlt. Vor allem die stagnieren Konsumausgaben dürften hier anhaltende Sorgen bereiten.

Auch das US-Konsumklima selbst (ermittelt von der Universität Michigan) lag am Freitag nur noch bei final 94,7 Punkten und damit deutlich unter dem vorläufigen Wert von 95,8 Zählern, immerhin steigend von einem Vormonatswert von 89 Punkten.

US-Notenbankchefin deutet „möglicherweise“ einen Zinsschritt an

Das eigentliche marktbewegende Ereignis war jedoch das Podiumsgespräch zwischen Greg Mankiw und US-Notenbankchefin Janet Yellen.

Neben dem üblichen Eigenlob deutete Yellen hier nämlich eine unmittelbar bevorstehende, weitere Zinserhöhung an. Grundtenor: Es sei angemessen, die Zinsen schrittweise zu erhöhen. „Möglicherweise“ in den nächsten Monaten.

Der Arbeitsmarkt habe sich stark erholt und befindet sich nahe der Vollbeschäftigung. Trotzdem bestehe weiter Raum für Verbesserung. Die Märkte reagierten zunächst etwas geschockt, konnten sich aber im späteren Verlauf wieder erholen.

Was die Notenbank zur (bisher immer noch rein verbalen) Beschleunigung des Zinserhöhungstempos treibt, sind jedoch nicht starke Konjunktur oder stabile Börsen, sondern ganz andere, eher unerfreuliche Faktoren: nämlich die anziehende Inflation und ein überhitzender Wohnimmobilienmarkt mit stark spekulativ getriebenen Preisanstiegen.

So sieht die Bank of America die Inflation in einem bullischen Szenario aufgrund des Basiseffekts beim Ölpreis bereits auf 3,5 % im Vergleich zum Vorjahr anziehen!

Ursache für die Eile ist die anziehende Inflation

Aktien dürften in einem stark inflationären Szenario nicht unbedingt zulegen, weil die Unternehmensgewinne noch mehr unter Druck geraten werden als das ohnehin in den vergangenen Quartalen schon der Fall war.

Der Gewinner dieses Szenarios wäre zweifellos Gold, m. E. auch andere Rohstoffe wie etwa Öl. Von daher könnte der aktuelle Versuch einer Sommer-Rally an den Aktienbörsen etwas kurzlebig ausfallen, während die derzeitige Korrektur bei Gold eine schöne Einstiegschance bieten würde.

Zu Wochenbeginn (Feiertag in den USA) dürften die dünnen Umsätze bei den US-Futures jedoch noch das genaue Gegenteil suggerieren: tendenziell steigende Börsen fallende Edelmetalle.

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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