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Für Einsteiger: Bullenmarkt und Bärenmarkt

 

Liebe Leser,

immer wieder ist an der Börse von Bullen- und Bärenmärkten die Rede.

Nahezu jeder Anleger weiß natürlich, dass Bullenmärkte für Märkte mit mittel- bis längerfristig steigenden Kursen stehen und Bärenmärkte hierzu das Gegenteil bilden.

Doch wann ist ein Aktienmarkt eigentlich genau in einem Bullenmarkt und wann in einem Bärenmarkt?

Definitionen hierfür gibt es einige und die Schwierigkeit beginnt nicht selten schon damit, was man eigentlich unter „dem Markt“ verstehen möchte.

Für den US-Markt wird gerne als Stellvertreter (auch „Proxy“ oder „Market Proxy“ genannt) der S&P 500 Index gewählt. Auch ich wähle diesen Index, jedoch nicht die Standardversion, welche kapitalisierungsgewichtet ist (d.h. Firmen mit höherer Marktkapitalisierung haben im Index deutlich mehr Gewicht, was zu Verzerrungen führen kann), sondern eine etwas abgewandelte Form, die gleichgewichtet ist (d.h. bei der Indexzusammenstellung kommt jeder Firma unabhängig von ihrer Marktkapitalisierung „eine Stimme“ im Index zu). Die so erhaltenen Daten sind m.E. in vielen Situationen deutlich aussagekräftiger.

 

Bullenmarkt und Bärenmarkt aus technischer Sicht

Die meisten von Ihnen kennen wahrscheinlich von der technischen Aktienanalyse her die 200-Tage-Linie. Durchbricht ein Aktienkurs die Linie von unten nach oben, kann dies zu Kursanstiegsbewegungen führen, durchbricht er die Linie von oben nach unten zu Kursverlusten. In anderen Worten: Die 200-Tage-Linie wird oft als eine wichtige Unterstützungs-  bzw. Widerstandslinie betrachtet.

Dies mag bei einzelnen Aktien sehr gut funktionieren, aber für den breiten Markt eignet sich die 200-Tage-Linie m.E. nicht, wenn Sie klären wollen, ob wir einen Bullen- oder einen Bärenmarkt haben.

Viel mehr möchte ich Ihnen die folgende erste (und einfache) Definition nahe legen, um von Bullen- oder von Bärenmärkten im US-Aktienmarkt zu sprechen (wir werden das ein anderes Mal noch präzisieren). 

Ein Bullenmarkt liegt im US-Aktienmarkt aus technischer Sicht dann vor, wenn der S&P 500 EW (=equal weight / gleichgewichtet) überhalb seines exponentiellen 20-Monats-Schnitts (auch EMA(20) abgekürzt, EMA für „exponential moving average“) liegt. 

Wir sprechen von einem Bärenmarkt im US-Aktienmarkt aus technischer Sicht, wenn der Kurs des S&P 500 EW unterhalb seines EMA(20) liegt.

Natürlich gibt es noch genauere Definitionen, aber für den Anfang dürften Sie damit sicher ganz gut bedient sein.

 

Beste Grüße

 

Alexander Hahn

 

P.S.: Übrigens erhalten Sie Charts des S&P 500 EW Index beispielsweise bei www.bigcharts.com oder www.stockcharts.com; bei Bigcharts wird der Index abgekürzt als SPXEW, bei Stockcharts müssen Sie hier noch ein Dollarzeichen davorsetzen.

 

 

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Über den Autor Alexander Hahn

Alexander Hahn stieß Ende 2007 zum Investor Verlag und ist Chefanalyst des kostenlosen Newsletters Value Daily.

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