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Die wichtige Schlussfolgerung aus dem volatilen Jahresauftakt

Da können wir uns ja auf einiges gefasst machen. Wenn die ersten Handelstage des neuen Börsenjahres 2016 eine Indikation für den Rest des Jahres sind, dann wird es eine heftige Achterbahn-Fahrt werden.

Die Probleme im Mittleren Osten werden dabei als Erklärungsmodell völlig überbewertet. Man liest und hört wieder mal vom „Flächenbrand“.

Aber wer längere Zeit in der Region verbracht hat (wie ich es 2011 tat), der weiss: Diese Panikmache wird jedes Mal von der Presse ausgepackt, wenn etwas Schreckliches im Mittleren Osten passiert. Damit schafft man Schlagzeilen – aber mit den realen Fakten hat dies nichts zu tun.

Und ich kann dies (im Gegensatz zu den „Flächenbrand“-Panikmachern) beweisen: Der Beweis ist im Mittleren Osten immer die Entwicklung des Ölpreises.

Er spiegelt wider, wie real ein „Flächenbrand“ ist. Der Ölpreis hat auf die schrecklichen Taten in Saudi Arabien und die Spannungen zwischen Saudi Arabien und dem Iran praktisch überhaupt nicht reagiert.

Es gab am Jahresanfang einen kurzen Anstieg, der dann aber sofort wieder abverkauft wurde. Nur einen Tag später stand der Ölpreis schon wieder da, wo er Ende 2015 notierte. Das sind keine Kursentwicklungen, die wir sehen würden, wenn das Puverfass im Mittleren Osten tatsächlich explodieren sollte.

Die China-Sorgen sind eine andere Story. Das ist real – aber auch nicht neu. Wir hatten bereits letzten Sommer einen Börsencrash in China aufgrund von Hard Landing-Chancen.

Auch hier gilt: Die Kurseinbrüche haben wenig mit aktuellen Entwicklungen zu tun. Vielmehr lautet die wirklich wichtige Schlussfolgerung über den Jahresauftakt an der Börse: Die Börsen-Stimmung wird immer negativer. Und das ist gefährlich!

Vergessen Sie DAX 12.000 Punkte – Wir haben eine neue Börsensituation

Börse ist primär Psychologie. Erst danach kommen die Fakten. Es ist also wichtiger die aktuelle Marktpsychologie richtig zu erkennen, als eine KGV-Bewertung auf die 2. Stelle hinter dem Komma auszurechnen. Der Jahresauftakt hat uns gezeigt, dass die Stimmung inzwischen negativ ist.

Vergessen Sie die Rallye im 1. Quartal 2015 und die „gute, alte Zeit“. Die ist erst mal vorbei. Fakt ist: Die Börsen-Stimmung verschlechtert sich. Die Börsen in Europa und den USA reagiert auf negative Nachrichten inzwischen mit überdurchschnittlichen Abschlägen – das ist nicht das psyhcologische Marktumfeld in einer Haussephase.

Mir gefällt diese Entwicklung ganz und gar nicht. Auch wenn ich weiterhin den deutschen Aktienmarkt als klaren Outperformer in 2016 sehe, so haben uns die ersten Handelstage 2 wichtige Punkte gezeigt, die wir im neuen Börsenjahr beachten müssen:

  1. Die Chancen liegen in 2016 bei Einzelwerten und nicht bei Index-Investments. Vor 1 Jahr konnten Sie einen ETF auf den DAX kaufen und verdienten im 1. Quartal prächtig. In 2016 ist die Situation anders. 2016 wird ein klassisches „Stockpicker-Jahr“, wo man mit den richtigen Einzelaktien erfolgreich sein wird.
  2. Flexibilität ist Trumpf. In 2016 ist stures „Buy and Hold“ nicht gefragt. Sie müssen flexibel auf die Börsenentwicklungen reagieren, indem Sie auch mal Gewinne mitnehmen oder Positionen verkaufen, wenn die Wolken dunkler werden.
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Über den Autor Daniel Wilhelmi

Daniel Wilhelmi ist Jahrgang 1972 und gehört zu der „neuen Generation“ der Finanzjournalisten, die das Erbe der großen bekannten Namen aus TV und Zeitungen antreten.

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