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Der wichtigste Börsenmonat, über den kaum jemand in Deutschland sprich

Bevor ich wieder auf Myanmar zu sprechen komme, möchte ich auf den Monat „März“ und seine Bedeutung in dem Börsenzyklus zu sprechen kommen. Einige von Ihnen werden sich vielleicht jetzt fragen: „März? Was hat denn der März für eine Bedeutung?“. Eine durchaus berechtigte Frage.

Denn eigentlich gelten ja der Mai und der September bzw. der Oktober als die entscheidenden Monate. Nicht umsonst gibt es die bekannte Börsenweisheit: „Sell in May and go away, but remember to come back in September“ (zu Deutsch: „Verkaufe im Mai, aber erinnere Dich daran im September wieder zurückzukommen“).

Natürlich hat diese Weisheit ihre Berechtigung. Aber tatsächlich hat der Monat März im aktuellen Jahrtausend eine noch wichtigere Bedeutung. Seit der Jahrtausendwende gab es vier große Trendwenden an den Aktienmärkten. Und drei dieser vier Trendwenden begannen im Monat „März“. Das ist eine unglaublich hohe Quote von 75%.

Wie Sie wissen, sind an der Börse Trefferquoten von 51% schon akzeptabel – denn es bedeutet, dass man bei einer konsequenten Umsetzung am Ende mehr gewinnt als man verliert und damit Geld verdient. Aber 75% – das ist eine Größenordnung, wo erfahrene Börsianer sehr aufmerksam werden.

Schauen Sie selbst: Die erste große Trendwende war das Platzen der „New Economy“-Blase im Jahr 2000 – und die begannt im März. Der Markt drehte von oben nach unten.

Drei Jahre später kam es dann zur nächsten Trendwende: Im März 2003 begann die neue Aufwärtsbewegung, dieses Mal getragen von den Value-Werten aus der zweiten Reihe.

 

Kommt jetzt eine Trendwende an den Märkten?

Die in 2003 gestartete Rallye ging bis Ende 2007/Anfang 2008 (je nach Markt). Dann brach die Finanzkrise über die Märkte hinein. Dies ist der eine Fall, wo eine Trendwende nicht im März startete. Denn im März 2009 erreichten die meisten Märkte ihre Tiefpunkte und drehten nach oben (einige Emerging Markets hatten bereits im Herbst 2008 gedreht, aber die große Trendwende begann im März 2009).

Deshalb fragen sich Börsianer an der Wall Street, ob wir nun auch diesen März wieder eine Trendwende sehen. Diese wäre dann also ein Ende der laufenden Aufwärtsbewegung und der Beginn einer neuen Abwärtsbewegung. Immerhin haben viele prominente Börsianer wie Jim Rogers oder Marc Faber schon vor Wochen warnend die Finger gehoben.

Zuletzt wackelten die Börsenkurse angesichts der Zypern-Krise ganz gewaltig. Tatsächlich muss man konstatieren, dass die Art, wie der Dow Jones ein neues Allzeithoch markierte und der DAX kurz über 8.000 Punkte sprang, geradezu ideal für eine Bullfalle sind. Doch in diesem Fall gehe ich nicht davon aus, dass wir im März eine Trendwende einläuten.

Eine Korrektur ist absolut überfällig. Und sie wird kommen – entweder jetzt oder in einigen Monaten. Denn die Märkte sind seit November 2012, und wenn man sich den Chart anschaut in Wirklichkeit sogar seit Juni 2012 rasant angestiegen. So ist der DDAX seit Anfang Juni 2012 um knapp 35% angestiegen.

Das ist ein gewaltiger Schluck aus der Performance-Pulle. Da ist eine Korrekturphase völlig normal und gesund. Aber mit einer Trendwende hat dies nichts zu tun. Diese würde erst beginnen, wenn der langfristige Aufwärtstrend von 2009 gebrochen wird – und bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe.

Have a successful day,

 

Ihr

 

Daniel Wilhelmi

 

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Über den Autor Daniel Wilhelmi

Daniel Wilhelmi ist Jahrgang 1972 und gehört zu der „neuen Generation“ der Finanzjournalisten, die das Erbe der großen bekannten Namen aus TV und Zeitungen antreten.

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