MenüMenü

Börse: Der russische Aktienmarkt ist trotz Kriegsgefahr attraktiv

Russland steuert zielsicher auf einen Krieg mit seinem Nachbarn Ukraine hin. Anleger reagieren entsetzt und ziehen ihr weniges noch in Russland verbliebenes Kapital ab. Russische Aktienkurse stürzen ebenso ab wie der Außenwert des Rubels. Doch gerade jetzt kann die Zeit für günstige Käufe gekommen sein.

 

Noch nie war der Rubel für Europäer so billig

Als Mitte 2013 in Russland  Elvira Nabiullina das Zepter in der Notenbank übernahm, sprach sie sich für wirtschaftliche und politische Reformen in ihrem Land aus. Sie wollte die Wettbewerbsfähigkeit Russlands ordnungspolitisch verbessern. Obwohl sie vor ihrer Zeit als Notenbankchefin eine der wenigen Berater Putins war und wohl kaum gegen seinen Willen Notenbankpräsidentin wurde, ist es mit politischen Reformen in Russland nicht weit her.

Nabiullinas Widersacher forderten sofort nach ihrem Amtsantritt eine Währungsabwertung zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Obwohl sie einer erzwungenen Abwertung eine Abfuhr erteilte, wertet der Rubel während ihrer ganzen Amtszeit ab. Beschleunigt haben die Abwertung nun ausgerechnet Putins Kriegspläne auf der Krim. Der Euro erreichte heute den höchsten Wert aller Zeiten gegenüber dem Rubel.

Anleger verkaufen ihre russischen Aktien und bringen das Geld aus dem Land. Um die Kapitalflucht einzudämmen, erhöhte die Zentralbank heute den Einlagenzinssatz um 150 Basispunkte auf 7%. Geholfen hat es bisher nichts. Ich bin dennoch der Ansicht, dass sowohl russische Aktien als auch der russische Rubel selbst gerade jetzt attraktive Kaufchancen bergen.

 

Russische Aktien waren und sind vergleichsweise billig

Russische Aktien zählten gemessen an den Unternehmensgewinnen schon vor den jüngsten Abverkäufen zu den günstigsten weltweit. Mögliche Sanktionen oder Boykotte des Westens werden die russische Wirtschaft kaum treffen. Russland exportiert vor allem Rohstoffe – und die will der Westen auch weiterhin haben. Gleichzeitig importiert Russland nur etwa halb so viel, wie es exportiert. Eine Währungsabwertung trifft das Land also nicht so hart wie Importnationen wie die Türkei.

Genauer gesagt ist eine Abwertung sogar von Vorteil.  Die Kosten für Rohstoffexporte werden hauptsächlich in Rubel fakturiert, die Einnahmen jedoch in harten Devisen wie Dollar und Euro. Wenn die Ausgaben in Rubel gleich bleiben, dank der Währungsabwertung aber jetzt jeder eingenommene Euro 50 statt 45 Rubel wert ist, verdienen die Unternehmen auf einen Schlag 11% mehr.

In Zeiten globaler Niedrigzinsen und -renditen wird es nicht lange dauern, bis das auch die ersten Großinvestoren erkennen. Investitionen in Russland bergen größere Risiken als in Deutschland – doch die Rendite-Chancen sind aus meiner Sicht ebenfalls größer.

 

Aktien kaufen Sie besser vor dem Krieg

Schauen wir auf die Zeit des letzten Irakkrieges zurück, so stellen wir fest, dass genau jetzt die wahrscheinlich beste Zeit zum Investieren ist. Im Vorfeld des Irakkrieges sanken die Aktienkurse – und sie stiegen nach Beginn des Krieges. Diesem an sich unlogischen Kursverhalten liegt ein durchaus logisches Muster zugrunde: Schwebt die Kriegsgefahr über den Märkten, herrscht Unsicherheit. Hat der Krieg begonnen, herrscht zumindest bei so klaren Kräfteverhältnissen wie im Falle USA-Irak oder Russland-Ukraine Klarheit. Und Klarheit ist stets ein guter Dünger für wachsende Aktienkurse.

Daher halte ich den spekulativen Kauf russischer Aktien – zum Beispiel mit Index-Zertifikaten – derzeit für durchaus chancenreich.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

Regelmäßig Analysen über Börse erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Thomas Kallwass. Über 344.000 Leser können nicht irren.