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Der Markt beginnt einen Präsidenten Trump zu fürchten

Sechs Tage sind es noch bis zur Wahl in den USA – und die beeinflußt ganz klar auch die Börsen. Schließlich hat Donald Trump, obwohl ein Mann der Wirtschaft, bereits weitreichende Eingriffe in den freien Markt und eine Politik der Abschottung der USA angekündigt.

Liebling der Börsianer ist daher nach wie vor Hillary Clinton und auch in Umfragen führt sie noch. Der Abstand zu Donald Trump ist allerdings nicht sehr groß.

Mit dafür verantwortlich ist auch die Bombe, deren Platzen mitten im Wahlkampf Wikileaks-Gründer Julian Assange schon vor Monaten ankündigte. Neben den zahlreichen Dokumente von Wikileaks veröffentlichten Dokumenten aus Clintons Wahlkampf-Team ist das auch die Neueröffnung der Untersuchung von Clintons eMail-Verkehr aus ihrer Ministerzeit.

Auch die Gerüchte, ihre Team könnte vor den TV-Duellen bereits die Fragen von der Redaktion erhalten haben, kommen Clinton nicht gerade gelegen.

Schon einmal lagen Demoskopen, Wettbüros und Anleger daneben: beim Brexit. Damals rechnete auch niemand so recht mit einem Brexit, kurz vor der Abstimmung stieg das Pfund sogar kräftig. Der Knall war dann nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses umso lauter.

Warum sollten also die US-Amerikaner jetzt nicht auch so wählen, wie es kaum jemand für möglich hält? Man hat schließlich auch schon einen Schauspieler oder George W. Bush zum Präsidenten gemacht.

Der Devisenmarkt, der größte Finanzmarkt der Welt, hält eine Wahl Trumps offenbar wieder für möglich. Interessant ist dabei ein Blick auf die Relation des mexikanischen Peso zum US-Dollar. Der wertete in den letzten Tagen rasch ab. Denn unter Präsident Trump dürften die Beziehungen zwischen Mexiko und den USA stark leiden.

Der VIX, der CBOE Volatility Index, steigt auch seit Tagen. Er gibt die von den Marktteilnehmern erwartete Schwankungsintensität der Aktienkurse an. Der VIX notiert auf dem höchsten Stand seit Mitte des Jahres, ist aber nach wie vor relativ niedrig.

Prognosen sehen den Dow Jones 20% niedriger, sollte Donald Trump die Wahl gewinnen. Der Goldpreis würde um den gleichen Prozentsatz steigen. Ich selbe halte solche Prognosen für Unsinn – wie soll man solche Marktreaktionen sinnvoll prognostizieren können?

Dass es nach der Wahl Trumps einige Unruhe an der Börse geben wird, ist aber klar. Denn niemand weiß genau, wieviel er am Ende versuchen wird, von seinen Ankündigungen auch umzusetzen.

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Über den Autor Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

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