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Börsenpsychologie: Behavioral Finance

 

der wissenschaftliche Forschungsbereich „Behavioral Finance“ hat einige sehr lehrreiche Ergebnisse vorgelegt, die den erfahrenen Börsianer allerdings nicht überraschen können. Die Wissenschaftler führen Laborexperimente durch, um der wissenschaftlichen Methode zu genügen, und lassen Testpersonen bestimmte Aufgaben lösen.

Bei den auf diese Weise erzielten Ergebnissen zeigt sich immer wieder, dass Menschen nicht streng rational entscheiden. Jeder Anlageberater und Börsenhändler weiß das natürlich ohnehin. Auch jedem Privatanleger, der sich selbst gegenüber ehrlich ist, kann diese Erkenntnis nicht entgangen sein.

 

Anleger entscheiden und handeln nicht immer rational

Aber zahlreiche Ökonomen scheinen davon immer noch nichts wissen zu wollen. Und das, obwohl diese Erkenntnis eine der wichtigsten Prämissen der modernen Kapitalmarkttheorie und damit die Hypothese effizienter Märkte als eindeutig nicht mit der Realität übereinstimmend kennzeichnet: nämlich die Annahme, die Akteure würden stets rational handeln. Aber was interessiert einen durchschnittlichen Theoretiker schon die Realität bzw. der Realitätsbezug seiner lieb gewonnenen Theorie?

Und tatsächlich muss ihn der Realitätsbezug im modernen, staatlich organisierten und vor allem staatlich bezahlten Wissenschaftsbetrieb auch gar nicht interessieren. Für Glasperlenspieler jedweder Couleur wurde hier ein staatlich geschütztes

Biotop geschaffen, in dem man zwar bestimmten Regeln und Gruppenzwängen folgen, sich aber ausdrücklich nicht an der oft so harten Realität messen lassen muss. Man mag sich zwar über die auf diese Weise verpulverten Steuergelder aufregen. Aber gesamtgesellschaftliche Schäden müssen nicht befürchtet werden.

Erst wenn die große Mehrheit der Praktiker dazu übergeht, realitätsferne Theorien und Modelle ihrer Arbeit zugrunde zu legen, wird es gefährlich. Wenn beispielsweise Flugzeugbauer oder Architekten es täten, dann würden ständig Flugzeuge vom Himmel fallen oder sich erst gar nicht in die Höhe schwingen und Häuser oder Brücken würden massenweise einstürzen. Da kann man geradezu von Glück reden, dass es in der Finanzindustrie immer nur um das Geld fremder Leute geht.

 

Die wichtigsten Ergebnisse des Behavioral Finance Ansatz

Im Folgenden stelle ich Ihnen in gebotener Kürze die wichtigsten Ergebnisse des Forschungsgebiets Behavioral Finance vor. Wie in der modernen Wissenschaft üblich, werden diese Ergebnisse leider selten in allgemein verständlicher Sprache formuliert.

Ich werde in meiner kurzen Darstellung die Expertensprache „übersetzen“. Denn meine Absicht besteht nicht darin, eine Gruppe von Wissenschaftlern zu beeindrucken. Stattdessen möchte ich von möglichst jedem interessierten Leser verstanden werden. Schließlich muss ich mich an einem freien Markt behaupten und Sie, meine Leser, immer wieder davon überzeugen, dass der Preis meiner Publikationen gerechtfertigt ist. Wissenschaftler befinden sich bekanntlich in einer ganz anderen Ausgangssituation.

Ich lehne mich in meiner Darstellung an die Dissertation „Anlagestrategie Behavioral Finance“ von Arthur Oliver Jannich an. Im Teil „Theoretische Grundlagen“ gibt der Autor eine sehr gute Übersicht über die „Eckpunkte der Behavioral-Finance-Theorie“ und nsbesondere über die uns hier interessierenden Varianten irrationalen Anlegerverhaltens.

Beginnen wir mit den beiden wichtigsten Ergebnissen des Behavioral-Finance-Ansatzes:

  • Marktteilnehmer verhalten sich oft irrational.
  • Dieses irrationale Verhalten ist systematisch, es kommt also zu massenhaft auftretendem irrationalen Verhalten.

Drei analytisch klar zu trennende Ursachen werden für dieses irrationale Verhalten verantwortlich gemacht:

I. Kognitive Beschränkungen des menschlichen Gehirns

II. Emotionale Einflüsse

III. Normative Einflüsse

In der Praxis trifft gewöhnlich alles zusammen. Außerdem beeinflussen sich die Punkte gegenseitig. Eine klare Zuordnung einzelner Ergebnisse zu den jeweiligen Ursachen ist deshalb nicht möglich. Aus Sicht des Praktikers ist diese Frage ohnehin irrelevant. Er muss sich mit dieser Thematik ja nur beschäftigen, um das Geschehen an den Finanzmärkten besser verstehen zu können und darauf basierend persönliche Strategien zu entwickeln, die es ihm ermöglichen, an denMärkten erfolgreich zu agieren.

 

Herzlichst, Ihr

Claus Vogt

 

ANMERKUNG DER REDAKTION:

Claus Vogt ist institutioneller Anleger, Bestseller-Autor und Chefredakteur des Börsendienstes „Sicheres Geld“. Herr Vogt hat die Krise frühzeitig vorausgesehen und wiederholt vor ihr gewarnt. Während viele Anleger 2008 ihr Portfolio stark schrumpfen sahen, empfahl er immer wieder stark profitable Kriseninvestments und zeigte seinen Lesern, wie sie sich effektiv absichern können.

Weitaus mehr Details zum Thema Behavioral Finance erfahren Sie in einer Sonderanalyse von „Sicheres Geld“, in denen Herr Vogt auch immer wieder interessante Themen aufgreift, die nicht direkt etwas mit konkreten Empfehlungen zu tun haben. Wenn auch Sie erfahren möchten, wie Sie sich vor der Krise, die früher oder später wieder aufleben wird, effektiv schützen und sogar von ihr massiv profitieren können, oder Sie einfach die „Österreichische Schule“, Behavioral Finance oder weitere Themen sehr interessieren: Der Verlag bietet ein besonderes Kennlern-Angebot für Sie an.

 

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