MenüMenü

Ausblick 2017: Börsenprofis erwarten steigende Kurse

Wir befinden uns im weihnachtlichen Endspurt. In gut zwei Wochen ist Heiligabend, in drei Wochen verabschieden wir 2016 und begrüßen das neue Börsenjahr 2017.

Ein guter Zeitpunkt also, um mit Ihnen zusammen heute einmal einen Blick zurück auf die vergangenen Monate zu werfen, ebenso wie einen Ausblick auf das kommende Jahr zu wagen.

Die Börsen rund um den Globus sind jedenfalls schon in ausgelassener Feiertagsstimmung: Der DAX kehrte gestern zurück über die 11.000-Punkte-Marke. So rosig ging es 2016 aber nicht immer zu…

Schock eins: der Brexit

Wir erinnern uns: Der Start ins Jahr 2016 lief alles andere als rund. Gleich am ersten Handelstag ging es mit dem DAX um 4% nach unten. Es war der schlechteste Jahresauftakt in der Geschichte des deutschen Leitindex. Ja, 2016 war kein leichtes Jahr für Investoren.

So manchem Anleger hat es mehrfach den Schweiß auf die Stirn getrieben. In den letzten 12 Monaten war angefangen bei Jubel, Aufregung und Kurstreibern sowie nervenaufreibenden Strohfeuern bis hin zu extravaganten Übernahmen und politischen “Schockmomenten“ wirklich alles vertreten.

Im Juni 1982 brachte die britische Punkrock-Band The Clash ihren Song „Should I Stay or Should I Go” heraus. Diese Frage stellten sich die Briten abermals in diesem Jahr: Und sie entschieden sich für ein „Go” – ganz zur Überraschung der meisten Marktexperten.

Am 23. Juni stimmten die Engländer für einen Austritt aus der EU. Seit dem Brexit-Votum sind viele Fragen offen: Ziehen die Briten den EU-Austritt wirklich durch? Oder welche Folgen wird das Referendum etwa für den Finanzplatz London haben?

Öl und Leitzins im Fokus der Börsianerschaft

Über zu hohe Benzinpreise konnten wir uns indes in diesem Jahr nicht beschweren. Ein Überangebot beim Öl ließ die Preise für das schwarze Gold purzeln. Während neben den Autofahrern auch einige Unternehmen wie etwa Fluggesellschaften von dieser Entwicklung profitierten, kamen hingegen Unternehmen der Rohstoffbranche zwischenzeitlich gewaltig unter Druck.

Und auch die leidige Diskussion um den Leitzins stand 2016 immer und immer wieder im Fokus der Börsianerschaft. Übrigens: Die Europäische Zentralbank beschloss erwartungsgemäß bei ihrer gestrigen Zinssitzung, die lockere Geldpolitik beizubehalten.

EZB-Chef Mario Draghi will sein Anleihekaufprogramm bis Dezember 2017 verlängern – lediglich das Kaufvolumen soll verringert werden. Auch der Leitzins wurde auf seinem Nullniveau belassen. Ebenso bleibt der Einlagezins für Banken bei der Notenbank weiterhin bei minus 0,4%.

Schock zwei: Donald Trump macht das Rennen

Doch zurück zu 2016: Der nächste Schock ließ nicht lang auf sich warten. Hatten die Börsianer das Brexit-Votum gerade einigermaßen verdaut, sorgte die US-Wahl für erneute Nervosität auf dem Börsenparkett. Demokratin Hillary Clinton und ihr republikanischer Gegner Donald Trump lieferten sich über Monate hinweg eine gewaltige Wahlkampf-Schlammschlacht.

Nach Trumps Sieg zum neuen US-Präsidenten rechnete das Gros der Märkte mit einer kräftigen Korrektur an den Weltbörsen, doch diese blieb aus. Der künftige Präsident will massiv investieren, unter anderem in die amerikanische Infrastruktur. Seine Pläne scheinen die Anleger schnell besänftigt zu haben.

Börsenprofis erwarten steigende Kurse in 2017

Von den beiden “Minikrisen“ – Brexit und Trump – erholten sich jedes Mal die Kurse schnell wieder, was wir natürlich als positives Signal werten. Und Sie wissen ja, an der Börse zählt bekanntlich nur der Blick nach vorn. Trotz Trump und Brexit gehen die Anleger zuversichtlich in das neue Börsenjahr. Auch Experten erwarten für 2017 steigende Kurse an den Aktienmärkten.

In Übersee rechnen die Finanzprofis 2017 mit neuen Rekorden. Für Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer gehen sie durchschnittlich von einem Wertzuwachs von über 10% aus. Das geht aus einer Kapitalmarktumfrage der Finanzzeitung EURO am Sonntag hervor, die dazu wichtige Banken und Investmenthäuser befragt hat.

Wie Sie der Tabelle entnehmen können, trauen die Experten dem DAX bis Ende 2017 im Schnitt einen Stand von 11.653 Zählern zu, wobei die höchsten Prognosen bei 12.000 Punkten für das deutsche Börsenbarometer liegen.

Für den amerikanischen Weltleitindex liegen die Prognosen in einer Bandbreite zwischen 19.000 und 21.500 Punkten. Im Durchschnitt rechnen die Profis mit einem Anstieg des Dow Jones bis auf 20.163 Zähler.

Ausblick 2017: Die Prognosen der Banken für DAX und Co.

 prognose2017

(Quelle: EURO am Sonntag)

Politische Herausforderungen

Die Experten der Deutschen Bank gehen davon aus, dass das Börsenjahr 2017 wie auch schon 2016 von politischen Herausforderungen geprägt werden dürfte. Die internationalen Aktienmärkte werden genauestens im Auge behalten, welchen Kurs Donald Trump im Weißen Haus einschlagen wird.

Auch in Europa werden wichtige politische Weichen im kommenden Jahr gestellt: In Frankreich kommt ebenfalls ein neuer Präsident an die Macht, hierzulande wählen wir einen neuen Bundestag und die Niederlande bringen sich für die Parlamentswahl in Stellung.

Zogen solche Ereignisse früher zumeist spurlos an den Börsen vorbei, können sie heute für große Unruhe an den Märkten sorgen. Grund dafür dürfte auch sein, dass viele Wähler heute vor extremen Entscheidungen nicht mehr zurückschrecken, wie wir etwa im Fall des Brexit-Votums oder der US-Präsidentschaftswahl gut sehen konnten.

Notenbanken als Stütze

Eine wichtige Stütze in turbulenten Zeiten dürften dabei nach Auffassung der Deutschen Bank weiterhin die Notenbanken bleiben. Mit niedrigen Zinsen und dem Aufkauf von Anleihen griffen sie zuletzt der Wirtschaft unter die Arme. Nicht ohne jedoch auch negative Nebenwirkungen auf den Plan zu rufen.

Die ultralockere Geldpolitik hat nämlich zur Folge, dass Sparer zusehends unter Minirenditen leiden und die Gefahr von Spekulationsblasen zunimmt. Jetzt gilt es für die Notenbanken den Expansionsgrad der Geldpolitik zu verringern, ohne dabei Verwerfungen an den Anleihemärkten hervorzurufen.

Für weiter steigende Aktienkurse sprechen indes die niedrigen Zinsen sowie eine wachsende Wirtschaft. “Die leichte Beschleunigung der Weltkonjunktur wird die Gewinne der stark exportorientierten DAX-Unternehmen ansteigen lassen“, zeigt sich Christian Kahler, Chefanlagestratege der DZ Bank, zuversichtlich.

Auch für 2017 gilt: Aktien bleiben in Zeiten einer anhaltenden Niedrigzinspolitik vor allem auch aus Dividendenaspekten attraktiv.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

Regelmäßig Analysen über Börse erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Kathrin Dörfeld. Über 344.000 Leser können nicht irren.