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Morgen, nächste Woche und übernächste Woche

es sind weiterhin die Risiko-Aufschläge der europäischen Staatsanleihen, die den Marktteilnehmern die Laune verderben. Die bisherigen Anstrengungen und Regierungswechsel nehmen nicht die Angst davor, die Schuldenkrise könne auch andere, größere EU-Staaten noch stärker treffen. Dementsprechend sind die Risikoprämien für französische Staatsanleihen auf ein Rekordhoch geklettert. Auch Barack Obama macht sich sehr große Sorgen um Europa, und er ist sich sicher, er wird deswegen auch morgen, nächste Woche und übernächste Woche“ Sorgenfalten haben. Damit will er nicht nur von den eigenen Problemen ablenken, denn nicht nur die USA möchte verhindern, dass durch die europäische Schuldenkrise die nächste Rezession der Weltwirtschaft angestoßen wird.

Der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit fünf Wochen. Eine kleine Erholung fand statt, als die Risiko-Aufschläge für europäische Staatsanleihen leicht nachgaben. Auch der unerwartet starke Anstieg der US-Industrieproduktion half der europäischen Gemeinschaftswährung. Warum? Positive Meldungen schwächen die Risikoaversion der Anleger ab und damit stützen sie die angeschlagenen Märkte – und davon gibt es derzeit ja reichlich.

Am Abend knickte dann noch einmal der Aktienmarkt – es ging gestern ständig Auf und Ab – ein. Die Warnung der Ratingagentur Fitch, US-Banken könnten durch die europäische Schuldenkrise in Schieflage geraten, kostete dem Dow Jones gegen Ende der Handelssession rund 150 Punkte. Vorbörslich sieht man dies auch unserem Dax an. Eine Eröffnung weit unter dem gestrigen Schlusskurs (5.913) scheint ausgemachte Sache zu sein.

Der Kurzüberblick:

Dax:-0,33%
Dow Jones:-1,58%
EuroStoxx50+0,62%
EUR/USD:+0,35%
Gold:-1,14%
Silber:-1,86%
Öl (Sorte Brent):-1,33%

EUR/USD: noch nichts gewonnen

Das neue Tief der gegenwärtigen Abwärtsbewegung liegt bei 1,3420. Von diesem kann sich der Euro nun aber klar distanzieren, angezählt bleibt er aber weiterhin. Gewonnen ist mit der Rückeroberung der 1,35er-Marke noch nichts. Auch wenn ich die gestern eingeschlagene Richtung richtig vorhersagte, konnte ich davon nicht profitieren, da ich mich auf den Dax konzentrierte – und mit den Short-Trades schöne Gewinn einfahren konnte (das Instinkt Trader-Musterdepot befindet sich nun auf einem Allzeithoch).

Muss die 1,35er-Marke wieder abgegeben werden, so eröffne ich eine Short-Position. Ebenso, wenn es unter die Unterstützung bei 1,3455 geht und bei einem Rutsch unter das letzte Tief bei 1,3420. Long-Trades sind denkbar, sobald nach wesentlich tieferen Notierungen die Kurszone um 1,3455 zurückerobert werden kann. Viel wichtiger erscheint aber, aus Sicht der Bullen, ob der Widerstand um 1,3555, an dem der Euro zuletzt zweimal scheiterte, endlich überwunden werden kann. Dieses bullische Signal lässt mich long gehen, denn es könnte der Anfang eines Befreiungsschlages sein.

EUR/USD – 30-Minuten-Chart – CFX Trader

euro

EUR/USD: Wieder über der 1,35er-Marke.

Wirtschaftsdaten

(darauf sollten Sie heute achten)

08:00 DE: Destatis, Erwerbstätigkeit 3Q

10:30 UK: Einzelhandelsumsatz Oktober

Prognose: -0,2% gg Vm/0,0% gg Vj; zuvor: +0,6% gg Vm/+0,6% gg Vj

14:30 US: Baubeginne/-genehmigungen Oktober Baubeginne

Prognose: -8,1% gg Vm; zuvor: +15,0% gg Vm

14:30 US: Baugenehmigungen

Prognose: +3,2% gg Vm; zuvor: -5,7% gg Vm

14:30 US: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)

Prognose: +7.000 auf 397.000; zuvor: -10.000 auf 390.000

16:00 US: Philadelphia-Fed-Index November

Prognose: +8,7; zuvor: +8,7

Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen

Till Kleinlein

Chefredakteur Instinkt Trader

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Till Kleinlein

Till Kleinlein ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Er wurde bereits sehr früh vom Börsenvirus infiziert.

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