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EZB gesteht Milliardengeschenke an Privatunternehmen

Mitglieder des EU-Parlaments kritisierten vor einiger Zeit das undurchsichtige Anleihenkaufprogramm CSPP (Corporate Sector Purchase Program) der Europäischen Zentralbank. Die EZB sah sich deshalb gezwungen, Einblick in ihre Bücher zu geben.

Dabei sind einige schockierende Fakten ans Tageslicht gekommen.

Die EZB kauft immer mehr Anleihen von minderwertigen Unternehmen auf

Laut einer Analyse der UBS Group hält die EZB insgesamt 952 verschiedene Unternehmensanleihen. 229 davon sind von Unternehmen, die mit BB+ oder Non-Rated (NR) bewertet wurden.

Außerdem hat die EZB zugegeben, dass 12 % der Unternehmensanleihen zum Zeitpunkt des Kaufes negative Renditen abwarfen.

Die EZB kauft also immer mehr Anleihen von minderwertigen Unternehmen auf und wird damit zur „Bad Bank“ – einer Abwicklungsbank, die notleidende Kredite von sanierungsbedürftigen Unternehmen übernimmt.

Zentralbank verschenkt Milliarden direkt an Privatunternehmen

Der größte Schock kommt aber erst noch. Die EZB berichtet: „Käufe unter dem CSPP werden sowohl in primären als auch in sekundären Märkten getätigt.“ Seit dem Start des Kaufprogramms „wurden 15 % der CSPP Käufe in primären Märkten getätigt.“

Der Unterschied zwischen primären und sekundären Märkten: In einem sekundären Markt werden Anleihen zwischen verschiedenen Teilnehmern gehandelt, während die Emittenten selber nicht am Handel teilnehmen.

In einem primären Markt werden die Anleihen direkt von den Unternehmen gekauft.

In anderen Worten: Die EZB verschenkt Milliardensummen an sanierungsbedürftige Privatunternehmen.

Zwischen Juni 2016 und Mai 2017 steckte die EZB pro Monat zwischen 4 und 10 Milliarden Euro direkt in private Unternehmen.

CSPP Monatliche Käufe nach Transaktionsmethode

SG (002)

Blau = Primärer Markt

Gelb = Sekundärer Markt

Diese Maßnahme ist auch als direkte Finanzierung von Unternehmen – oder „Monetarisierung“ von Schulden – bekannt. Das bedeutet nicht anderes, als das die EZB jeden Monat Milliardensummen an Unternehmen verschenkt – viele davon sind sanierungsbedürftig und mit schlechtem Rating bewertet.

Diese Unternehmen verkaufen ihre Anleihen nicht im freien Markt – sondern an eine Zentralbank, die jederzeit mehr Geld drucken kann.

Diese Machenschaften sind – gelinde gesagt – skandalös. Die EZB entwertet das Bargeld der Anleger und verschenkt gleichzeitig Milliardensummen an Großunternehmen. Viele dieser maroden Unternehmen würden ihre Anleihen niemals in einem freien Markt loswerden.

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