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Drei kritische und verstörende Faktoren im Schuldenmarkt

Die nächsten Tage werden wohl mit ein paar der wichtigsten und interessantesten in der jüngsten Marktgeschichte für viele Anleger. Was als nächstes geschehen wird, wird entweder den Weg für große Profite bereiten oder einen weiteren Abwärtsweg.

Wir machen uns Sorgen darüber, was die FED mit den Grundsätzen der Zinspolitik gemacht hat. Und während Yellen und ihre Truppen sich gerade darauf vorbereiten, das erste Mal in mehr als einem halben Jahrzehnt die Zinsen zu erhöhen, sind die Verzerrungen, die sie in der Vergangenheit im Markt geschaffen haben, einfach nur äußerst gefährlich geworden.

Anleihenmarkt – verzerrt und manipuliert

Wir haben oftmals die Zinsen als „Hormone der Wirtschaft“ bezeichnet. Wie die mächtigen chemischen Stoffe, die durch unseren Körper fließen, kontrollieren Leitzinsen die Laune, das Wachstum und die Stabilität der Wirtschaft. Der Anleihemarkt ist in diesem Bild dann das Arteriensystem, durch welches diese Hormone fließen.

Und das ist es, was uns Sorgen macht. Wohin wir auch schauen, dieser Markt – besonders der Anleihenmarkt – ist verzerrt und manipuliert. Die Schuld hierfür sehen wir bei der massiven Manipulation durch den amerikanischen Staat. Dabei haben wir hier schon mehrfach auf drei höchst kritische Bereiche hingewiesen:

Zunächst einmal gibt es Beweise dafür, dass die Auktionen der US-Staatsanleihen zugunsten der großen Banken gezinkt waren, womit die Preise unten und die Zinsen höher gehalten wurden als der Markt es natürlichweise gestattet hätte. Der Unterschied zu den Machenschaften im Libor-Skandal 2012 ist gar nicht mal so groß Aber die Effekte könnten erheblich weiter reichen.

Volatilität steigt: Das hat schwere Folgen für den Markt

Denn der Grund dafür ist, dass die Liquidität an sich ein Problem im Anleihenmarkt wird. Die Regulierungsstellen werden zunehmend besorgter über das Ausmaß an Volatilität, dass wir zunächst im Aktienmarkt sahen und was nun in den Anleihenmarkt zu kriechen beginnt. Wenn die Banken, deren Aufgabe das Bereitstellen und Betreiben des Markts ist, mehr damit befasst sind, sich die Taschen mit Arbitrage-Profiten zu füllen, dann werden sie nicht mehr das Kaufen und Verkaufen zu Fair-Market Bedingungen tun, was den Staatsanleihenmarkt weiterhin stabil funktionieren lässt.

Wenn die Volatiltität im Anleihenmarkt steigt, werden die Arterien, die den Fluss der Hormone der Wirtschaft gewährleisten, vom Effekt her einfach verstopft.Wir werden Probleme bekommen. Der wirtschaftliche Herzinfarkt.

Wohlwissend dass die Volatilität gerade am Ansteigen ist, gab uns die Chicago Board Options Exchange eine einfache Möglichkeit an die Hand, die Situation zu verfolgen. Letztes Jahr schaffte sie den 10-Year U.S. Treasury Note Volatility Index (TYVIX) – auch bekannt als den Staatsanleihen-VIX. Sie können sicher sein, dass wir uns bald diesen Chart nochmals ansehen werden, da er in den Schlagzeilen der Wirtschaftsblätter diese Woche sein wird.

Volatilität im Anstieg am Schuldenmarkt (Quelle: InvestmentU Research)

Abbildung:Volatilität im Anstieg am Schuldenmarkt (Quelle: InvestmentU Research)

Mit einer steigenden Volatilität, kommen wir nicht drumherum die Verzerrungen im Anleihenmarkt zu spüren, die dafür sorgen werden, dass die Lage weiter ansteigt. Das größte Beispiel kommt aus der gefährlichen Welt der gehebelten Hedgefonds, unsere zweite kritische und verstörende Tatsache.

Wir beobachten einen Fonds namens Element Capital, der im zweistelligen Milliardenbereich US-Staatsanleihen bei Auktionen aufgekauft hat. In der Tat war der Fonds sogar der größte Käufer von Staatsanleihen in mehr als zwei Dutzend Anleihenauktionen im letzten Jahr. Das ist verstörend.

Es ist nicht China, das Washingtons Schulden kauft. Es ist diese Tage nicht einmal Janet Yellen. Es ist der skrupellose Trader Jeffrey Talpins und sein geheimniskrämerischer Fonds Element Capital. Und was diese Leute mit den Schuldentiteln tun, ist absolut angsteinflößend. Sie nutzen die Hebelwirkung, um die Aktionen der Federal Reserve auszubeuten. Sie nutzen die Zinsmanipulation der FED aus, um von kurzfristigen und langfristigen Anomalien zu profitieren.

Um es einfach zu sagen, Element Capital – und andere Kandidaten der Sorte – platzieren Milliardenwetten darauf, in welche Richtung sich die nationalen Leitzinssätze bewegen werden.

Aber was geschieht, wenn sie die falsche Wette eingehen?

Wir werden ein Auge auf den obigen Chart halten, um eine Antwort zu erhalten. Es ist sehr ähnlich wie mit der Aktion in den Derivatemärkten im Jahr 2008. Wenn Trades wie dieser rückabgewickelt werden, blühen uns massive Verzerrungen in einem der weltweit wichtigsten Märkte. Bewegungen wie diese sind es, weshalb Washington den Schuldenmarkt genau unter die Lupe nimmt. Sie wissen, dass nur ein paar falsche Bewegungen eines überhebelten Spielers die amerikanische und internationale Wirtschaft extrem hart treffen könnten.

Dies führt uns zum dritten und verstörenden Punkt. Es gibt eine gute Chance, dass Sie direkt in diesen Kampf miteinbezogen werden. Wenn Sie in etwa einen durchschnittlichen Anleger befragen, dann hat er gerade seine Aktien im aktuellen Volatilitätssturm (gegen unseren Ratschlag) abgestoßen. Vor einigen Tagen erfuhren wir, dass die Masse der Anleger 19 Milliarden an Aktienfonds glattgestellt haben. Und das alleine letzte Woche. Damit beträgt die Vierwochensumme nun wahnsinnige $49 Milliarden US-Dollar an Mittelabfluss. Das ist schlecht genug, aber es wird noch schlimmer. Das Geld springt aus der Frittierpfanne ins Feuer.

Es wird alles in den Schuldenmarkt gehen. Ja, die Anleger entnehmen eine riesige Menge und stecken sie in „sichere Investments“, die sie kennen. Die 10-Wochen-Spanne aus Zuflüssen ist die größte Bewegung dieser Art seit mehr als vier Jahren. Und das Problem ist, dank nahezu einem Jahrzehnt offensichtilicher Marktmanipulation sind die US-Schatzanleihen womöglich nicht mal ansatzweise so sicher, wie die meisten jetzt denken.

Es gibt Probleme im Staatsanleihen-Markt. Dieser ist manipuliert und wir werden ausgespielt. Und Sie bringt man in die Position zum Scheitern.

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Über den Autor Investor Verlag

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