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US-Weihnachtsgeschäft mit neuen Rekorden gestartet

Viele Traditionen aus den USA sind in den vergangenen Jahren auch zu uns „herübergeschwappt“. So lieben wir Deutschen es mittlerweile, uns an Halloween gruselig zu kostümieren und unsere Häuser mit ausgehöhlten, leuchtenden Kürbissen zu dekorieren. Neuester „Trend“ ist das Shoppen. Galten der Black Friday und Cyber Monday einst als typische „US-Gebaren“, so haben auch wir der Shopping-Lust in den letzten Jahren an diesen beiden Tagen reichlich viel Platz eingeräumt.

Für den Einzelhandel ein florierendes Geschäft, für uns Bürger einfach ein weiterer „offizieller Anlass“, um auf Shopping-Tour zu gehen und vielleicht bereits nach dem einen oder anderen Schnäppchen für Weihnachten Ausschau zu halten.

Mit dem Black Friday, dieses Jahr fiel er auf den 24. November, startet in den USA traditionell die Weihnachtsverkaufssaison. Viele Einzelhändler nutzen die Kauflaune der Amerikaner an diesem Tag aus und locken die Kunden mit Rabatten, Sonderangeboten und längeren Öffnungszeiten in die Shopping-Malls und Geschäfte. Während der Black Friday vor allem im stationären Einzelhandel die Kassen zum klingeln bringt, ist der darauffolgende Montag, der Cyber Monday (27. November 2017), das entsprechende Gegenstück im World Wide Web.

Wer von Ihnen am vergangenen Wochenende in den deutschen Innenstädten unterwegs war, hat mit Sicherheit die eine oder andere Rabattaktion, endlose Schlangen an den Kassen, volle Geschäfte, etc. vernommen. Sogar in einer eher beschaulichen Stadt wie Fulda war bereits vier Wochen vor dem Weihnachtsfest die Hölle los. Dabei war ich eigentlich nur auf der Suche nach einem neuen Küchenmesser, mein altes hatte ich einen Tag zuvor gekonnt „entschärft“.

Jedenfalls bin ich am Samstag mehr oder weniger versehentlich in die Verkaufstumulte geraten. Und da ich ja aber schon einmal mitten drin steckte, habe ich mir dann auch das eine oder andere Angebot genauer angesehen. Zuhause bin ich dann übrigens noch in einem Online-Store fündig geworden und habe die ersten Weihnachtsgeschenke für meine Lieben zu durchaus richtig guten Preisen erstanden.

US-Weihnachtsgeschäft mit neuen Rekorden gestartet

Das US-Weihnachtsgeschäft ist jedenfalls auch in diesem Jahr wieder mit neuen Rekorden eingeläutet worden. Der weihnachtliche Ansturm am vergangenen Wochenende auf die stationären und digitalen Geschäfte war riesig. Die heiße Phase des US-Weihnachtsgeschäfts beginnt für die Branche bereits mit dem Feiertag Thanksgiving. Viele Amerikaner zieht es noch nach dem traditionellen Truthahnessen am Donnerstagabend in die weihnachtlich geschmückten Konsumtempel. Gefragt bei den Käufern waren auch in diesem Jahr wieder vor allem technische Gerätschaften und Gadgets wie TV-Geräte, Laptops oder Spielekonsolen.

Im immer wichtiger werdenden Internetvertrieb schossen die Umsätze auf Rekordniveaus. Im Onlinegeschäft erzielten die Händler nach Berechnungen des Marktbeobachters Adobe Analytics am Donnerstagabend und am Freitag Erlöse von 7,9 Mrd. Dollar – knapp 18% mehr als vor Jahresfrist und so viel wie nie zuvor.

Auch das Bestellen über mobile Endgeräte wird dabei immer beliebter. Bereits 40% der Kunden haben am Black Friday Produkte über ihr Handy geordert, wie der Marketingspezialist Criteo ermittelte.

Angesichts des regelrechten Online- und Mobile-Shopping-Booms haben sich die stationären Umsätze an Thanksgiving sowie am Black Friday überraschend stabil gehalten. Nach Angaben der Marktforschungsfirma ShopperTrak sei der Rückgang am Black Friday mit weniger als 1% überraschend moderat ausgefallen. „Die Tatsache, dass die Besucherzahl intakt blieb, zeigt, dass der stationäre Detailhandel weiterhin höchst bedeutsam ist und – richtig betrieben – auch Gewinne abwirft“, erläuterte ShopperTrak-Experte Brian Field.

Während schon der Black Friday die Kassen der amerikanischen Online-Händler mit Online-Umsätzen von 5,03 Mrd. Dollar hat klingeln lassen, setzte der Cyber Monday noch einen oben drauf: Amerikaner kauften für rund 6,59 Mrd. Dollar im Internet ein, so Adobe Analytics. Gegenüber dem Cyber Monday im Jahr 2016 entspricht dies einem Zuwachs von 16,8% (Umsatz 2016:  5,65 Mrd. Dollar).

Amazon-Aktie im Shopping-Taumel

Größter Gewinner des Konsumfests der letzten Tage dürfte wohl erneut der Online-Riese Amazon sein. Bei dem Konzern von Jeff Bezos klingelten nicht nur die Kassen, auch die Aktie hat sich im Zuge des hinter uns liegenden Shopping-Wahns auf neue Höchststände empor geschwungen. Die Marktforscher von Slice Intelligence gehen davon aus, dass Amazon am Cyber Monday rund 42% aller Online-Verkäufe in den USA auf sich vereinigen konnte.

Die Papiere von Amazon haben am gestrigen Montag, am Cyber Monday, erstmals in ihrer Geschichte die Marke von 1.200 Dollar hinter sich gelassen. In der Spitze ging es bis auf 1.213 Dollar nach oben. Auf Euro-Basis wurde erstmalig die 1.000-Euro-Marke geknackt.

Die Experten von Adobe Analytics sagen für die Online-Weihnachtseinkaufssaison in diesem Jahr insgesamt Umsätze von 107,4 Mrd. Dollar voraus und damit ein Wachstum von 13,4% im Vergleich zum Vorjahr. Damit dürfte es auch für die Unternehmen in diesem Jahr wieder eine schöne Bescherung geben.

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Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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