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Unsere Psychologie ist ein Börsenindikator ?

Wir Menschen haben viel erreicht. Wir sind ständig online, bewegen uns schneller als der Schall, erreichen den Mond, den Mars und die Monde des Saturn. Wenn es aber darum geht Entscheidungen zu treffen sind wir weit davon entfernt dabei bedacht und überlegt zu handeln. Zumindest und spätestens wenn  wir in Stress geraten.

Die Nullzinspolitik der Notenbanken verursacht Stress:

Zum Stressabbau beginnt man Handlungen zu setzen, die man kurz zuvor als zu spekulativ abgelehnt hat. Man kann Aktien. Dazu raten einem ja auch die Experten, denn die Dividende sei der neue Zins.

Wir erleben wieder einmal die Staffelübergabe des Risikos von den Hartgesottenen, an die Zittrigen

So unterschied Altmeister André Kostolany zwischen den Anlegertypen. Das ist also nichts Neues. Die Hartgesottenen sind jene Investoren, die zugreifen, wenn die Börsen so stark gefallen sind, dass die meisten Anleger aus der Türe drängen. Die Zittrigen sind jene, die nach einem Börsenverfall verkauft haben und einsteigen, wenn die Börsen nahe dem nächsten Höhepunkt liegen.

Dieses Verhalten man in der Wildnis klug sein, man zieht sich in ein sicheres Versteck zurück, bis alle schreien, der Bär ist weg. An der Börse hagelt es aber nicht ehrliche Information. Die Börse ist nichts anderes als ein Marktplatz, auf dem Kundige die Unkundigen über den Tisch ziehen, um Profit zu machen. Dasselbe lässt sich im Casino beobachten, wobei dort zumeist nach sehr sauberen Regeln gespielt wird.

Im Casino kommt es tatsächlich aufs Glück an, welche Zahl letztlich bei Roulette fällt lässt sich nicht bestimmen. Auch beim Kartenspiel lässt sich nicht bestimmen, welche Karten man bekommt, es hängt aber vom Geschick des Spielers ab, ob er sein Gegenüber über sein tatsächliches Blatt im Unklaren zu lassen vermag, um auch mit einem mittelmäßigen Blatt noch Zuversicht auszustrahlen, sodass das Gegenüber aufgibt oder überreizt.

Die Börse ist kein Ort des Glücksspiels, sehr wohl aber einer der Gauner ?

Es ist möglich Indizes als billig oder teuer zu qualifizieren. Ebenso ist es möglich, Trends aufzuspüren, die einen Sektor beflügeln oder ins Verderben stürzen. Und es ist möglich unterbewertete Unternehmen zu finden, in die man mit geringem Risiko und großer Aussicht auf Gewinne investieren kann. Es hat also etwas mit Analyse, Kontrolle und Disziplin zu tun, wenn man an der Börse erfolgreich agiert.

Dabei nehmen jene, die so handeln in Kauf, dass es andere Menschen gibt, die weder fleißig, noch bedacht, noch kontrolliert oder diszipliniert handeln, denen man „mit seiner überlegten Art letztlich Geld abnimmt!“ Nun, das betrachten jene, die erleichtert werden als Gaunerei, statt sich zu fragen, warum sie es anderen so leicht machen.

Niemand wird dazu gezwungen Aktien zu kaufen. Und erst recht wird niemand gezwungen Aktien zu kaufen, die sehr sehr teuer sind. Aber es kommen umso mehr Aktionäre „ins Spiel“ je höher Aktienkurse gestiegen sind und erst recht heute, da die Zinsen bei 0% oder darunter sind.

Mein Weg ist definitiv keine Gaunerei, doch gehe ich den Weg der Überlegtheit.

Es ist in jeder Marktphase möglich erfolgreich zu sein, wenn man bereit ist konstruktiv nachzudenken und sich nicht von Gier und Angst das Gehirn zerfressen zu lassen.

Wenn man nach 2 Jahren 47% verdient hat, kann man nicht jammern, wenn man dabei auch noch das Risiko unter Kontrolle bekommt. In den letzten 12 Monaten kam nicht mehr viel dazu, im Portfolio ist aber Spannung, die sich in weiteren 30% Anstieg in den kommenden 6 Monaten entladen kann. Dabei dürfen die Märkte, die maßlos überteuert sind ruhig fallen.

Die Zittrigen sind heute zahlreicher denn je, denn es drängen viele auf den Markt, die auch noch was vom Kuchen der steigenden Aktien abhaben wollen.

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Über den Autor
Gerhard Massenbauer

Gerhard Massenbauer ist Wiener Vermögensverwalter und auf diesem Terrain schon seit mehreren Jahren erfolgreich unterwegs.

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