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Stürzt jetzt Bitcoin ab?

An jeder Ecke hören Sie mittlerweile von der Kryptowährung Bitcoin. Anleger befinden sich wie im Kaufrausch und treiben die virtuelle Währung auf immer neue Höhen. Innerhalb eines Jahres hat sich Bitcoin mehr als verzehnfacht: von 700 auf über 7.000 US$.

Bitcoin-Chart

Absturz von -27% innerhalb weniger Stunden

Am 8. November notierte Bitcoin auf einem Rekordhoch bei 7.828 US$. Doch innerhalb weniger Stunden ist Bitcoin um -27% auf 5.690 US$ gefallen. Ist damit der Höhenflug beendet? Charttechnisch zumindest nicht. Denn der Aufwärtstrend ist weiterhin intakt, wie Sie an diesem Chart sehen. Nach der Verzehnfachung innerhalb eines Jahres wundern mich Gewinnmitnahmen überhaupt nicht. Hinzu kommt: Die Digitalwährung ist immer wieder durch heftige Kursturbulenzen aufgefallen – teilweise mit Kursschwankungen von bis zu 50%.

Welche Substanz steckt hinter Bitcoin?

Und damit sind wir auch schon bei den Schwachstelle

n. Auch wenn sich Anleger wie blind auf die Bitcoins stürzen, vergessen viele offenbar, dass es sich hierbei im Grunde genommen um keine richtige Währung handelt. Denn hinter einer Währung steht eine Volkswirtschaft, die eine bestimmte Substanz widerspiegelt.

Der Euro war über Jahre so schwach, weil es auch vielen Volkswirtschaften der EU nicht gut ging. Deutschland hat als Exportnation hervorragend vom schwachen Euro profitiert. Der US-Dollar ist gestiegen, weil sich die US-Wirtschaft nach der Banken-Pleite 2008 wieder kräftig erholt hat. Bitcoin ist ein reines virtuelles Zahlungsmittel, hinter dem keine volkswirtschaftliche Substanz steht.

Spielwiese für Steuerhinterzieher, Hacker und Betrüger

Und das hat Folgen. Bitcoin ist auf dem Weg vom Zahlungsmittel zum Spekulationsobjekt. Denn Bitcoin wird weder reguliert noch kontrolliert und ist damit weitestgehend intransparent. Gerade deshalb lieben Steuerhinterzieher, Hacker und Spekulanten die virtuelle Währung.

Ihr Bitcoin-Geld ist nicht abgesichert

Bitcoin ist darüber hinaus anfällig für Manipulation. Während ihr Geld auf Tagesgeld-, Festgeld- und Girokonten durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken abgesichert ist, gibt es bei Bitcoin keine Sicherung

Bafin warnt vor virtuellen Börsengängen

Ohne Bitcoin namentlich zu nennen, hat die Bafin jetzt vor virtuellen Börsengängen gewarnt. Die sogenannten Initial Coin Offerings (ICOs) stellten „höchst spekulative Investments“ dar, die „erhebliche Risiken“ bergen. In dem Markt seien bereits viele Betrüger unterwegs. Totalverlust inklusive. Auch wenn der Effekt der deutschen Bafin auf den globalen Bitcoin begrenzt sein dürfte, ist das ein erster staatlicher Warnschuss.

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Über den Autor
Volkmar Michler

Volkmar Michler, Jahrgang 1964, ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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