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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 27.11.-04.11.2017: Achterbahnfahrt im Ölmarkt

Die Ölpreise absolvierten in der vergangenen Woche eine regelrechte Achterbahnfahrt, können aber im Wochenvergleich noch ein leichtes Plus verbuchen.

Für zwischenzeitlichen Abgabedruck zur Wochenmitte sorgte die Wiederinbetriebnahme der Keystone Pipeline in den USA am Montag vergangener Woche. Die Pipeline transportiert täglich 590.000 Barrel Rohöl von den kanadischen Ölsandfeldern in Alberta in den Mittleren Westen der USA. Der Pipelinebetreiber TransCanada wollte aber zunächst keine Angabe dazu machen, wann die Pipeline wieder ihre Normalkapazität erreichen wird. Entsprechend verzeichneten die Rohölvorräte in Cushing auch einen deutlichen Rückgang.

Als preisbelastend erwies sich auch der erneute Anstieg der US-Rohölproduktion auf ein neues Rekordniveau bei fast 9,7 Millionen Barrel pro Tag.

Für Unterstützung sorgte dann schließlich wieder die OPEC, die wie erwartet eine Verlängerung der Produktionskürzungen um weitere 9 Monate bis Ende 2018 beschloss. Doch die OPEC und 10 weitere Nicht-OPEC-Länder einschließlich Russland die sich gemeinsam auf die Verlängerung des Abkommens verständigt hatten, wollen die Lage beim nächsten OPEC-Treffen am 22. Juni neu bewerten. Die OPEC hält sich somit die Option eines früheren Ausstiegs aus den Kürzungen offen.

Brent zur Lieferung im Februar handelt aktuell bei 63,70 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Februar notiert derzeit bei 58,31 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

WTI-Ölpreis in der letzten Woche in USD/Barrel

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Angesichts der rekordhohen und steigenden US-Ölproduktion, der Tatsache, dass Saudi-Arabiens Rohöllagerbestände in den nächsten 3 bis 4 Monaten aufgrund der nachfrageschwachen Zeit nicht weiter fallen werden, wie der saudische Energieminister aussagte und aufgrund dessen, dass die Spekulanten derzeit auf rekordhohen Netto-Long-Positionen sitzen, ist das Risiko für Preisrückgänge durchaus vorhanden.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis gab in der vergangenen Woche ab. Ein zeitweilig stärkerer US-Dollar und steigende Aktienmärkte belasteten den Goldpreis.

Auch die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten zum Ende der Woche belastete den Goldpreis. Zwar bleibt die Inflation verhalten, aber zumindest steigend.

Ebenfalls preisdrückend wirkte die Anhörung der noch amtierenden Fed-Vorsitzenden Janet Yellen vor einem Ausschuss des US-Kongresses. Yellen hatte sich optimistisch zur weiteren Entwicklung der US-Wirtschaft geäußert und gesagt, dass dies weitere Zinserhöhungen rechtfertigen würde.

Gold handelt aktuell bei 1.279,60 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Eine US-Zinserhöhung noch im Dezember ist von den Märkten mittlerweile komplett eingepreist worden. Jede sonstige Erschütterung (geo)politischer Natur oder sollte es doch nicht zu einer weiteren Zinserhöhung kommen, dürfte den Goldpreis begünstigen.

Industriemetalle: Zink

Auch die Industriemetallpreise befanden sich auf großer Achterbahnfahrt in der vergangenen Woche. Druck übten fallende asiatische Aktienmärkte aus, Unterstützung boten dagegen positive chinesische Konjunkturdaten. So ist beispielsweise der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China im November entgegen den Erwartungen auf 51,8 Punkte gestiegen. Der von Caixin erhobene Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China sank zwar leicht, befindet sich aber nach wie vor im expansiven Bereich.

Auf fundamentaler Seite wurde vor allem die starke Nachfrage nach Zink aus China in der vergangenen Woche verdeutlicht. So zeigen die jüngsten Daten der chinesischen Zollbehörde für Oktober einen Anstieg der Zinkraffinade-Importe um 145% gegenüber dem Vorjahr auf 61.400 Tonnen. Seit Juni hat China damit jeden Monat deutlich höhere Mengen Zinkraffinade als in den Vorjahresmonaten eingeführt.

In den ersten 10 Monaten dieses Jahres liegen die Importe damit nun 20% über dem Niveau des Vorjahres. Auch die Importe von Zinkkonzentrat sind um 6% gegenüber dem Vorjahr auf 147.000 Tonnen gestiegen im Oktober. Damit hat China in den ersten 10 Monaten dieses Jahres 31% mehr Zinkkonzentrat importiert als im Vorjahr.

Zink handelt aktuell bei 1,48 US-Dollar pro Pfund.

Zinkpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Zink dürfte vorerst unterstützt bleiben auf aktuellen Niveaus.

Agrarrohstoffe: Arabica Kaffee

Der Preis pro Pfund Arabica Kaffee ist in der vergangenen Woche gestiegen. Unterstützung erhalten die Kaffeepreise derzeit aufgrund verschiedener Defizit-Prognosen für 2017/18.

Auch die Analysten von Sucden gaben zuletzt eine solche Prognose für den internationalen Kaffeemarkt 2017/18 ab. Zu dem Defizit kommt es laut Sucden, weil andere Länder den Produktionsrückgang in Brasilien – wo die Ernte bereits beendet ist – nicht ausgleichen können. Sucden schätzt das Defizit auf hohe 3,6 Millionen Sack.

Arabica Kaffee zur Lieferung im März handelt aktuell bei 1,29 US-Dollar pro Pfund an der ICE.

Arabica-Kaffeepreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Aufgrund der rekordhohen Netto-Short-Position der Spekulanten kann es kurzfristig bei entsprechenden News immer wieder zu Preissprüngen kommen. Wie nachhaltig diese sind, hängt allerdings von der Entwicklung in 2018/19 ab. Für das Erntejahr 2018/19 wird allerdings eine deutlich steigende Produktion prognostiziert.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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