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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 26.02.-05.03.2018: Erdöl fällt: US-Förderung auf Rekordniveau

Die Ölpreise gaben in der vergangenen Woche wieder deutlich ab. Belastend wirken ein stärkerer US-Dollar und eine höhere Risikoaversion.

Aber auch von fundamentaler Seite spricht nicht viel für steigende Preise. So sind die US-Rohölvorräte in der vorvergangenen Woche um 3 Millionen Barrel gestiegen und damit stärker als erwartet.

Überdies steigt die US-Rohölförderung auf Wochenbasis auf immer neue Rekordniveaus. Für Dezember meldete die US-Energiebehörde EIA zwar einen leichten Rücksetzer gegenüber dem Rekordniveau im November, Grund dafür sind aber temporäre Ausfälle im Golf von Mexiko.

Und auch die US-Benzinvorräte sind gegen den für diese Jahreszeit üblichen Abwärtstrend um deutliche 2,5 Millionen Barrel gestiegen.

Auch der weitere Rückgang der OPEC-Produktion, die laut Reuters-Schätzung im Februar auf ein 10-Monatstief bei 32,28 Millionen Barrel pro Tag um 70.000 Barrel pro Tag gegenüber dem Vormonat gesunken ist, konnte den Preisrückgang deshalb nicht auffangen. Derzeit liegt die OPEC-Fördermenge zwar um 450.000 Barrel pro Tag unter dem im Kürzungsabkommen geplanten Niveau, dies liegt aber vor allem an den ungeplanten Ausfällen in Venezuela.

Überdies steht diesem Rückgang die vom Tief im Sommer 2016 um 1,8 Millionen Barrel pro Tag gestiegene US-Produktion gegenüber. Dem Chef der Internationalen Energieagentur, Birol, zufolge werden die USA spätestens im nächsten Jahr Russland als weltweit größten Ölproduzenten ablösen. Aktuell liegt die US-Rohölproduktion bei 10,3 Millionen Barrel pro Tag, die Ölproduktion Russlands bei knapp 11 Millionen Barrel pro Tag. Die US-Energiebehörde EIA geht inzwischen davon aus, dass die die USA das russische Niveau schon Ende 2018 übertreffen werden. Der Ölmarkt ist und bleibt dementsprechend gut versorgt.

Brent zur Lieferung im Mai handelt aktuell bei 64,56 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Mai notiert derzeit bei 61,41 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Nach wie vor sprechen die fundamentalen Faktoren nicht für weiter steigende Preise. Sollten sich Risikofreude und ein schwächerer Dollar allerdings wieder im Markt einfinden, dürften auch die Ölpreise erneute Unterstützung erhalten.

Edelmetalle: Gold

Auch der Goldpreis gab in der vergangenen Woche zunächst nach, holte zum Ende der letzten Woche aber wieder auf, nachdem er an der Marke bei 1.305 US-Dollar rasch nach oben abgeprallt war.

Hauptbelastungsfaktor für Gold war der steigende US-Dollar, aufgrund von Aussagen des Fed-Vorsitzenden Powell vor einem Kongressausschuss. Powell äußerte sich zuversichtlich zu den Aussichten der US-Wirtschaft und dem Erreichen des Inflationsziels. Damit ist die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bei der nächsten FOMC-Sitzung im März bei fast 100%. Und weitere Zinsschritte dürften im Jahresverlauf folgen.

Am Donnerstag gerieten dann der US-Dollar und die Aktienmärkte aufgrund der Ankündigung von Schutzzöllen in den USA unter Druck. Daraufhin konnte sich Gold deutlich erholen.

Zudem verzeichnete auch der weltweit größte Gold-ETF, SPDR Gold Trust, weitere Zuflüsse. Ganz offensichtlich wurde das niedrige Preisniveau erneut von den Investoren als Kaufgelegenheit erachtet.

Gold handelt aktuell bei 1.322,60 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Goldpreis dürfte von zwischenzeitlichen Rücksetzern abgesehen übergeordnet Unterstützung finden.

Industriemetalle: Kupfer

Die Industriemetalle gaben in der vergangenen Woche ebenfalls ab. Ein schwacher Einkaufsmanagerindex für Chinas Industrieunternehmen, sowie eine höhere Risikoaversion und ein stärkerer US-Dollar waren dafür ausschlaggebend.

Das Konjunkturmetall Kupfer erhielt zudem Druck aufgrund der neuesten Daten aus Chile, dem weltweit größten Kupferminenproduzenten. So ist die Kupferproduktion in dem Land im Januar um 6,3% gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Kupfer handelt derzeit bei 3,11 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Da die Spekulanten derzeit bei allen Industriemetallen relativ deutlich optimistisch gestimmt sind und hohe Long-Positionen eingegangen sind, können zwischenzeitlich preisbelastende News zu Gewinnmitnahmen bei den Spekulanten führen und damit auch kurzfristige Preiskorrekturen verstärken. Dies trotz einiger fundamentaler Gründe die übergeordnet für weiterhin hohe Metallpreise sprechen.

Agrarrohstoffe: Kakao

Die Kakaopreise konnten auch in der vergangenen Woche weiter zulegen. Grund dafür war eine neue Schätzung der Internationalen Kakaoorganisation ICCO für das laufende Erntejahr 2017/18. So soll der Angebotsüberschuss im globalen Kakaomarkt auf 105.000 Tonnen fallen. Im Vorjahr lag der Angebotsüberschuss noch bei 300.000 Tonnen, so die ICCO. Damit hat die ICCO ihre eigene Schätzung für das Vorjahr um 35.000 Tonnen nach unten revidiert. Der Angebotsüberschuss vom Vorjahr liegt damit unter dem Rekordniveau von 2010/11.

Grund für die Entwicklung im laufenden Erntejahr ist eine sinkende Produktion, sowie eine steigende Nachfrage. Die weltweite Kakaoproduktion solle um 2,3% auf 4,64 Millionen Tonnen fallen, die globale Kakaonachfrage dagegen um 2% auf 4,49 Millionen Tonnen steigen.

Kakao zur Lieferung im Mai handelt aktuell bei 2.323 US-Dollar pro Tonne an der ICE.

Kakaopreis in USD/Tonne in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Kakaopreise dürften vorerst gut unterstützt bleiben.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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