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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 20.11.-27.11.2017: Silber: Starke Nachfrage aus China

Die Erdölpreise konnten auch in der vergangenen Woche weiter zulegen. Das gilt insbesondere für WTI, das von der anhaltenden Schließung der Keystone-Ölpipeline in den USA profitierte, die aufgrund eines Lecks gesperrt wurde. Aufgrund dessen werden derzeit rund 500.000 Barrel Rohöl pro Tag weniger von Kanada in die USA transportiert. Dies dürfte zu einem kräftigen Lagerabbau in Cushing führen, dem Lager- und Auslieferungsort von WTI.

Zudem meldetet das US-Energieministerium einen Rückgang der US-Rohöllagerbestände um 1,9 Millionen Barrel.

Brent-Öl profitierte dagegen weniger, erhielt aber zumindest ein wenig Unterstützung durch die Aussicht auf eine Verlängerung der Produktionskürzungen durch die OPEC. Zudem hat Saudi-Arabien laut offiziellen Daten im September etwas weniger Rohöl exportiert als im Vormonat. Zudem kam es zu einem leichten Abbau der Ölvorräte. Dies lag aber an einem höheren Eigenbedarf bei nahezu unveränderter Produktion.

Die preisbelastenden Faktoren wurden dagegen in der vergangenen Woche weitgehend ausgeblendet. So ist die US-Rohölproduktion auch in der vergangenen Woche weiter gestiegen und erreichte auf Wochenbasis mit 9,66 Millionen Barrel pro Tag ein neues Rekordniveau. Und auch die Bohraktivität in den USA steigt wieder an. Laut Baker Hughes stieg die Zahl der aktiven Ölbohrungen in der vergangenen Woche um 9 an. Im November ist die Bohraktivität erstmals seit vier Monaten wieder gestiegen.

WTI-Öl zur Lieferung im Januar handelt aktuell bei 58,59 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Öl zur Lieferung im Januar notiert aktuell bei 63,73 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI-Ölpreis in der letzten Woche in USD/Barrel

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Sobald die Keystone-Pipeline wieder in Betrieb ist, dürften die auf Rekordniveau liegende US-Rohölproduktion, sowie die steigende Bohraktivität in den USA sich deutlicher in der Preisentwicklung abzuzeichnen beginnen. Denn die Verlängerung der Produktionskürzungen durch die OPEC ist größtenteils eingepreist und dürfte damit ein Non-Event werden.

Edelmetalle: Silber

Die Edelmetallpreise bewegten sich in der vergangenen Woche volatil, tendierten im Wochenvergleich aber stärker.

Unterstützung boten ein schwächerer US-Dollar, fallende Aktienmärkte und leicht sinkende Anleiherenditen.

Für Silber boten zudem aktuelle Zolldaten aus China Unterstützung. So hat China im Oktober rund 360 Tonnen Silber importiert. Das entspricht einem Anstieg von 2,3% gegenüber dem Vorjahresmonat. In den ersten 10 Monaten dieses Jahres hat China damit 3.490 Tonnen Silber importiert. Die chinesischen Silberimporte sind damit um 34% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Und nicht nur das. Zum aktuellen Zeitpunkt haben die chinesischen Silbereinfuhren damit bereits das komplette Niveau des gesamten Vorjahres übertroffen.

Silber handelt aktuell bei 17,01 US-Dollar pro Feinunze.

Silberpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Generell bleiben die Unterstützungsfaktoren für die Edelmetallpreise intakt. Angesichts der offenkundig hohen Silbernachfrage in China dürfte insbesondere der Silberpreis gute Unterstützung erhalten.

Industriemetalle: Kupfer

Die Industriemetalle erhielten in der vergangenen Woche deutliche Preisunterstützung, aufgrund der aktuellen Einschätzungen der International Study Groups zur Angebotslage.

So berichtet beispielsweise die International Copper Study Group (ICSG) für den globalen Kupfermarkt von einem Angebotsdefizit in Höhe von 47.000 Tonnen für die ersten acht Monaten dieses Jahres. Das Defizit soll sich für das Gesamtjahr allerdings noch auf rund 150.000 Tonnen ausweiten.

Zusätzliche Unterstützung erhielten die Kupferpreis durch einen 24-stündigen Streik in der weltweit größten Kupfermine Escondida in Chile. Dieser soll nächste Woche wiederholt werden. Grund dafür: der Minenbetreiber BHP Billiton hatte angekündigt, aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen 120 Arbeiter entlassen zu wollen.

Dieser kurzfristig anberaumte Streik könnte jedoch ein Vorbote für die Tarifverhandlungen im nächsten Jahr sein. Im März 2017 hatte die Gewerkschaft nach gescheiterten Tarifverhandlungs-Gesprächen einen 44-tägigen Streik unter der Voraussetzung beendet, dass sich der alte Tarifvertrag automatisch um 18 Monate verlängert. Inzwischen wurde in Chile aber das Arbeitsrecht zugunsten der Gewerkschaften geändert. Das spricht dafür, dass die kommenden Verhandlungen, die im Juni 2018 wieder aufgenommen werden sollen, nicht leicht über die Bühne gehen werden.

Kupfer handelt aktuell bei 3,16 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Kupfer dürfte angesichts der Angebotslag, sowie in Verbindung mit der Lage in der Escondida-Mine auch weiterhin Unterstützung erhalten.

Agrarrohstoffe: Zucker

Der Zuckerpreis ist in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Unterstützend wirkten Meldungen aus Brasilien: Im Zucker-Hauptanbaugebiet Center-South behindert derzeit Regen die weitere Verarbeitung. Zudem ist in den letzten fünf 2-wöchigen Berichtsperioden der Anteil von Zucker bei der Verarbeitung geringer gewesen als im Vorjahreszeitraum.

Zucker zur Lieferung im März handelt aktuell bei 15,44 US-Cent pro Pfund an der ICE.

Zuckerpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Zwar dürften die Zuckerpreise angesichts der Entwicklung in Brasilien zumindest nach unten abgestützt bleiben, allerdings ist fraglich ob es zu weiteren Preisgewinnen kommen kann, angesichts dessen dass die Internationale Zuckerorganisation sowohl für 2017/18 als auch 2018/19 einen Überschuss im globalen Zuckermarkt erwartet.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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Herausgeber: Investor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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