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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 19.03.-26.03.2018: Handelskrieg treibt Goldpreis

Die Erdölpreise konnten in der vergangenen Woche massiv zulegen. Größtenteils ist dies auf die wachsenden Angebotsrisiken hinsichtlich möglicher Sanktionen gegen den Iran zurückzuführen.

So erwägen UK, Frankreich und Deutschland EU-Sanktionen gegen bestimmte Personen bzw. Gruppen des iranischen Regimes wegen deren Rolle im Syrien-Krieg. Die drei europäischen Länder wollen damit verhindern, dass US-Präsident Trump die US-Sanktionen gegen den Iran Mitte Mai wieder in Kraft setzt. Trump hatte die US-Sanktionen am 12. Januar für weitere 120 Tage ausgesetzt, allerdings Forderungen nach Veränderungen im Atomabkommen für eine erneute Verlängerung gesetzt.

Es bleibt abzuwarten. Ob sich Trump wirklich mit den beabsichtigten EU-Sanktionen zufrieden geben wird, zumal derzeit auch der saudische Kronprinz bin Salman in den USA weilt, der wie Trump ebenfalls ein erklärter Gegner des Atomabkommens mit dem Iran ist.

Unterstützend wirkten auch ein schwacher US-Dollar und ein deutlicher Rückgang der US-Lagerbestände von Rohöl und Ölprodukten. Wie das US-Energieministerium berichtet sind die US-Rohölbestände in der vorvergangenen Woche überraschend um 2,6 Millionen Barrel gesunken. Die Benzinbestände sanken um 1,7 Millionen Barrel und die Destillatsbestände gingen um 2 Millionen Barrel zurück.

Hinzu kamen zum Ende der vergangenen Woche noch Äußerungen des saudi-arabischen Energieministers al-Falih, wonach die Produktionskürzungen auch im Jahr 2019 fortgeführt werden könnten.

Brent zur Lieferung im Juni handelt aktuell bei 69,75 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Juni notiert derzeit bei 65,63 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Derzeit werden vor allem die Angebotsrisiken aufgrund des Iran-Konflikts eingepreist. Auf der anderen Seite steht aber immer noch die extrem hohe und weiter steigende US-Ölproduktion die in der letzten Woche schon wieder ein neues Rekordniveau bei 10,4 Millionen Barrel pro Tag erreicht hat. Je weiter die Preise jetzt steigen, desto mehr steigt auch das Risiko für eine Korrektur.

Edelmetalle: Gold

Auch der Goldpreis legte in der vergangenen Woche deutlich zu. Unterstützend wirkte insbesondere ein schwacher Dollar. Besonders auffallend war zudem, dass die allerdings erwartete Zinsanhebung durch die Fed um 25 Basispunkte dem Goldpreisanstieg keinen nennenswerten Abbruch tat.

Zum Ende der Woche wirkten dann verschiedene Krisenherde ausgehend von den USA unterstützend. Insbesondere der sich anbahnende Handelskrieg zwischen den USA und China lässt die Nachfrage nach Gold als dem Sicheren Hafen steigen.

Zudem wirken die ständigen neuen Personalien in wichtigen Schlüsselpositionen der Trump-Administration wenig beruhigend. Zuletzt ersetzte der US-Präsident auch noch seinen bisherigen Nationalen Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster durch den in der Außenpolitik als Hardliner geltenden John Bolton. Mit Bolton könnten neue Sanktionen gegen den Iran wahrscheinlicher werden. Dies trägt zur Verunsicherung unter den Marktteilnehmern bei, was den Goldpreis unterstützt.

Gold handelt aktuell bei 1.346,80 US-Dollar pro Unze, nachdem am Freitag kurz die Marke bei 1.350 US-Dollar erreicht wurde.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Goldpreis dürfte angesichts der Fülle der Krisenherde und sonstiger Unterstützungsfaktoren weiterhin übergeordnet steigen.

Industriemetalle: Kupfer

Die Industriemetalle standen in der vergangenen Woche übergeordnet unter Druck, auch wenn zwischenzeitlich ein schwacher Dollar auch Unterstützung bot.

Vor allem der sich anbahnende Handelskrieg zwischen den USA und China, bzw. die Einführung von Zöllen auf Stahl und Eisenerz aus einigen wichtigen Produzentenländern durch die USA belasteten die Industriemetallpreise insgesamt.

Dabei gab es fundamental unterstützende News, die allerdings wenig Anklang fanden. So gab die International Copper Study Group (ICSG) bekannt, dass der globale Kupfermarkt im letzten Jahr ein saisonbereinigtes Angebotsdefizit von 155.000 Tonnen aufwies. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Defizit somit marginal ausgeweitet.

Kupfer handelt aktuell bei 3,00 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Fundamental betrachtet sollte die Preiskorrektur im Kupfer bald ein Ende finden. Sollte der Bereich um 3 US-Dollar allerdings nachhaltig unterschritten werden, könnte zunächst noch weiteres Korrekturpotenzial bestehen.

Agrarrohstoffe: Kakao

Nach den Gewinnmitnahmen der vorvergangenen Woche haben die Kakaopreise in der vergangenen Woche wie erwartet wieder angezogen.

Nach wie vor gilt: für die aktuelle Saison wird inzwischen ein geringerer Überschuss prognostiziert als zuvor, sowie ein leichtes Defizit in der kommenden Saison. Nachdem die Kakaopreise in den vergangenen 2 Jahren deutlich abgegeben hatten aufgrund der Überschusssituation, waren die Preise reif für eine Erholung.

Kakao zur Lieferung im Mai handelt aktuell bei 2.631 US-Dollar pro Tonne an der ICE.

Kakaopreis in USD/Tonne in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Kakao sollte vorerst weiterhin gut unterstützt bleiben.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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