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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 19.02.-26.02.2018: Erdöl steigt

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche deutlich gestiegen. Ein überraschend kräftiger Rückgang der US-Rohöllagerbestände war dafür mit ausschlaggebend.

Laut US-Energieministerium sind die Rohölvorräte in den USA in der vorvergangenen Woche um 1,6 Millionen Barrel gesunken, was für die aktuelle Saison eher untypisch ist. Zudem sinken die Lagerbestände am Knotenpunkt Cushing mit hohem Tempo. Die Rohölvorräte dort sanken um weitere 2,7 Millionen Barrel auf nur noch 30 Millionen Barrel.

Das ist der niedrigste Stand seit Dezember 2014. Damit sind die Cushing-Bestände seit November um mehr als 50% gesunken. Zum einen fließt derzeit wegen der Drosselung der Keystone-Pipeline weniger Rohöl von Kanada nach Cushing. Zum anderen fließt aufgrund neuer Pipelinekapazitäten mehr Rohöl aus Cushing ab.

Ausschlaggebend für den Rückgang der allgemeinen Rohölvorräte sind sowohl niedrigere Importen als auch höhere Exporte. Die Ausfuhren stiegen um gut 2 Millionen Barrel pro Tag. Die Netto-Importe fielen daraufhin um 1,6 Millionen Barrel pro Tag. Erstmals seit Beginn der Datenreihe im Jahr 2001 liegen sie damit unter 5 Millionen Barrel pro Tag.

Auch die aktuellen Daten der OPEC wirkten preisunterstützend. Laut Daten der Joint Organisations Data Initiative (JODI) hat Saudi-Arabien im Dezember fast 1 Million Barrel pro Tag weniger Rohöl exportiert als im Vorjahr. Die Rohöllagerbestände des größten OPEC-Produzenten sanken im Vorjahresvergleich um 27,6 Millionen auf 245 Millionen Barrel.

Zusätzliche Unterstützung boten freundliche Aktienmärkte und geopolitische Spannungen im Nahen Osten. So hat der israelische Ministerpräsident Netanjahu dem Iran aufgrund dessen Aktivitäten in Syrien offen mit Gegenmaßnahmen gedroht. Auch der Kampf zwischen der Türkei und der von den USA unterstützten Kurdenmiliz birgt weiteres Konfliktpotenzial.

Brent-Öl zur Lieferung im April handelt aktuell bei 67,10 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im April notiert derzeit bei 63,58 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Produktionskürzungen der OPEC zeigen offenbar den gewünschten Erfolg. Allerdings geschieht dies auf Kosten des Verlustes von Marktanteilen an die US-Schieferölproduzenten. Es ist daher fraglich, wie lange dies Entwicklung noch voranschreiten kann. So lange allerdings die geopolitischen Risiken erhalten bleiben und gelichzeitig die Risikobereitschaft an den Märkte hoch ist, dürften die Ölpreise weiterhin unterstützt bleiben.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis hat in der vergangenen Woche abgegeben, hält sich aber weiterhin über der Marke bei 1.320 US-Dollar, von welcher er erfolgreich nach oben abprallen konnte.

Druck auf den Goldpreis übte ein stärkerer US-Dollar aus. Wie aus dem letzten veröffentlichten Protokoll der vergangenen Fed-Sitzung vom 31. Januar hervorgeht, ist die US-Notenbank zu weiteren Zinserhöhungen bereit. Obwohl dies eigentlich keine neue Nachricht ist, konnte der US-Dollar daraufhin aufwerten.

Gold handelt aktuell bei 1.328,20 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Preisrücksetzer werden übergeordnet immer wieder als Kaufgelegenheit von den Anlegern genutzt. So erhielten die Gold-ETFs weitere Zuflüsse, aber auch die russische Zentralbank kauft weiterhin im großen Stil Gold. Vor diesem Hintergrund dürfte der Goldpreis gut nach unten abgestützt bleiben.

Industriemetalle: Kupfer

Der Kupferpreis hielt sich in der vergangenen Woche stabil, trotz eines stärkeren US-Dollar. Grund dafür ist die weiterhin bestehende Knappheit im Kupfermakt.

So gab die International Copper Study Group (ICSG) in der vergangenen Woche aktuelle Daten von Januar bis November 2017 bekannt. Demnach wies der Kupfermarkt in diesem Zeitraum ein saisonbereinigtes Angebotsdefizit von 146.000 Tonnen auf. Dieses war damit sogar höher als im Vorjahr.

Die Nachfrage legte etwas stärker zu als das Angebot, welches hauptsächlich durch Kupferschrott getragen wird. Sowohl die Primärproduktion als  auch die Minenproduktion zeigten sich dagegen rückläufig.

Kupfer handelt aktuell bei 3,19 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Kupferpreise dürften weiterhin gut unterstützt bleiben.

Agrarrohstoffe: Kakao

Die Kakaopreise sind auch in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Grund dafür ist eine steigende Nachfrage und die Möglichkeit, dass der globale Überschuss in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen könnte als im Vorjahr.

Der Internationale Kakaoorganisation ICCO geht von einem Überschuss in Höhe von 335.000 Tonnen für 2016/17 im globalen Kakaomarkt aus. Jüngste Reuters-Umfragen zeigen jetzt, dass der Überschuss für 2017/18 auf nur noch 100.000 Tonnen zurückkommen soll.

Grund dafür ist eine geringer als erwartetet Produktion in der Elfenbeinküste und Ghana, sowie eine steigende Nachfrage. Die ist zuletzt vor allem in Europa aufgrund der niedrigen Preise um 4,4% gegenüber dem Vorjahr im 4.Quartal gestiegen.

Kakao zur Lieferung im Mai handelt aktuell bei 2204 US-Dollar pro Tonnen an der ICE.

Kakaopreis in USD/Tonne in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Kakaopreise dürften ihre Erholung vorerst weiter fortsetzen.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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