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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick: 12.03.-19.03.2018: Optimismus im Ölmarkt gerechtfertigt?

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche wieder gestiegen. Schon der Start in die vergangene Woche ging mit einem Anstieg der Ölpreise einher. Grund für den Preissprung waren positive US-Arbeitsmarktdaten, wodurch sich die Aussichten für die Ölnachfrage in den USA weiter verbessert haben.

Zudem berichtete Baker Hughes von einem überraschenden Rückgang der US-Bohraktivität in der vorletzten Woche um 4 Ölbohrungen. Dies entspricht dem ersten Rückgang seit 7 Wochen.

Auch aus China gab es preisunterstützende Nachrichten. So berichtete das Nationale Statistikbüro Chinas einen Anstieg der Rohölverarbeitung im Januar und Februar um 7,3% gegenüber dem Vorjahr. Die Rohölproduktion sank dagegen um 1,9%. Daher hatte China zu Jahresbeginn einen höheren Importbedarf. Die chinesischen Rohölimporte sind in den ersten beiden Monaten des Jahres um 10% gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Zudem gab es auch Nachrichten die für Optimismus im Ölmarkt gesorgt hatten. Zum einen der Wechsel des US-Außenministers. Denn der neue, Pompeo, sieht das Atomabkommen mit dem Iran ebenso kritisch wie US-Präsident Trump, was die Chancen erhöht, dass das Abkommen nicht weiter bestätigt wird und stattdessen neue Sanktionen über den Iran verhängt werden.

Für weiteren Optimismus sorgte die Internationale Energieagentur IEA. Sie bestätigte in ihrem neuen Monatsbericht überraschend ihre Prognose für die Ausweitung des Nicht-OPEC Angebots anstatt diese anzuheben. Zudem erwartet sie ebenso wie die OPEC für Venezuela nur noch eine Förderung von 1,55 Millionen Barrel pro Tag. Ebenso erwartet die IEA eine steigende Nachfrage. Damit würde der Bedarf an OPEC-Öl in 2018 bei 32,4 Millionen Barrel pro Tag liegen und damit höher als die aktuelle OPEC-Produktion, die im Februar wegen Venezuela auf 32,1 Millionen Barrel pro Tag abgerutscht ist.

Brent zur Lieferung im Mai handelt aktuell bei 65,99 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Mai notiert aktuell bei 62,19 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Es ist fraglich wie lange der Optimismus im Ölmarkt anhalten wird. Denn die US-Ölproduktion steigt unaufhaltsam weiter. Dies ist insbesondre auf die steigende Schieferölproduktion zurückzuführen. Die US-Energiebehörde geht für April von einem Anstieg um 131.000 Barrel pro Tag auf ein neues Rekordniveau von 6,95 Millionen Barrel pro Tag aus. Die Schieferölproduktion wurde damit in den vorherigen 7 Monaten um durchschnittlich 84.000 Barrel pro Tag nach oben revidiert.

In den acht Monaten seit September beläuft sich der durchschnittliche Monatsanstieg auf 155.000 Barrel pro Tag. Innerhalb eines Jahres ist die Schieferölproduktion damit um 1,5 Millionen Barrel pro Tag gestiegen. Das reicht aus, um den Anstieg der globalen Ölnachfrage komplett zu decken.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis ist im Wochenvergleich zurückgekommen, nachdem er zur Wochenmitte kurzfristig auf 1.330 US-Dollar pro Feinunze gestiegen war, nachdem US-Präsident Trump überraschend Außenminister Rex Tillerson entlassen hatte.

Ein festerer US-Dollar und die Tatsache, dass Gold meist im Vorfeld von FED-Sitzungen schwächer notiert setzen den Goldpreis zum Ende der Woche dann wieder unter Druck.

Allerdings verzeichneten die ETFs erneut Zuflüsse, so dass auch hier wieder deutlich wird, dass Rücksetzer im Goldpreis von den starken Händen rasch wieder gekauft werden.

Gold handelt aktuell bei 1.313,60 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Das aktuelle und sich verstärkende Chaos in der US-Administration spricht eigentlich gegen einen starken Dollar und damit für den Goldpreis. Auch die sich zuspitzende politische Krise zwischen UK und Russland sollte Gold als den Sicheren Hafen wieder unterstützen.

Industriemetalle: Kupfer

Die Industriemetalle erhielten in der vergangenen Woche übergeordnet Unterstützung aufgrund positiver Konjunkturdaten aus China. Zum Ende der Woche setzte dann aber ein festerer US-Dollar die Preise wieder etwas unter Druck.

Wie das chinesische Nationale Statistikbüro (NBS) berichtet ist die Industrieproduktion im Januar und Februar zusammengenommen um 2,7% gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Die Anlageinvestitionen legten um 7,9% zu.

Auch fundamental unterstützende News gab es vergangene Woche aus China. So berichtete das staatliche chinesische Research-Institut Antaike seine Prognosen für das laufende Jahr. Demnach soll die Kupfernachfrage in 2018 um 3,34% auf 11,1 Millionen Tonnen steigen. Haupttreiber dabei ist der Stromsektor. Auch der Immobilienmarkt und Fahrzeuge mit alternativen Antriebsformen tragen zur höheren Kupfernachfrage bei. Im letzten Jahr ist die chinesische Kupfernachfrage laut Antaike bereits um 4,2% gewachsen. Aktuell ergibt sich so ein innerchinesisches Defizit von 2,8 Millionen Tonnen besteht, welches China auch in diesem Jahr entsprechend mit hohen Kupferraffinade-Importen schließen wird.

Kupfer handelt aktuell bei 3,11 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Kupferpreise dürfte alsbald wieder stärkere Unterstützung erfahren.

Agrarrohstoffe: Kakao

Die Kakaopreise gaben in der vergangenen Woche unter Gewinnmitnahmen etwas ab. Händler hatten nach der 30%-Rallye Gewinne verbucht.

Nach wie vor gilt aber: für die aktuelle Saison wird inzwischen ein geringerer Überschuss prognostiziert als zuvor, sowie ein leichtes Defizit in der kommenden Saison. Nachdem die Kakaopreise in den vergangenen 2 Jahren deutlich abgegeben hatten aufgrund der Überschusssituation, waren die Preise reif für eine Erholung.

Kakao zur Lieferung im Mai handelt aktuell bei 2.525 US-Dollar pro Tonne an der ICE.

Kakaopreis in USD/Tonne in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Vorerst dürften die Kakaopreise übergeordnet weiterhin Unterstützung finden.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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