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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 12.02.-19.02.2018: Schwacher Dollar + Optimismus = steigende Rohstoffpreise

Die Ölpreise erholten sich in der vergangenen Woche von den deutlichen Rückschlägen der Vorwoche etwas.

Ausschlaggebend dafür dürfte vor allem der starke Konjunktur-Optimismus am Ölmarkt sein, der geschürt wurde durch Äußerungen des saudischen Energieministers, wonach ein Ausstieg aus den gemeinsam vereinbarten Produktionskürzungen zwischen der OPEC und einigen Nicht-OPEC-Staaten in diesem Jahr nicht zur Diskussion stünde. Außerdem erklärte der amtierende OPEC-Präsident und Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, al-Mazrouei, dass durch das US-Schieferöl in diesem Jahr keine größere Verzerrung am Ölmarkt entstünde.

Die OPEC erwartet laut ihrer jüngsten Prognose, dass die globale Ölnachfrage dieses Jahr stärker steigen wird als das Nicht-OPEC-Angebot. Letzteres wurde von der OPEC allerdings  nach oben revidiert. Dennoch liegt der erwartete Anstieg um 1,4 Millionen Barrel pro Tag aber weiterhin deutlich unter den entsprechenden Schätzungen der EIA und der Internationalen Energieagentur.

Ebenfalls preisunterstützend wirkte der schwache US-Dollar.

Brent zur Lieferung im April handelt aktuell bei 64,90 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im April notiert aktuell bei 61,57 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Auch die Internationale Energieagentur gab in der letzten Woche neue Nachfrageprognosen bekannt. Nun erwartet man für 2018 einen Anstieg um 1,4 Millionen Barrel pro Tag. Gleichzeitig wurde aber auch das Nicht-OPEC-Angebot etwas nach oben revidiert. Damit soll die Produktion um 1,8 Millionen Barrel pro Tag steigen, was den Anstieg der globalen Nachfrage weiterhin deutlich übertrifft. Daraufhin sinkt der der Bedarf an OPEC-Öl in diesem Jahr auf 32,3 Millionen Barrel pro Tag sinkt. Die OPEC-Produktion lag im Januar bei 32,2 Millionen Barrel pro Tag.

Der Markt wäre also bei konstanter OPEC-Fördermenge weitgehend ausgeglichen. Doch die OPEC-Ölproduktion wird derzeit durch die hohen Ausfälle in Venezuela gedrückt. Die dortige Ölproduktion lag im Januar nur bei 1,61 Millionen Barrel pro Tag und damit 360.000 Barrel pro Tag niedriger als laut vorgesehen, laut Abkommen über die Produktionskürzungen. Sollte Venezuela also wieder zu seinem normalen Förderlevel zurückkehren wäre der Ölmarkt also deutlich überversorgt, obwohl sich die anderen OPEC-Länder weiterhin strikt an die vereinbarten Kürzungen halten.

Auch die aktuellen Lagerbestandsdaten aus den USA sprechen dafür, dass die Vorräte nicht so schnell abgebaut werden können wie sich dass so manch einer erhofft. Wie das US-Energieministerium bekannt gab, sind die US-Rohölbestände in der vorvergangenen Woche um 2 Millionen Barrel gestiegen. Zudem erreichte die US-Ölproduktion mit rund 10,3 Millionen Barrel pro Tag erneut einen neuen Höchststand.

So lange der Optimismus im Markt vorherrschend ist, dürften die Ölpreise auch weiterhin Unterstützung erhalten. Ein Korrekturrisiko aber besteht.

Edelmetalle: Gold

Auch der Goldpreis konnte sich in der vergangenen Woche wieder erholen und stieg zwischenzeitlich bis auf 1.360 US-Dollar pro Feinunze.

Unterstützung erhält der Goldpreis insbesondere durch einen schwachen Dollar und durch überraschend hohe Inflationsdaten aus den USA, die erneut Nervosität zurück in die Märkte bringen. In diesem Kontext wird Gold traditionell als sichere Alternative zur Vermögensabsicherung betrachtet.

Gold handelt aktuell bei 1.346,50 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Goldpreis dürfte übergeordnet auch weiterhin Unterstützung finden.

Industriemetalle: Zink

Auch die Industriemetallpreise erhielten übergeordnet Unterstützung durch einen schwächeren Dollar und robuste Konjunkturaussichten.

In den meisten Industriemetallmärkten bestehen ebenfalls Angebotsdefizite und sinkende Lagerbestände, was für eine Fortsetzung der Preisunterstützung spricht.

So sind die Zinklagerbestände in der vergangenen Woche auf das niedrigste Niveau seit 2008 gesunken.

Zink handelt aktuell bei 1,62 US-Dollar pro Pfund.

Zinkpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Quelle: infomine.com

Ausblick

Die Zinkpreise dürfte vorerst weiterhin gut unterstützt bleiben.

Agrarrohstoffe: Zucker

Die internationalen Zuckerpreise gaben auch in der vergangenen Woche weiter ab. Die Meldung wonach die indische Regierung die Importsteuer auf Zucker von 50% auf 100% verdoppelt hat, bewirkte nur einen kurzzeitigen Preissprung.

Denn die Maßnahmen der indischen Regierung zur Stabilisierung der Zuckerpreise (ebenfalls wurden die Zuckermühlen angewiesen lediglich 17% ihrer Januar-Bestände abzugeben und weitere 83% ihrer Februar-Bestände bis Ende März zurückzuhalten) zeigen bestenfalls im Inland Wirkung, wo sich die Zuckerpreise über die vergangene Woche um 15% erholt haben.

Auf den internationalen Preisen lastet dagegen die neue Überlegung der indischen Regierung die Exportsteuer auf Zucker zu streichen. Damit könnten weitere 1 Million Tonnen auf den ohnehin überversorgten globalen Zuckermarkt gelangen, was die Preise weiterhin belasten dürfte.

Zucker zur Lieferung im Mai handelt aktuell bei 13,27 US-Cent pro Pfund in der letzten Woche.

Zuckerpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Angesichts der Aussichten auf einen weiterhin überversorgten Markt, dürften die Zuckerpreise vorerst noch keine große Erholung wagen.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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