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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 09.04.-16.04.2018: Ölmarkt blendet US-Ölschwemme aus

Die Ölpreise verzeichneten in der vergangenen Woche einen deutlichen Anstieg. Grund dafür war vor allem die Angst vor einer Angebotseinengung in Folge der US-Sanktionen. So wurde praktisch jede Nachricht, in Bezug auf den Konflikt in Syrien als Anlass genommen um den Preis nach oben zu treiben. Und selbst als sich zum Ende der Woche abzeichnete, dass US-Präsident Trump wieder einmal die Säbel im Vorfeld viel stärker gewetzt hatte, als sich das dann in die Realität umsetzen ließ, blieben die Ölmärkte in Habachtstellung und konnten ihr hohes Preisniveau halten.

Preisunterstützend wirkte auch der jüngste Monatsbericht der OPEC. Dieser berichtet von einem Produktionsrückgang in Höhe von 200.000 Barrel pro Tag auf 32 Millionen Barrel pro Tag im März. Dies vor allem aufgrund von Produktionsrückgängen in Angola, Venezuela, Algerien und Saudi-Arabien. Der OPEC zufolge würden damit in der zweiten Jahreshälfte die Weltrohölbestände deutlich reduziert.

Denn wenn sich diese Entwicklung nicht wieder umkehre würde laut OPEC das Angebot um knapp 1,3 Millionen Barrel pro Tag hinter der Nachfrage zurückbleiben. Dies ist auch auf eine starke Nachfrage zurückzuführen, die sowohl im vergangenen, als auch in diesem Jahr um jeweils 30.000 Barrel pro Tag nach oben revidiert wurde. Die Nachfrage soll in diesem Jahr insgesamt um 1,63 Millionen Barrel pro Tag steigen, fast genau so stark wie im Vorjahr.

Auch die jüngsten Handelsdaten aus Chinas zeigen eine starke Nachfrage. In den ersten drei Monaten des Jahres hat China mit 112 Millionen Tonnen rund 7% mehr Rohöl importiert als im Jahr davor.

Brent zur Lieferung im Juni handelt aktuell bei 72,62 US-Dollar pro Barrel an der ICE.WTI zur Lieferung im Juni notiert aktuell bei 67,41 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Derzeit scheinen die preisunterstützenden Faktoren fürs Erste intakt zu sein. Dennoch ist vor allem bei diesem hohen Preisniveau Vorsicht geboten. Denn die Märkte scheinen im Moment die preisbelastenden Faktoren völlig auszublenden. Zum einen würde Saudi-Arabien etwaige Sanktionen gegenüber dem Iran mit Kusshand und sofort durch eine höhere Produktion ausgleichen. Zum anderen steigt die US-Ölproduktion beständig massiv weiter an.

Die EIA hat erst vergangenen Woche die US-Ölproduktionsprognose für 2019 erneut nach oben revidiert, auf nunmehr 11,44 Millionen Barrel proTag. Dazu passt auch der unerwartet starke Anstieg der US-Rohöllagerbestände in der vorvergangenen Woche und der massive Anstieg der US-Rohölproduktion um 65.000 Barrel pro Tag auf ein neues Rekordhoch bei 10,5 Millionen Barrel täglich.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis ist in der vergangenen Woche weiter gestiegen, bewegte sich aber sehr volatil.

Natürlich profitierte der Goldpreis dabei in der letzten Woche auch von seinem klassischen Status als sicherer Hafen, als der das Gold angesichts des Konfliktes zwischen den USA und Russland aufgrund der Syrienkrise wieder verstärkt wahrgenommen wurde.

Entsprechend wurden allerdings auch bei Meldungen wonach die überspitzte Rhetorik seitens des US-Präsidenten ausgehend vom Weißen Haus abgemildert wurde, Gewinnmitnahmen vorgenommen.

Gold handelt aktuell bei 1.345,40 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Goldpreis dürfte seinen übergeordneten Aufwärtstrend auch weiterhin fortsetzen, angesichts der bestehenden geopolitischen Risiken, des Handelskrieges und der Ausgangslage in den Notenbanken.

Industriemetalle: Aluminium

Der Aluminiumpreis ist in der letzten Woche sprunghaft gestiegen. Hintergrund dafür sind die von den USA eingeführten Sanktionen gegen russische Oligarchen und deren Firmen. Diese wenden sich auch gegen den Oleg Deripaska, Chef des größten russischen Aluminium-Konzerns Rusal.

Die Sanktionen sollen es den Unternehmen so gut wie unmöglich machen, ihre Geschäfte in US-Dollar abzuwickeln. Entsprechend bestehen große Sorgen über mögliche Versorgungsengpässe am Aluminiummarkt. Denn Rusal hat eigenen Angaben zufolge zuletzt im 4. Quartal 2017 fast die Hälfte seiner Aluminiumproduktion nach Europa verkauft.

Und auch die Börsen haben in der vergangenen Woche nun auf die Sanktionen der USA gegen Russland reagiert. So gaben die LME und die Comex bekannt, ab dem 17. April vorläufig keine Aluminiumbarren von Rusal mehr zur Hinterlegung der jeweiligen Futures-Kontrakte zu akzeptieren.

Aluminium handelt aktuell bei 1,02 US-Dollar pro Pfund.

Aluminiumpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Quelle: infomine.com

Ausblick

So lange der Aluminiummarkt durch politische Eingriffe in Unsicherheit gestürzt wird, dürfte sich das hohe Preisniveau vorerst halten.

Agrarrohstoffe: Zucker

Der Zuckerpreis ist in der vergangenen Woche weiter gesunken und fiel kurzzeitig sogar unter die Marke bei 12 US-Cent pro Pfund – das entspricht dem niedrigsten Preis seit 2,5 Jahren.

Grund ist die Erwartung hoher Exporte aus Indien und Thailand. In Indien trifft eine hohe Produktion auf hohe Lagerbestände. Hinzu kommen derzeit schleppende Absätze in Indien.

Zucker zur Lieferung im Juli handelt derzeit bei 12,22 US-Cent pro Pfund an der ICE.

Zuckerpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Zuckerpreis dürfte vorerst gedämpft bleiben.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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