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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 05.03.-12.03.2018: US-Handelskrieg belastet Metallpreise

Die Rohölpreise gaben in der vergangenen Woche nach, konnten aber am Freitag die Wochenverluste wieder fast aufholen.

Druck auf die Ölpreise übte weiterhin die fundamentale Ausgangslage aus. So sieht die Internationale Energieagentur IEA den globalen Ölmarkt reichlich versorgt. Grund dafür ist vor allem die steigende US-Produktion. Demnach soll die US-Rohölproduktion in den kommenden 5 Jahren dank des Schieferöls um weitere 2,7 Millionen auf 12,1 Millionen Barrel pro Tag steigen.

Damit würde das Produktionswachstum in den USA den erwarteten Anstieg der globalen Ölnachfrage bis 2020 fast alleine decken. Kommen noch das Produktionswachstum in Brasilien, Kanada und Norwegen hinzu, so würden diese vier Länder alleine das gesamte Nachfragewachstum sogar übertreffen. Damit sinkt der Bedarf an OPEC-Öl schon 2019 auf 31,8 Millionen Barrel pro Tag und damit unter das Niveau der gegenwärtigen OPEC-Produktion.

Auch die US-Energiebehörde EIA gab in der vergangenen Woche neue Prognosen bekannt. Wieder wurde eine Erhöhung der Produktionsschätzung für die USA in diesem Jahr bekannt gegeben: nun erwartet die EIA einen Anstieg der US-Rohölproduktion um 1,4 Millionen Barrel pro Tag für 2018. Damit würde das Produktionsniveau von 11 Millionen Barrel pro Tag schon im Oktober erreicht werden, einen Monat früher als bislang erwartet. Somit sind die USA ab dem 4.Quartal der weltweit größte Rohölproduzent.

Die deutlich höhere US-Ölproduktion führt dazu, dass das Nicht-OPEC-Angebot in diesem Jahr laut EIA-Schätzung um 2,5 Millionen Barrel pro Tag steigen wird. Die globale Ölnachfrage dürfte dagegen laut EIA nur auf 1,7 Mio. Barrel pro Tag steigen. Damit sinkt der Bedarf an OPEC-Öl in 2018 auf gut 32 Millionen Barrel pro Tag, was einem Rückgang um 200.000-300.000 Barrel pro Tag gegenüber dem aktuellen Produktionsniveau entspricht.

Zudem berichtetet das US-Energieministerium von einem Anstieg der US-Rohölvorräte in der vorvergangenen Woche um massive 2,4 Millionen Barrel.

Am Freitag erhielten die Ölpreise dann Unterstützung aufgrund eines überraschenden Rückgangs der aktiven Ölbohrungen in den USA, sowie den Erwartungen an Gesprächen zwischen den USA und Nordkorea, was den Risikoappetit der Marktteilnehmer anheizt.

Brent zur Lieferung im Mai handelt aktuell bei 65,59 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Mai notiert aktuell bei 61,95 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

So lange der Risikoappetit bei den Marktteilnehmern hoch ist dürften die Ölpreise ungeachtet der Meldungen über die üppige Versorgungslage Unterstützung erhalten.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis ist im Wochenvergleich zwar gestiegen, bewegte sich aber deutlich volatil. Hintergrund für die Schwankungsintensität des Goldpreises waren auch in der letzten Woche übergeordnet die Bewegungen im US-Dollar.

Sorgen um einen Handelskrieg ausgehend von den USA und Entspannungszeichen im Konflikt mit Nordkorea wirkten belastend auf die US-Währung und boten dem Goldpreis Unterstützung.

Hingegen boten gute Arbeitsmarktdaten und ein schwächerer Euro dem US-Dollar wieder Unterstützung, was wiederum den Goldpreis belastetet.

Gold handelt aktuell bei 1.322,60 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Kurzfristig bestimmen die Währungsschwankungen den Kurs des Goldpreises, aber langfristig bleiben die Faktoren für eine den Goldbullenmarkt intakt.

Industriemetalle: Kupfer

Die Industriemetalle standen im Wochenvergleich unter Druck, insbesondere zum Ende der vergangenen Woche.

Konnte zu Beginn der vergangenen Woche noch zunächst ein schwächerer Dollar für Preisgewinne unter den Industriemetallen sorgen, erhielten die Metallpreise ab Mitte der letzten Woche deutliche Dämpfer.

Grund dafür ist ein drohender Handelskrieg vor allem zwischen den USA und China, nachdem die USA mit der Einführung von Strafzöllen zunächst auf Aluminium und Stahl mit den angekündigten protektionistischen Maßnahmen ernst gemacht haben.

Das Konjunkturmetall Kupfer als Spiegel der Stimmung an den Industriemetallmärkten gab entsprechend ab und handelt aktuell bei 3,12 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Übergeordnet dürften die Metallpreise wieder Unterstützung erhalten.

Agrarrohstoffe: Zucker

Die Zuckerpreise gaben auch in der vergangenen Woche weiter nach. Nach wie vor hängt das hohe Angebot über dem Markt.

Zudem hatte die Internationale Zuckerorganisation ISO erst vor kurzem erneut ihre Prognosen entsprechen angepasst. So geht die ISO nun davon aus, dass das Defizit in der vergangenen Saison tatsächlich um 560.000 Tonnen geringer war als ursprünglich angenommen. Dieses beziffert die ISO nun bei 2,54 Millionen Tonnen.

Zudem hob die ISO die Prognose für den Überschuss der laufenden Saison um 120.000 auf 5,15 Millionen Tonnen an.

Und auch für die kommenden Saison 2018/19, beginnend im Oktober, erwartet die ISO einen weiteren Überschuss für den globalen Zuckermarkt.

Zucker zur Lieferung im Mai handelt aktuell bei 12,84 US-Cent pro Pfund an der ICE.

Zuckerpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Zuckerpreise dürften vorerst weiterhin unter Druck stehen.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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