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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 02.10.-09.10.2017: Goldpreis: Gewinnmitnahmen beendet?

In der vergangenen Woche war die Ölpreisentwicklung durch ein Auf und Ab gekennzeichnet, wobei im Wochenvergleich ein Minus zu verzeichnen ist.

Dabei gab es genügend preisunterstützende News. Angefangen bei einem höheren Konjunkturoptimismus und dem damit verbundenen höheren Risikoappetit der Marktteilnehmer. Über die Bereitschaft von Russland und Saudi-Arabien die freiwilligen Produktionskürzungen auch für längere Zeit beizubehalten. Bis hin zu einem unerwartet starken Abbau der US-Rohöllagerbestände um 6 Millionen Barrel. Doch auch die Schließung einiger Ölplattformen im Golf von Mexiko im Vorfeld des Tropensturms Nate konnte die Preise nicht nachhaltig abstützen.

Stattdessen war es gerade die Angst der Marktteilnehmer, dass Tropensturm Nate erneut für steigende Lagerbestände sorgen könnte, wenn es wieder zu Schließungen der Raffinerien im Golf von Mexiko kommt, welche die Preise unter Druck setzte.

Daneben gibt es aber auch spezifische Gründe welche die Stimmung im Ölmarkt dämpfen. So hat die OPEC im September laut Reuters 25,89 Millionen Barrel Rohöl pro Tag exportiert. Damit sind die Exporte um 560.000 Barrel pro Tag gestiegen. Das entspricht einem Anstieg um 2% gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr sind die OPEC-Exporte sogar um 1,84 Millionen Barrel pro Tag gestiegen. Das ist ein Anstieg um 7,7%. Und auch die OPEC-Produktion ist Reuters zufolge im September um 50.000 Barrel pro Tag gestiegen.

Brent zur Lieferung im Dezember handelt aktuell bei 55,68 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Dezember notiert aktuell bei 49,64 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Kurzfristig dürften die Ölpreise abhängig bleiben von der Entwicklung im Golf von Mexiko. Mittelfristig dürfte der Druck auf den Preisen aber erhalten bleiben, aufgrund der steigenden US-Ölproduktion, sowie der Tatsache dass die OPEC-Kürzungen noch immer nicht vollumfänglich von allen Mitgliedern umgesetzt werden. Daran ändert auch die Übererfüllung der Quoten durch Saudi-Arabien nichts.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis stand zwar auch in der vergangenen Woche übergeordnet unter Druck, konnte aber zum Ende der Woche wieder zulegen und prallte von der Marke bei 1.260 US-Dollar deutlich nach oben ab.

Ein gestiegener Konjunkturoptimismus aufgrund robuster US-Konjunkturdaten, festere US-Aktienmärkte und insbesondere ein stärkerer US-Dollar setzten den Goldpreis übergeordnet weiter unter Druck. Dazu passen auch die Abflüsse aus den ETFs in der letzten Woche die am aufzeigen, dass die Spekulanten (Institutionelle) aktuell wieder Gewinne mitnehmen.

Am Freitag prallte der Preis allerdings deutlich von der wichtigen Marke bei 1.260 US-Dollar nach oben ab und legte in kurzer Zeit um 1,2% zu. Als Auslöser dienten schwache US-Arbeitsmarktdaten, welche Zweifel an einer raschen nächsten Zinsanhebung der FED aufkommen lassen.

Aktuell handelt Gold bei 1.276,10 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Obgleich die US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag aufgrund der Hurrikans verzerrt waren dienten sie als Auslöser für einen Preissprung im Goldpreis. Das macht deutlich, dass die großen Spekulanten ihre Gewinnmitnahmen nun langsam beenden dürften.

Industriemetalle: Kupfer

Die Industriemetallpreise starteten allesamt deutlich fester in die vergangene Handelswoche. Grund dafür waren in erster Linie positive Konjunkturdaten aus China und den USA. So ist der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) in China im September entgegen den Erwartungen deutlich gestiegen. Mit 52,4 Punkten erreichte er den höchsten Wert seit April 2012. Und auch der ISM-Index in den USA ist im September entgegen den Erwartungen gestiegen. Mit 60,8 Punkten erreichte dieser den höchsten Wert seit Mai 2004.

Im Wochenvergleich trennte sich bei den Metallpreisen dann allerdings die Spreu wieder vom Weizen und marktspezifische Entwicklungen gewannen die Oberhand. So gaben Nickel und Aluminium beispielsweise aufgrund von Überschüssen ab, während der Kupferpreis weiter zulegen konnte. Hier gab es zwar Meldungen, dass sich in Chile die Kupferproduktion von den streikbedingten Ausfällen wieder erholt hat. Doch der Rückstand gegenüber dem Vorjahr wird in diesem Jahr nicht mehr aufgeholt werden können.

Kupfer handelt aktuell bei 2,98 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Kupferpreis dürfte zumindest gut nach unten abgestützt bleiben.

Agrarrohstoffe: Arabica Kaffee

Der Preis pro Pfund Arabica-Kaffee sank in der vergangenen Woche zunächst auf den tiefsten Stand seit über 3 Monaten, um hernach wieder deutlich aufzuholen und die Verluste bis zum Ende der Woche wieder wett zu machen. Im Wochenvergleich steht entsprechend auch ein Plus zugute.

Unter Druck geriet der Preis zu Beginn der vergangenen Woche zunächst aufgrund von Regenfällen in den Anbaugebieten in Brasilien. Diese sind wichtig für die Blüte der Kaffeebäume, was Auswirkungen auf die Produktion der kommenden Ernte 2018/19 hat.

Am Donnerstag veröffentlichte dann der US-amerikanische Wetterdienst MIDA Information Service allerdings die Warnung vor einer kommenden Trockenheit in den betreffenden Kaffeeanbaugebieten Brasiliens. Dies dürfte die Blüte der Kaffeebäume deutlich unter Druck setzen, denn für eine gute Entwicklung wären weitere Niederschläge notwendig. Entsprechend sprang der Arabica-Preis nach oben.

Arabica-Kaffee zur Lieferung im Dezember handelt aktuell bei 1,30 US-Dollar pro Pfund an der ICE.

Arabica-Kaffeepreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Kaffeepreise dürften weiterhin im Bann der Wetternachrichten bleiben. Entsprechend konkrete Daten bleiben abzuwarten, doch sollten sich die Warnungen vor der Trockenheit erneut bestätigen dürften die Kaffeepreise wieder deutlicheres Aufwärtspotenzial haben.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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