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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 02.04.-09.04.2018: Rohstoffe: Handelskrieg fordert Opfer

Die Ölpreise sind am vergangenen Freitag deutlich zurückgekommen. Zu Beginn der vergangenen Woche hatten die Preise dagegen noch deutliche Unterstützung erhalten.

Grund für den Ölpreisrückgang ist der sich verschärfende Handelskrieg ausgehend von den USA. So hatte US-Präsident Trump gedroht, man werde weitere chinesische Produkte mit Einfuhrzöllen im Gesamtwert von 100 Milliarden US-Dollar belegen. Dies als Antwort auf die chinesische Einführung von Handelszöllen auf diverse US-Produkte, was als Antwort auf die Einführung von US-Zöllen auf chinesische Produkte im Wert von 50 Milliarden US-Dollar geschehen war.

Dämpfend wirkte ebenfalls ein Anstieg der US-Rohölproduktion auf gut 10,4 Millionen Barrel pro Tag.

Auch die Meldung über den Anstieg der Rohölproduktion Russlands im März. auf ein 11-Monatshoch von 10,97 Millionen Barrel pro Tag drückte zwischenzeitlich auf die Preise. Damit hat Russland die vereinbarten Produktionskürzungen nur zu 93,4% umgesetzt.

Preisunterstützend wirkten dagegen die neuen Zahlen zur OPEC-Ölproduktion. Einer Bloomberg-Umfrage zufolge fiel die OPEC-Fördermenge im März um weitere 170.000 auf 32,04 Millionen Barrel pro Tag. Der Großteil des Rückgangs entfiel zwar wie zu erwarten auf Venezuela. Doch auch außerhalb des krisengebeutelten Landes wurde die Produktion reduziert, zum Beispiel in Algerien aufgrund von Wartungsarbeiten und in Libyen wegen der vorübergehenden Schließung von Ölfeldern.

Auch Saudi-Arabien förderte deutlich unter dem vereinbarten Produktionsziel mit einer weitgehend unveränderten Menge von 9,87 Millionen Barrel pro Tag. Die Umsetzung der Produktionskürzungen lag auf Basis der Bloomberg-Zahlen insgesamt bei rekordhohen 163%, ohne Venezuela bei 125%.

Somit wäre der Ölmarkt mit einer Produktion von knapp über 32 Millionen Barrel pro Tag ab dem zweiten Quartal deutlich unterversorgt, da der Bedarf an OPEC-Öl bis Ende des Jahres gemäß den aktuellen IEA-Schätzungen bei durchschnittlich 32,5 Millionen Barrel pro Tag liegt.

Brent-Öl zur Lieferung im Juni handelt aktuell bei 66,93 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI-Öl zur Lieferung im Juni notiert aktuell bei 61,83 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Ölpreise dürften vorerst unterstützt bleiben, so lange Sorgen in Bezug auf eine Unterversorgung Bestand haben.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis stand am Freitag aufgrund von Gewinnmitnahmen unter Druck, nachdem der Preis in der vergangenen Woche zunächst zugelegt hatte.

Der Goldpreis erhielt Unterstützung durch den sich zuspitzenden Handelskonflikt zwischen den USA und China. Auch sinkende Aktienmärkte, sowie die Unsicherheit nach den wiederholten Angriffen von US-Präsident Donald Trump auf das US-Unternehmen Amazon.com und dessen Chef Jeff Bezos führten zu einer steigenden Nachfrage nach Gold als dem Sicheren Hafen.

Gold handelt aktuell bei 1.333,40 US-Dollar pro Unze, nachdem der Preis noch am Donnerstag auf fast 1.350 US-Dollar pro Unze gestiegen war.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Goldpreis dürfte übergeordnet weiterhin als Sicherer Hafen Unterstützung finden.

Industriemetalle: Kupfer

Bei den Industriemetallen verlief die vergangene Handelswoche volatil, im Wochenvergleich aber stärker.

Unterstützung erhielten die Preise sicher durch positive Konjunkturdaten aus China und den USA. In China ist der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) im März stärker als erwartet gestiegen. Der von Caixin erhobene PMI ist zwar gefallen, doch beide PMIs befinden sich im expansiven Bereich und deuten auf ein stabiles Wachstum der chinesischen Wirtschaft hin. In den USA ist der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe im März zwar stärker als erwartet gefallen, er liegt aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau.

Druck auf die Preise brachte allerdings der sich zuspitzende Handelskrieg zwischen den USA und China.

Konjunkturmetall Kupfer handelt aktuell bei 3,05 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Kupferpreis dürfte vorerst volatil bleiben, übergeordnet aber Unterstützung erfahren.

Agrarrohstoffe: Kakao

Der Kakaopreis stand in der vergangenen Woche aufgrund von Gewinnmitnahmen unter Druck.

Nach wie vor gilt: für die aktuelle Saison wird inzwischen ein geringerer Überschuss prognostiziert als zuvor, sowie ein leichtes Defizit in der kommenden Saison. Nachdem die Kakaopreise in den vergangenen 2 Jahren deutlich abgegeben hatten aufgrund der Überschusssituation, waren die Preise reif für eine Erholung.

Kakao zur Lieferung im Juli handelt aktuell bei 2.495 US-Dollar pro Tonne an der ICE.

Kakaopreis in USD/Tonne in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Derzeit sieht es so aus, als hätte der Kakaopreis zunächst ein Top erreicht. Dementsprechend könnte es zunächst zu einer Konsolidierung kommen, bevor die Preise möglicherweise wieder anziehen, wenn sich alle Befürchtungen hinsichtlich der Produktion bestätigen.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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