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Peak Gold sorgt für langfristig steigenden Goldpreis

Gold befindet sich in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Es bestehen derzeit 5 überzeugend gute Gründe dafür. Einer davon: der Gold-Bergbau hat aktuell einen Zenit überschritten.

5 gute Gründe für einen steigenden Goldpreis

Vor 5 Wochen hatte ich Ihnen 5 Gründe für den derzeit steigenden Goldpreis genannt. Neben jenen Gründen die langfristig Bestand haben natürlich, wie zum Beispiel, dass Gold das bevorzugte Mittel der Wahl bei der Vermögenssicherung ist und das schon seit Jahrtausenden Menschheitsgeschichte. Oder dass Gold die einzige echte Alternative zum Bargeld darstellt. Aber für den aktuellen Bullenzyklus sind es vor allem 5 Gründe welche den Goldpreis antreiben.

  1. Die Bewertungen in den breiten Aktienmärkten sind alarmierend hoch und es ist sehr fraglich ob die Erwartungen noch erfüllt werden können. Diesen Grund hatte ich Ihnen zu Beginn schon im Detail erläutert.
  2. Die globalen Zinssätze sind extrem niedrig und werden es auch bleiben (bis in den negativen Bereich). Mit diesem Punkt hatte ich mich hernach ausführlich beschäftigt.
  3. Die Schwäche des US-Dollar ist der wichtigste Punkt auf der Agenda von Fed und EZB. Diesen Aspekt beleuchtete vor 3 Wochen mein Kollege Jim Rickards hier im Rohstoff Daily.
  4. Die geopolitischen Risiken erreichen ein Level des Wahnsinns (von Nordkorea bis in die USA). Mit diesem Punkt hatte ich mich vorletzte Woche beschäftigt.
  5. Last but not least bleibt die Angebots- und Nachfragesituation im Goldmarkt angespannt, mit viel zu geringen Investitionen im Goldbergbau und einer wachsenden Nachfrage. Mit dem wichtigen Punkt der Nachfrageentwicklung hatte ich mich letzte Woche detailliert auseinandergesetzt. Heute widme ich mich der Entwicklung auf der Angebotsseite die überaus schwer wiegt.

„Wir erreichen Peak Gold“

Wann immer ich einen Schlagwort-Ausdruck wie „Peak Gold“ lese, was bedeutet, dass die aktuelle Goldförderung bereits ihren Zenit überschritten hat, erwarte ich in der Regel eine reißerische Darstellung und einen Beitrag der mir irgendetwas verkaufen möchte.

Doch wenn der Vorsitzende des World Gold Council selbst, Randall Oliphant, eine solche Möglichkeit ins Spiel bringt, dann muss mal hellhörig werden. In einem Interview mit Bloomberg sagte Oliphant, dass die Bergbauindustrie möglicherweise schon jetzt die Höchstmenge an Gold produziert habe, die man jemals in einem Jahr produzieren wird. Oliphant geht davon aus, dass die Produktion sich bestenfalls zunächst stabilisieren werde, bevor es zu einem Rückgang kommt.

Und Oliphant steht mit dieser Einschätzung nicht alleine. Auch andere Markt-Insider zeigen sich besorgt. „Der Gold-Bergbau befindet sich längst nicht mehr in einer Wachstumsphase“  so David Harquail, CEO von Franco-Nevada, „Derzeit ersetzen neue Minenprojekte gerade einmal noch die alten, denen das Erz ausgegangen ist.“

800 Millionen US-Dollar für den Stillstand

Tatsächlich erschöpft sich die Goldbergbauindustrie zunehmend selbst. Die Goldproduktion verbraucht Reserven, während neue, große Lagerstätten immer seltener entdeckt werden. Es gibt schließlich auch immer weniger davon und sie befinden sich in immer entfernteren Gegenden. Praktisch die gesamte Welt wurde mindestens schon einmal nach Bodenschätzen abgesucht und einige Regionen wurden bereits mehrmals erforscht.

Nun gibt einer der Hauptakteure, Kinross Gold, mehr als 800 Millionen Dollar aus, um im Wesentlichen seine statische Reichweite in Bezug auf die Ratio von Abbau zu Reserven stabil zu erhalten. Vorvergangene Woche kündigte der kanadische Bergbaukonzern an, dass man die Expansionsanstrengungen auf den Minen in Nevada und Mauretanien vorantreiben werde, um das aktuelle Produktionsniveau zu erhalten – nicht etwa zu erhöhen. Für 800 Millionen US-Dollar!!!! Lassen Sie das einmal auf sich wirken….

Gold-Minen-Produktion hat massive Probleme

Es ist schon so: der weltweite Gold-Bergbau beginnt massiv zu schwächeln. Aktuell sind es neue Umweltauflagen in China und anhaltende Probleme zwischen den Minenbetreibern und den Regierungen verschiedener afrikanischer Länder, welche die weltweite Minen-Produktion unter Druck setzen.

Aber langfristig hat der Gold-Bergbau mit viel gravierenderen Problemen zu kämpfen.

Denn die Pipeline an neuen Gold-Minen-Projekte ist überaus klein. Spätestens an 2019, so schätzt das World Gold Council, dürfte diese Entwicklung dann voll durchschlagen und das weltweite Gold-Angebot massiv einschränken.

Investitionen im Gold-Bergbau auf Tiefststand

Mit einer der wichtigsten Gründe für diese beunruhigende Entwicklung sind die extrem gesunkenen Investitionen in den Auf- und Ausbau neuer Projekte. Während der Schwächephase im Gold-Bergbau von 2011 bis 2015 haben die meisten, vor allem die großen, Bergbaukonzerne ihre Investitionen in Exploration und Entwicklung massiv gesenkt. Das führte zu einem verbesserten Cashflow und reduzierten Schulden – zwei Entwicklungen, die Investoren von der Wall Street bis nach London gerne sehen.

Doch der Nebeneffekt davon ist, dass die Ausgaben für neue Projekte inzwischen auf dem tiefsten Stand seit mehr als 10 Jahren angekommen sind.

Entwicklung der Investitionen im Gold-Bergbau

RSD05.10.2017

Quelle: World Gold Council

Heute geben die Gold-Bergbaukonzerne weniger Geld für den Auf- und Ausbau von Minenprojekten (Exploration und Entwicklung) aus als noch vor 8 Jahren. Und das obwohl der Goldpreis heute höher steht als damals.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen herrscht im Gold-Bergbau noch immer die nackte Angst vor einer Wiederholung der extremen Flautephase zwischen 2011 und 2015, als sich die Schar der Investoren fluchtartig aus dem Markt zurückzog und erst jetzt langsam zurückkehrt, wo die Konzerne ihre Bilanzen „aufgebessert“ haben.

Das ist im Übrigen sicher nicht falsch, auch ein Bergbaukonzern darf sich nicht überschätzen und sinnlos das Geld seiner Aktionäre verbraten. Doch inzwischen geht die Entwicklung ins andere Extrem. Ein Bergbaukonzern ist nun einmal keine Bank, von der man eine strikte Bilanzkontrolle erwarten darf. Ein Bergbaukonzern lebt davon, laufend Geld zu investieren um seine Projektpipeline nicht nur zu ersetzen, sondern auch wachsen zu lassen.

Zum anderen steigen aber auch ganz konkret die Kosten der Bergbauunternehmen an. Allein im 1.Quartal 2017 verbuchte die weltweite Gold-Bergbauindustrie einen Anstieg der AISC-Kosten von 12% gegenüber dem Vorjahr. Es ist nun einmal Realität: wer heute noch Gold finden will, muss tiefer graben, an entlegene Orte fahren oder solche die mit hohen politischen Risiken verbunden sind und sich darauf gefasst machen, dass die Erzproduktion und Goldgewinnung schwieriger und damit immer teurer werden.

Fazit zum Peak Gold

Die Entwicklung im Gold-Bergbau ist beängstigend, vor allem da der Markt sie bisher totschweigt. Die weltweite Gold-Bergbauindustrie hat massive Probleme, die sich spätestens ab 2019 mit einer sinkenden Produktion bemerkbar machen werden. Vorher dürfte ein bereits kostspieliger Stillstand auf die Angebotsseite im Goldmarkt zukommen.

Derzeit ist diese dramatische Entwicklung im Goldpreis noch in keiner Weise eingepreist. Doch sobald der Markt realisiert was hier passiert, wird es zu einer starken und raschen Anpassung nach oben kommen. Dann ist die nächste massive Aufwärtsrallye im Goldpreis bereits in vollem Gange. Der beste Einstiegszeitpunkt bevor es zum nächsten Gold-Mega-Trend kommt ist also jetzt.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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