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Ölpreis-Ausblick 2019 Teil 3: Donald Trump und andere Unsicherheitsfaktoren

Der Ölpreis dürfte in 2019 weiter steigen. Doch es gibt Unsicherheitsfaktoren, die wieder für eine erhöhte Volatilität sorgen könnten. Welche das sind, klären wir heute.

Sehen wir uns zunächst an, wie stark die Volatilität im Ölmarkt zuletzt gestiegen ist.

Ölpreis: Seit Oktober hochvolatil

RSD17.01.19

Quelle: stockcharts.com

Hier dargestellt ist oben der Brent-Ölpreischart über die letzten 12 Monate. Unten sehen Sie den Average True Range Indikator, der ein Maß für die Volatilität im Ölpreis ist.

Sie können sehen, dass die Volatilität ab Oktober letzten Jahres massiv gestiegen ist.

Dies hat mit vor allem mit einem Unsicherheitsfaktor zu tun: Donald Trump

  1. Unsicherheitsfaktor in 2019: Donald Trump und der Iran

Schon im vergangenen Jahr ließ sich auf die Worte des US-Präsidenten hinsichtlich seiner Iran-Politik nichts geben. Anfänglich verfolgte er, nach üblicher Wild-West-Manier, eine harte Linie: Man wolle die Ölexporte des Iran auf Null reduzieren, hieß es. Die Sorgen vor einer Ölknappheit wuchsen dementsprechend massiv und die Ölpreise vollführten Höhenflüge.

Doch dann räumten die USA schließlich doch einigen wichtigen Staaten wie Indien, China, Italien und der Türkei Ausnahmeregelungen ein. Die Folge: das Ölangebot verknappte sich nicht und die Preise fielen in den Keller.

Die Ausnahmeregelungen sollen nun erstmal für ein halbes Jahr gelten und könnten danach erneuert werden. Im April wird das Thema also wieder aktuell werden.

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Es bleibt nur fraglich, was kommen wird. Werden die Ausnahmeregelungen weiter geführt und entpuppt sich Trumps Gerede als ständige leere Drohung? Oder macht Trump seine Drohungen diesmal wahr? Der zweite Fall dürfte den Ölpreisen mächtig Auftrieb verleihen.

  1. Unsicherheitsfaktor: Donald Trump und das Ölnachfragewachstum

Der US-Präsident mag allein nicht über das Ölnachfragewachstum entscheiden können, aber seine Handlungen beeinflussen bereits das Wachstum der Weltkonjunktur. Sollte sich der Handelsstreit mit China, den die USA vom Zaun gebrochen haben, nicht bald in Wohlgefallen auflösen, dann könnte dies durchaus negative Auswirkungen auf das Ölnachfragewachstum haben. Vor allem die Schwellenländer sind hier zu nennen. Sollte die Weltkonjunktur tatsächlich abschmieren, dürften die Ölpreise dann ebenfalls einen Rückzug antreten.

  1. Unsicherheitsfaktor: Geopolitische Risiken

Die US-Sanktionen gegen den Iran sind nicht das einzige geopolitische Risiko. Auch andere Länder sind höchst instabile Staaten, mit massiven Problemen. Zu nennen sind beispielswiese Nigeria, wo im kommenden Jahr Wahlen anstehen, oder auch Libyen das gegen Rebellen kämpft, sowie das extrem krisengeplagte Venezuela. Wenn die Ölförderung in nur einem dieser Länder stärker als erwartet einbricht, würde dies dem Ölpreis zusätzliche Unterstützung bieten.

Fazit: Erholung ja, aber blinde Freude nein

Gestern haben wir uns mit den Faktoren beschäftigt, die für eine Fortsetzung der Erholung sprechen. Diese sind intakt. Doch einige Unsicherheitsfaktoren bestehen. Ob sie den Ölpreisen nun Unterstützung bieten oder diese unter Druck setzen würden, sei fürs Erste  dahingestellt – mit volatilen Phasen sollte in den Ölpreisen auch in diesem Jahr gerechnet werden.

 

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