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Aktien : Milde Sanktionsantwort aus Moskau – die Börsen steigen

In der vergangenen Woche schrieb ich Ihnen, dass ich sehr genau auf die russische Sanktionsantwort achten werde, da die Gefahr besteht, dass die deutsche Wirtschaft über einen Öl- und Gaslieferstopp lahmgelegt werden könnte.

Bis jetzt milde Sanktionsantwort aus Moskau – Börsen steigen!

Nun, die Antwort aus Moskau fiel bisher erstaunlich milde aus. Einige westliche Politiker wurden mit einem Einreiseverbot nach Russland belegt. Moskau hat zudem einige Leasingflugzeuge westlicher Firmen beschlagnahmt. Das war`s.

Unter den gegebenen Umständen ist das eine erstaunlich milde Reaktion. Und vielleicht ein Grund, warum sich die Börsen in der vergangenen Woche so kräftig erholen konnten. Moskau hält eisern an seinen Kriegszielen in der Ukraine fest, was schlimm genug ist. Aber eine Eskalation an der Sanktionsfront wollen sie offenbar vermeiden. Und das zählt für die Börsen derzeit am meisten.

Bleiben Sie flexibel!

Das macht die prekäre Situation für viele Unternehmen zwar nicht besser. Aber es wird erst einmal auch nicht noch schlimmer. Vermutlich reicht das den Börsen, um ihre Erholung fortzusetzen.

Geht die seit rund einer Woche laufende Entspannung weiter, dürfte die seit dem vergangenen Sommer laufende, große Toppbildung beim DAX und auch beim S&P 500 zunächst abgebrochen werden.

Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass die laufende Erholung schon bald mit kräftigen Verkäufen abgebrochen wird und wir deutliche neue Crashtiefs sehen. Kurz gesagt: in dieser Situation ist alles möglich. Sie als Anleger müssen daher auch für alle Richtungen offenbleiben.

Rezession ist unausweichlich, Kurse müssen wieder fallen

Unter fundamentalen Gesichtspunkten müssten die Kurse eigentlich fallen wie ein Stein. Zuerst hat die Coronapolitik eine starke Inflation, eine nie geahnte Mangelwirtschaft und eine extreme Schwächung der Finanzdecke der Unternehmen bewirkt. Jetzt werden diese extrem negativen Effekte noch durch den Ukrainekrieg samt Sanktionen und Energiekrise und die zu spät eingeleitete, kontraproduktive Zinswende in den USA dramatisch verstärkt.

Eine Rezession in diesem Jahr scheint mir völlig sicher zu sein. Die Frage ist lediglich, wann die Börsen diese Entwicklung zur Kenntnis nehmen.

Fundamentaldaten und Börsen können kurzfristig auch schon mal in entgegengesetzte Richtungen laufen. Es ist durchaus möglich, dass wir trotz einer massiven Schwächung der Gewinnentwicklung der Unternehmen nochmals eine kräftige “Idiotenrally” bekommen, in der die Börsen ihre gesamte Ignoranz präsentieren. Bevor dann doch der große Crash kommt.

Im Jahr 2007 lief das auch so ab. Die kommenden Monate werden sicher eine Herausforderung. Die wir ebenso gut meistern werden wie jede andere Krise zuvor auch.

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen. Seit Februar 2009 obliegt ihm die Chefredaktion für den überaus erfolgreichen Börsenbrief DAX Profits.

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