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Maispreise: Schlüsselfaktor US-Markt

Hochvolatil bewegten sich die Maispreise in 2017. Der Grund: die US-Ernteaussichten. Daraus lässt sich lernen.

Maispreis: +14% zur Jahresmitte, am Ende aber doch -0,36%

Quelle: stockcharts.com

Im Juli 2017 überschritt der Maispreis kurzzeitig wieder die Marke von 400 US-Cents je Scheffel. Ein Plus von 14% seit Jahresbeginn 2017. Danach befand sich der Preis allerdings wieder auf dem Rückzug und die Spekulanten hielten im November des vergangenen Jahres  rekordhohe Netto-Short-Positionen, bevor sich der Preis zum Ende des letzten Jahres wieder leicht erholte. Dennoch verbuchte der Maispreis über das Jahr 2017 einen leichten Verlust von -0,36%.

Marktdefizit – ja oder nein?

Und das, obwohl seit Langem für den globalen Maismarkt 2017/18 ein erhebliches Angebotsdefizit prognostiziert wird. Diese Prognose war auch der Grund für den Preisanstieg bis in den Sommer 2017.

Das Erntejahr 2016/17 war ein echtes Rekordjahr. Die US-Farmer hatten eine rekordhohe Fläche von 94 Millionen Acres mit Mais bepflanzt.

Anbaufläche sinkt

Wie es oft nach solchen Rekordjahren der Fall ist, hatten die US-Landwirte im Folgejahr eine deutlich geringere Fläche mit Mais bestellt. Aktuell geht das US-Landwirtschaftsministerium von einer Anbaufläche in Höhe von 90,2 Millionen Acres aus.

Doch dann überraschte das USDA mit der Erwartung von deutlich höheren Erträgen in 2017/18 als zuvor angenommen.

Aber die Erträge steigen deutlich

Die aktuelle Prognose geht davon aus, dass nach Erträgen von 174,6 Scheffel pro Acre in 2016/17 der Ertrag anstatt zu sinken in 2017/18 auf 176,6 Scheffel pro Acre steigen soll.

Das war der Grund für den deutlichen Preisrückgang in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres. Denn daraus resultierte ursprünglich die Prognose steigender anstatt fallender Endbestände in 2017/18 gegenüber 2016/17.

Start in 2017/18 mit hohen Mais-Endbeständen auch weltweit

Hinzu kamen dann auch noch gute Maisernten in Brasilien und Argentinien, die noch zu 2016/17 zählte und die ursprünglichen Erwartungen deutlich überstiegen hatten bzw. neue Rekordständeerreichten. Und auch Südafrika, Mexiko und die Ukraine verbuchten gute Ernten. Ebenso konnte die Produktion in der EU in 2016/17 zulegen. Das war der Grund dafür, dass auch weltweit die Endbestände des Jahres 2016/17 hoch waren, die Welt also mit bereits hohen Beständen in die Saison 2017/18 im September letzten Jahres gestartet ist.

Entsprechend starteten die Maispreise gedämpft in das neue Jahr 2018. Doch dann kam die Überraschung….

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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