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Maispreis: Jahresausblick 2018

Das Jahr 2018 hat stark begonnen im Maispreis. Um über 12% hat der Preis pro Scheffel Mais bis Anfang März bereits zugelegt. Und die Chancen sind groß, dass der Maispreis auch über die kommenden Monate noch zulegen und das Jahr 2018 im Plus abschließen wird. Dazwischen dürfte der Markt aber überaus volatil bleiben.

Starker Jahresstart im Maispreis in 2018

Quelle: stockcharts.com

USDA überrascht mit Prognose rückläufiger Endbestände

Nachdem der Maispreis das vergangene Jahr 2017 im Minus abgeschlossen hatte, schien die Sache klar: höhere Flächenerträge würden auch in 2017/18 trotz rückläufiger Anbaufläche für höhere Endbestände sorgen.

Doch nun haben die letzten Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums USDA die Lage völlig umgekehrt. Denn das USDA prognostiziert inzwischen einen Rückgang der Endbestände in 2017/18 auf 2,127 Milliarden Scheffel von 2,293 Milliarden Scheffel in 2016/17.

Dafür gibt es einen gewichtigen Grund: die steigende Nachfrage und insbesondere die steigende Exportnachfrage.

Steigende Nachfrage nach US-Mais unterstützt Preisentwicklung

Insgesamt steigt die Nachfrage nach US-Mais in 2017/18 deutlich gegenüber 2016/1 und zwar sowohl von Seiten der Nahrungsmittel- als auch der Futtermittel- und sogar der Ethanolindustrie.  Das stabile Konjunkturwachstum ist dafür der Grund.

Neu prognostiziert das USDA nun aber auch noch einen massiven Anstieg der Exportnachfrage. Demnach sollen in 2017/18 2,225 Milliarden Scheffel US-Mais in den Export gehen, gegenüber der zuvor getroffenen Prognose von 2,05 Milliarden Scheffel.

Weltweit hohe Nachfrage

Insgesamt geht das USDA weltweit von einer steigenden Maisnachfrage in allen relevanten Konsumländern aus. Zusammengenommen soll der weltweite Verbrauch in 2017/18 um 16,06 Millionen Tonnen gegenüber 2016/17 steigen.

Besonders Chinas Maiskonsum soll rasant zulegen von 232 Millionen Tonnen in 2016/17 auf 241 Millionen Tonnen in 2017/18. Wie Xinhua am 19.03. berichtete erwartet China selbst für das Kalenderjahr 2018 einen Verbrauch von 224 Millionen Tonnen  – das entspricht einer deutlichen Aufwärtsrevision von 1,5 Millionen Tonnen gegenüber der zuvor getroffenen Prognose.

Weltweit rückläufige Produktion

Die höhere Nachfrage trifft in 2017/18 allerdings auch noch auf eine vielerorts rückläufige Produktion. In den USA selbst ist es der Rückgang der Anbaufläche, der trotz höherer Flächenerträge zur rückläufigen Produktion führt.

In der EU kommen die negative Nachrichten vor allem aus den osteuropäischen Staaten und Italien, wo die Erträge weit unter dem Durchschnitt der letzten Jahre bleiben. Der Importbedarf der EU bleibt damit hoch.

In China werden nach sechs Überschussjahren derzeit nicht nur die Lagerbestände abgebaut, auch die Produktion sinkt. Aufgrund der sehr hohen Nachfrage steigt aber der Importbedarf der Volksrepublik weiter deutlich an.

Fazit: Maispreis bleibt volatil und unterstützt

Die aktuelle Situation rückläufiger Endbestände sowohl in den USA als auch weltweit aufgrund einer wachsenden Nachfrage bei gleichzeitig rückläufiger Produktion dürfte die Maispreise mindestens bis Mitte des Jahres hoch halten, bevor das nächste Erntejahr im September beginnt. Noch ist es zu früh für eine Aussage über das kommende Erntejahr.

Sollten sich die Flächenerträge in den USA aber wieder normalisieren und von den Rekordniveaus der letzten zwei Jahre zurückkommen ist angesichts der zu erwartenden niedrigeren Anfangsbestände für 2018/19 auch bis Jahresende mit einem steigenden Maispreis zu rechnen. Insgesamt dürfte die Schwankungsbreite der Maispreise aber auch in 2018 hoch bleiben.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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