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Krisenherde 2018 – Vorsicht vor diesem hochexplosiven Gemisch

Vor uns liegen die spannendsten und wichtigsten Monate der letzten Jahrzehnte. Der erste Handelstag an den Börsen hat uns möglicherweise einen Vorgeschmack auf das gegeben, was uns in den nächsten Monaten erwartet. Nämlich stürmische Zeiten.

Seit dem Fast-Zusammenbruch des Weltfinanzsystems vor rund 10 Jahren wurden große Teile des Systems schockgefroren. Durch eine bislang beispiellose Gelddruckorgie haben die großen Zentralbanken den finalen Crash verhindert. Das Finanzsystem befindet sich seitdem in einem absoluten Ausnahmezustand. Doch statt die großen Probleme zu lösen, wurden sie nur in die Zukunft verschoben.

Märkte tauen auf

Zum ersten Mal seit Ausbruch der größten Wirtschafts- und Finanzkrise haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Die Märkte beginnen aufzutauen. Zum Vorschein kommen die alten Probleme und zahlreiche neue. Dazu gehören Preisblasen, neue gigantische Schuldenberge, veraltete Strukturen und vernachlässigte Reformen. Um nur einige zu nennen. In den kommenden Monaten müssen sich die Märkte ganz langsam aus der Umklammerung der Notenbanken lösen. Es ist das größte Experiment der Geschichte.

Glückliche Umstände haben Crash verhindert

Nur durch die geschickten Manipulationen der Notenbanken, und einer ganzen Reihe glücklicher Zufälle, konnte das System in den letzten Jahren in einer Balance gehalten werden, ohne dass es nach links oder rechts gekippt ist. Zu den glücklichen Umständen gehörte die kaum noch vorhandene Inflation. Die über Jahrzehnte zu den größten Problemen der Notenbanken gehörte. In den kommenden Jahren rechne ich damit, dass die totgesagte Inflation zurückkehrt. Und damit zur größten Gefahr wird.

Inflation entwertet das Ersparte

Zieht die Inflation an, werden die Notenbanken zuerst die Füße stillhalten und eine höhere Inflation tolerieren. Die Dummen sind wieder einmal die Sparer und der kleine Mann. Denn Monat für Monat führt eine höhere Inflation dazu, dass Erspartes und ein Teil des Gehaltes vernichtet werden. Da die Zentralbanken aber irgendwann reagieren müssen, werden sie die Zinsen deutlicher anheben. Mit der großen Gefahr, eine Kettenreaktion auszulösen. Das mit Krediten vollgepumpte Finanzsystem kann dadurch schnell in eine Schieflage geraten.

Zu den weiteren Gefahren gehören die politischen Krisenherde wie beispielsweise der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea. Sowie die Probleme im Nahen Osten. Beides sind Pulverfässer, die jederzeit explodieren können. Auch in Europa stehen wichtige Entscheidungen an. Die Regierungsbildung in Berlin kann zu einem Vertrauensverlust in den Standort Deutschland führen.

Die Wahl in Italien ist hochbrisant und für das Krisenland von großer Bedeutung. Spanien kämpft immer noch gegen die Abspaltung Kataloniens. Und der Brexit könnte nicht so entspannt über die Bühne gehen wie viele erwarten.

Blasen an den Kapitalmärkten

Große Verwerfungen und Turbulenzen an den Kapitalmärkten können das gesamte fragile Gebilde zum Wackeln und letztendlich zum Einsturz bringen. Der Anleihenmarkt ist seit Jahren aufgebläht wie ein Luftballon. Viele Aktienmärkte sind nach der jahrelangen Rallye mittlerweile zu hoch bewertet und bereiten mir große Sorgen. Auch die Immobilienpreise sind in vielen Regionen zu stark und zu schnell und auf ein mittlerweile ungesundes Niveau gestiegen.

All das sind sehr gefährliche Stoffe, die sich bei einem auftauen des Finanzsystems ganz schnell zu einem explosiven Gemisch vermischen. Passen Sie gut auf Ihr Erspartes auf.

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Über den Autor
Thomas Schwarzer

Thomas Schwarzer ist ein Wirtschafts- und Börsenexperte mit ausgeprägter Erfahrung im Wirtschafts- und Börsenjournalismus.

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