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Krieg: Der Mittlere Osten explodiert und mit ihm die Ölpreise

Wenn Sie wissen möchten, woher der nächste Börsencrash kommt, dann werfen Sie einen Blick auf die politische Entwicklung des Mittleren Ostens. Wenn Sie wissen möchten, welche Branche demnächst vor einem großen Comeback steht, finden Sie die Antwort darauf auch in dieser Region. Denn dort bahnt sich ein iranisch-saudischer Großkonflikt mit allen Zutaten an. Beide Staaten betrachten sich als die natürlichen Führungsmächte der islamischen Welt und sind mit großem Geltungsbedürfnis ausgestattet.

Bereits seit Jahren rührt der Iran in allen Töpfen der Region. Gegenwärtig agieren iranische Milizen im Irak, in Syrien und im Libanon. Vor wenigen Tagen testete das iranische Militär quasi nach nordkoreanischem Vorbild eine Mittelstreckenrakete. Saudi-Arabien wiederum bedrängt derzeit mit harten Sanktionen den Nachbarn Katar, um das Emirat in die Golf-Allianz gegen den Iran zu zwingen.

Außerdem bekämpft man im Jemen die schiitischen Huthis, die wiederum logistisch von Teheran unterstützt werden. Dabei finden die Auseinandersetzungen immer entlang konfessioneller Grenzen statt. Der Iran fungiert hierbei als Schutzmacht der schiitischen Minderheiten, während die Saudis ihre Lesart des sunnitischen Islam (Wahabismus) exportieren.

Die seit Jahrzehnten ungelöste Kurden-Frage entzieht sich zwar dieser Logik. Gleichwohl besitzt auch dieser Konflikt enorme Sprengkraft, da mit der Türkei, Syrien, Irak und dem Iran große Teile der Region betroffen sind. Erst in dieser Woche haben sich die Kurden des Irak im Rahmen einer Volksabstimmung vom Zentralstaat losgesagt. Und jetzt rasselt die Türkei mit dem Säbel und zieht massive Truppenverbände in Türkisch-Kurdistan zusammen. Zuvor wird man den irakischen Kurden allerdings erst einmal den Ölhahn zudrehen.

Zur Information: Die Kurden kontrollieren mit der Provinz Kirkuk eines der wichtigsten Ölförderzentren des Iraks. Das Öl von dort wird derzeit über eine türkische Pipeline (Kirkuk-Ceyhan) ans Mittelmeer transportiert. Die Kapazität dieser Pipeline liegt bei 300.000 Barrel pro Tag. Das entspricht ungefähr dem Achtel der deutschen Tagesnachfrage.

Jetzt sind 19 % der Weltproduktion in Gefahr

Keine Frage! Diesen bevorstehenden Lieferausfall wird der Weltmarkt „wegstecken“. Von anderer Qualität ist freilich, wenn die Ölförderer Iran und Saudi-Arabien irgendwo in der Region richtig aufeinanderprallen und es erstmals nicht „nur“ bei Stellvertreterkriegen belassen. Dann wird sofort die Straße von Hormus geschlossen. Im Vergleich mit diesem Transportweg sind etwa die Nordstream-Pipeline und die eingangs erwähnte Ceyhan-Pipeline nur Strohhalme. Denn durch die Meerenge von Hormus werden täglich 18 Millionen Barrel (oder 19 % der Weltnachfrage) verschifft.

Viele Anleger verstehen immer noch nicht, was sich im Mittleren Osten zusammenbraut. Die Erfahrungen mit der letzten Ölkrise, als wir in den 70er Jahren unsere Autobahnen mit Rollschuhen befuhren, liegen schon weit zurück.

Einige professionelle Investoren sind hier etwas weiter und haben in den vergangenen Monaten den Ölpreis erstmals seit 2014 wieder massiv hochgekauft. Zurecht spekuliert man darauf, dass der Markt nächstens wieder eine Risikoprämie für bevorstehende Lieferengpässe nehmen wird. Deshalb ist europäisches Öl (Brent) in den letzten 3 Monaten bereits um knapp 24 % teurer geworden.

Niemand glaubt, dass dieser Preisanstieg auf einer gestiegenen Nachfrage beruht. Nein, der Markt preist den inner-moslemischen Konflikt zwischen den wichtigen Ölförderern Iran und Saudi-Arabien allmählich ein.

Besonders heiß: Fracksand-Lieferanten in den USA

Von dieser neuen Konstellation profitieren jetzt natürlich die Ölproduzenten. Aber Achtung: Wenn Sie jetzt ein Ölunternehmen kaufen, müssen Sie das Förderportfolio Ihres Unternehmens genau kennen. Beispiel: Gegenwärtig bemüht sich der französische Ölmulti Total um verschiedene Lizenzen für iranische Ölfelder.

Das ist nicht besonders clever. Total läuft hier Risiko, vom steigenden Ölpreis nicht zu profitieren, sobald der inner-arabische Konflikt die (eigene) Produktion behindert. Da ist der Ölförderer, den ich für den PARSEVAL ausgewählt habe, deutlich besser. Der fördert stark in den USA und hat jüngst mit Bedacht seine Ölprojekte in der Problemregion (Irak) abgestoßen.

Ganz attraktiv für uns sind jetzt natürlich auch die Dienstleister der Branche. Hier schwöre ich auf einen Fracksand-Lieferanten in den USA. An diesem Titel hatten die PARSEVAL-Investoren bereits 2012 binnen weniger Monate 66 % verdient. Diese Fracksand-Spezialisten sind ausgesprochen heiße Titel und vollziehen díe Entwicklung der Ölpreise immer mit Hebel nach. Je mehr politische Spannung im Mittleren Osten, desto höher hier Ihre Gewinne.

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Über den Autor
Alexander von Parseval

Der Augsburger Vermögensverwalter entstammt einer alten französischen Bankiersfamilie, deren Wurzeln bis in die Spätrenaissance zurückreichen.

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