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Jubel über US-Steuerreform: Alles nur Show!

In Washington laufen die Schlussverhandlungen über massive Steuerkürzungen. Ich verrate Ihnen, welche US-Konzerne am meisten profitieren.

Donald Trumps erster Gesetzeserfolg!

Nachdem der neu gewählte US-Präsident Donald Trump über rund ein Jahr mit all seinen Initiativen stets geblockt wurde, steht er jetzt vor seinem ersten Erfolg in der Gesetzgebung. Es geht um sein neues Steuergesetz, das die Steuersätze für Unternehmen deutlich senken soll.

Die Hoffnung auf das Steuerpaket hat die US-Börsen anziehen lassen. Jetzt werden im US-Kongress die letzten Details diskutiert. Das Gesetz ist noch nicht verabschiedet, aber nachdem der US-Senat in der vergangenen Woche seine Version dazu ausgearbeitet hat, hofft Präsident Donald Trump, es noch vor Weihnachten unterzeichnen zu können.

Es ist die umfassendste Überarbeitung des US-Steuersystems seit der Präsidentschaft Ronald Reagans. Das Gesetz soll die Steuern um rund 1,4 Bio. USD senken. Der Kernpunkt ist die Kürzung der Unternehmenssteuer von 35 auf 20 %.

Zum Vergleich: In Industrieländern beträgt die Durchschnittsquote 23 %. Hinzu kommt eine Erleichterung bei der Rückführung von Gewinnen aus dem Ausland. Diskutiert wird hier ein Satz von lediglich 14,5 % für Gewinne, die in Bargeld angelegt sind.

Der Finanzsektor freut sich – für den S&P 500-Index ist der Gewinn bescheiden

An der Börse herrscht große Vorfreude: Tiefere Abgaben zusammen mit Aktienrückkäufen im Zuge von Gewinnrückführungen könnten das Ergebnis der Konzerne im S&P 500 um zusätzlich bis zu 19 USD je Aktie verbessern, kalkuliert die Bank of America. Bislang liegt die Konsensschätzung für 2018 bei rund 140 USD Gewinn je Aktie.

Entscheidend ist für Anleger, wie mit Gewinnen im Ausland verfahren wird. Goldman Sachs schätzt, dass US-Konzerne mehr als 900 Mrd. USD an Cash an unversteuerten Gewinnen im Ausland halten.

12 US-Konzerne, die besonders profizieren werden

An der Spitze stehen mit Abstand IT-Konzerne wie Cisco Systems, Apple und Qualcomm. Einen hohen Anteil zur Marktkapitalisierung machen zurückbehaltene Barmittel zudem aus bei Pharma- und Biotech-Gesellschaften wie Merck und Amgen aus.

Goldman Sachs erwartet, dass US-Konzerne bis Ende 2018 insgesamt rund 250 Mrd. USD an Barmitteln in die USA zurückbringen werden. Der größte Teil davon dürfte als Ausschüttung an die Aktionäre fließen.

Anders als die große Mehrheit der Analysten sehe ich die sich anbahnende US-Steuerreform nicht positiv für die Anleger und besonders nicht für die Masse der US-Bürger, die Donald Trump gewählt haben.

In den Aktienkursen sind die Steuersenkungen längst vorweggenommen und die Mehrheit der Anleger profitiert nicht, sondern wird künftig über höhere Steuern und steigende Zinsen draufzahlen. Das ist die harte Realität, die verschwiegen wird.

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Über den Autor Friedrich Lange

Friedrich Lange ist seit über 30 Jahren an der Börse aktiv und ein überzeugter Antizykliker. Er sucht gezielt nach wenig beachteten Branchen, Trends und Märkten.

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