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Jahresausblick 2018: Kupfermarkt bleibt angespannt

Der globale Kupfermarkt beendete das Jahr 2017 mit einem Angebotsdefizit. Auch für 2018 ist ein Defizit und entsprechend hohe Preise zu erwarten.

Kupferpreisentwicklung seit Jahresbeginn

Quelle: stockcharts.com

Der Kupferpreis entwickelt sich auch zu Beginn des neuen Jahres 2018 volatil, prallt aber von der Marke bei 3 US-Dollar pro Pfund nach oben ab. Das Preisniveau bleibt hoch.

Der Kupfermarkt bleibt im Angebotsdefizit

Die International Copper Study Group (ICSG) geht davon aus, dass der globale Kupfermarkt auch in diesem Jahr weiterhin ein Defizit aufweisen wird. Dieses soll aber deutlich geringer als im vergangenen Jahr 2017 ausfallen. Für 2017 erwartet die ICSG ein Angebotsdefizit von 151.000 Tonnen, für 2018 prognostiziert die Gruppe „nur“ noch ein Defizit von 104.000 Tonnen.

Zwar soll sich die Minenproduktion in 2018 um 2,5% erhöhen, dies aber nach einem deutlichen Rückgang von 3% in 2017. Dieser war vor allem durch Streiks und durch politische Dispute geprägt.

Zur Erholung in diesem Jahr sollen dann vor allem Chile (Erholung der Produktion von einem 6-Jahrestief nach den streikbedingten Ausfällen), Peru (Expansion bestehender Minen), Sambia und die Demokratische Republik Kongo (Wiederanfahren vormals stillgelegter Kapazitäten) beitragen.

Allerdings muss in Chile in der riesigen „Escondida“-Mine der Tarifvertrag neu verhandelt werden. Im März des vergangenen Jahres hatte die chilenische Gewerkschaft nach einem 44 Tage währenden Streik diesen mit einem Schachzug beendet, womit sich der alte Tarifvertrag automatisch um 18 Monate verlängert hatte. Seitdem wurde das chilenische Arbeitsrecht zugunsten der Gewerkschaften geändert. Dies spricht dafür, dass es auch in diesem Jahr harte Verhandlungen geben wird. Diese werden am 1.Juni beginnen. Entsprechend besteht auch für dieses Jahr weiterhin ein erhöhtes Streikrisiko für Chile.

Hohe Kupfernachfrage in China

Dem größten chinesischen Kupferverarbeiter, Jiangxi Copper, zufolge werdem im aktuellen 5-Jahresplan bis 2020 jährlich 400.000 Tonnen neue Schmelzkapazitäten gebaut. Dies dürfte entsprechend zu einer hohen Nachfrage der chinesischen Schmelzen nach Kupferkonzentrat führen. Damit dürften dann auch die Importe von Kupferkonzentrat anhaltend hoch bleiben.

Die ICSG erwartet für China allein einen Anstieg der Kupfernachfrage in Höhe von 3% für 2018. Weltweit soll die Kupfernachfrage um 1% zulegen, so die ICSG.

Fazit

Grundsätzlich spricht die fundamentale Ausgangslage im Kupfermarkt also durchaus für ein weiterhin hohes Kupferpreisniveau. Da dieses aber auch immer einen spekulativen Faktor in sich trägt, bleibt die Frage ob die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer weiterhin so hoch bleibt wie bisher. Dies hängt maßgeblich von der Entwicklung zweier Faktoren ab: der Weltwirtschaftsentwicklung und der Stärke des Dollars.

Aktuell steht die Ausgangslage für weiterhin hohe Kupferpreise gut, angesichts der positiven Wachstumsaussichten und der sich fortsetzenden Schwäche der US-Währung. So lange diese zwei Faktoren gemeinsam am Werk sind, dürften sich auch die Kupferpreise entlang anderer Vermögenswerte, von zwischenzeitlichen Korrekturen abgesehen, weiterhin stärker entwickeln.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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