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Industriemetalle Jahresrückblick 2017: Angebotsdefizite und steigende Preise

Die Industriemetallpreise haben ein starkes Jahr hinter sich: viele Angebotsdefizite sind dafür der Grund.

Industriemetalle: ein starkes Jahr 2017

Quelle: stockcharts.com

Vor allem ab der Mitte des Jahres 2017 konnten die Industriemetallpreise ihre starke Performance ausleben. Grund dafür waren gute Konjunkturdaten in den wichtigsten Verbrauchsländern für Metalle, insbesondere und allen voran wieder einmal China. Auch das spekulative Kaufinteresse war hoch, was den Preisen zusätzlichen Auftrieb verschaffte.

Doch auch auf fundamentaler Ebene gab es genug Gründe für höhere Industriemetallpreise. So standen viele Industriemetallmärkte im vergangenen Jahr 2017 unter einem Angebotsdefizit.

  1. Angebotsdefizit: Kupfer

Der globale Kupfermarkt stand laut Angaben der International Copper Study Group (ICSG) im vergangenen Jahr 2017 wie schon im Jahr 2016 im Defizit. Die ICSG erwartet dieses bei 151.000 Tonnen, nach 152.000 Tonnen in 2016.

Grund dafür ist in erster Linie ein Rückgang der Minenproduktion um 3% in 2017, vor allem aufgrund von Produktionsunterbrechungen in Indonesien und Chile. Dies trifft auf eine weiterhin steigende Nachfrage, für welche die ICSG für 2017 ein Wachstum von 1% unterstellt.

Kupferpreis +31% in 2017

Quelle: stockcharts.com

  1. Angebotsdefizit: Nickel

Auch der Nickelmarkt soll in 2017 mit knapp 100.000 Tonnen ein recht hohes Defizit hinter sich gelassen haben. Zum einen waren dafür politische Entscheidungen in Indonesien und auf den Philippinen ausschlaggebend, die das Angebot einengten. Zum andere steigt aber auch hier die Nachfrage.

Für den deutlichen Preisanstieg in 2017 sind aber auch im Nickelmarkt zum Teil die Spekulanten und Investoren verantwortlich, die vor allem auf das Thema Elektromobilität ansprangen. Denn je nach Hersteller wird Nickel stark in Batterien für Elektroautos verwendet werden.

Volatil aber deutlich nach oben

Quelle: kitco.com

  1. Angebotsdefizit: Zink

Auch der globale Zinkmarkt soll in 2017 laut Angaben der International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) in ein recht hohes Angebotsdefizit von 400.000 Tonnen gefallen sein. Dafür sind vor allem die vielen Minenstilllegungen in den Vorjahren, insbesondere in 2016 ausschlaggebend. Hinzu kommt eine dynamisch steigende Zinknachfrage.

Wahnsinnspreisanstieg seit Jahresmitte 2017

Quelle: kitco.com

  1. Angebotsdefizit: Blei

Nicht zuletzt lag auch der globale Bleimarkt nach sieben Jahren Überschuss laut Einschätzung der ILZSG in 2017 in einem überraschend hohen Angebotsdefizit von fast 120.000 Tonnen. Dies ist auf eine deutlich rückläufige Produktion in den USA und auf höhere Importe Chinas zurückzuführen.

Stetig aufwärts

Quelle: kitco.com

Fazit

Die Industriemetallpreise haben ein starkes Jahr 2017 hinter sich gebracht. Auf fundementaler Ebene sind dafür natürlich die vielen Angebotsdefizite ausschlaggebend. Allerdings herrschte in den Märkten auch ein deutlicher spekulativer Faktor, der die Preisentwicklung mit unterstützt hat. Wie werden sich die Metallpreise also in 2018 entwickeln?

Zum einen kommt das natürlich darauf an, wie sich der spekulative Optimismus und die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer weiter entwickeln. Zum anderen muss dennoch jeder Metallmarkt einzeln betrachtet und auf seine individuelle fundamentale Ausgangslage hin untersucht werden. Das werde ich ab morgen für Sie erledigen.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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