MenüMenü

Euro-Kollaps bis spätestens 2062?

Gestern hatte ich Ihnen mehrere Beispiele von Staatsanleihen mit extrem langer Laufzeit vorgestellt.

Und Ihnen gesagt, dass diese Anleihen mit hoher Wahrscheinlichkeit nie zurückgezahlt werden, da bei Fälligkeit entweder der Schuldner oder der Gläubiger (oder beide) nicht mehr existieren. Was ich als ernstes Zeichen für einen bevorstehenden Schuldenkollaps werte.

Hyperinflation und Währungsreform sind ökonomische Gesetze

Hyperinflation und ein Zusammenbruch der Währung wären die unmittelbare Folge. In der Geschichte kam es danach immer zu einer Währungsreform. Und genau das ist offenbar das derzeitige Modell für die Zukunft der Eurozone.

Wie schnell es zu einem solchen Horror-Szenario kommt, hängt freilich vom Ausmaß der eingefahrenen Verluste durch die Notenbanken ab. Ist der Fehlbetrag einer Notenbank nur gering, ließe sich das tatsächlich noch über die Notenpresse kompensieren (ggf. über mehrere Jahre) und natürlich über den Ausgleich der Verluste über neue Schulden.

Die Folge wäre Inflation, unter Umständen im zweistelligen Bereich oder sogar noch höher. Auch damit lässt sich eine Weile leben.

Doch irgendwann läuft die Sache aus dem Ruder, es kommt zur Hyperinflation (wie derzeit in Venezuela), Hunger, Chaos und Bürgerkrieg. Dann ist der Kollaps unvermeidlich. Wir können das derzeit quasi live am Beispiel Venezuela verfolgen.

Papiergeldsysteme waren in der Geschichte IMMER zum Untergang verurteilt, weil die Verlockung der Herrschenden stets zu groß war, sich über die Notenpresse zu bedienen.

Selbst die Edelmetallmünzen in der Zeit vor dem Papiergeld wurden irgendwann mit unedleren Metallen wie Kupfer gestreckt, wenn ein Krieg oder ein besonders teures Bauvorhaben zu große Löcher in die Kassen des jeweiligen Königs gerissen hatten.

Der Effekt war der gleiche wie beim Drucken von Papiergeld: Die Sache wurde ruchbar, die Währung entwertet, eine Inflationsspirale kam in Gang.

Finaler Euro-Kollaps bis zum Jahr 2062?

Interessanterweise lässt sich aus der Geschichte eine durchschnittliche Dauer von Papiergeld Systemen ableiten: 60 Jahre. Demnach hätten wir den Euro noch einige Jahrzehnte zu ertragen.

Die Euro-Bargeldeinführung war im Jahr 2002, das statistische Ende wäre also im Jahr 2062 zu erwarten. Das Problem: Die Spreizung innerhalb dieses Durchschnittswertes ist enorm. Das hilft uns nicht wirklich weiter, wenn wir die Lebenserwartung der Fehlkonstruktion Euro abschätzen wollen.

Den US-Dollar gibt es beispielsweise seit 1785, als Papiergeld seit 1862. Das sin schon deutlich mehr als zwei Jahrhunderte. Freilich: Wert ist der Greenback so gut wie nichts mehr. Er hat seit seiner „Auflage“ nämlich über 95% seiner Kaufkraft durch Inflation eingebüßt.

Es mag also manche Papierwährungen geben, die deutlich länger als die durchschnittlichen 60 Jahre leben. Faktisch tot sind solche Währungen trotzdem durch ihren dramatischen Kaufkraftverlust über die Jahrzehnte.

So entgehen Sie der schleichenden Geldentwertung

Deshalb nochmals meine eindringliche Warnung an Sie: Bevor Sie Ihr Bargeld unter dem Kopfkissen parken, weil es eh keine Zinsen bringt, geben Sie es lieber gleich aus. Sie könnten sonst ebenso ein brennendes Streichholz an die Scheine halten.

Cleverer ist natürlich eine geschickte Vermögensaufteilung in Aktien (zur Erzielung laufender Gewinne aus Dividenden und Kurssteigerungen) sowie Edelmetallen (physisches Gold, Silber und evtl. Platin sowie Minen-Aktien als ultimativen Schutz vor einem Währungszusammenbruch).

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

Regelmäßig Analysen über Aktuelle Marktlage erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Henrik Voigt. Über 344.000 Leser können nicht irren.