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Dieser Indikator liefert gerade ein Crash-Signal

Ich möchte Ihnen heute einen wirtschaftlichen Frühindikator präsentieren, der derzeit regelrecht abstürzt. Dieser Indikator ist so zuverlässig wie kaum ein anderer. Er sagt voraus, dass uns mit großer Wahrscheinlichkeit ein scharfer Konjunktureinbruch in den USA bevorsteht.

Und damit ein abruptes Ende der extrem langen Wachstumsphase. Sollte es dazu kommen, werden die Aktienkurse infolgedessen in den Keller rauschen. Die Boomphase wäre auch hier definitiv vorbei. Zu erwarten ist, dass das Kapital in die vermeintlichen sicheren Häfen flüchtet.

Konjunkturampeln strahlen leuchtend grün

Die Weltwirtschaft befinde sich in einer Boomphase und wachse derzeit so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. So der Internationale Währungsfonds IWF in seinem „weltwirtschaftlichen Ausblick“ im Sommer. Für nahezu alle Regionen der Welt hat der IWF seine Wachstumsprognosen erst vor einigen Wochen nach oben geschraubt.

In diesem und auch im kommenden Jahr soll richtig viel Druck auf dem Konjunkturkessel sein. Alles in Ordnung könnte man also meinen. Wenn da nicht ein Frühindikator wäre, der abseits der Öffentlichkeit derzeit für mächtig viel Wirbel sorgt. Und Analysten übergroße Schweißperlen auf die Stirn treibt.

Chart bereitet große Sorgen

Die Rede ist von einem Chart, der die Differenz zwischen den Renditen (= Zinsen) für amerikanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zwei und fünf Jahren zeigt. Dieser Chart, den Sie in der Grafik als blaue Linie sehen, fällt derzeit wie ein Stein. Und notiert auf dem tiefsten Stand seit der Finanzkrise 2007. Nahezu immer, wenn die Linie auf die Nullmarkierung oder darunter fällt, kommt es zu einem Absturz der amerikanischen Konjunktur, die auf der Grafik in der Farbe Gelb gekennzeichnet ist.

Auf der Infografik von „Die Welt“ ist sehr schön zu erkennen, dass zuerst die blaue Linie fällt und oft die gelbe mit einer zeitlichen Verzögerung folgt. Deshalb handelt es sich um einen Frühindikator. Der frühzeitig Anzeichen liefern soll, wie es mit der Konjunktur weitergeht.

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Quelle: Infografik Die Welt

Dahinter steckt die Theorie, dass die Zinsen höher sein müssen, wenn man sein Geld für einen längeren Zeitraum verleiht, als nur über einen kurzen Zeitraum. Und das dieser Abstand so groß wie möglich sein sollte. Ist das der Fall, ist das ein gutes Zeichen. Sinken die langfristigen Zinsen und fallen vielleicht sogar unter das Zinsniveau für kurzfristige Anlagen, ist das ein schlechtes Zeichen. Und ein Indikator für eine Schieflage.

Prognosewahrscheinlichkeit extrem hoch

Das Besondere an diesem Frühindikator ist die Genauigkeit. Rein statistisch liegt die Wahrscheinlichkeit bei fast 70 Prozent. Insgesamt neun Mal ist die Linie in den letzten Jahrzehnten gefallen. Sechsmal folgte die Konjunktur. Lediglich in den 60er-Jahren und Mitte der 90er-Jahre gab es ein Fehlsignal. Fällt die Zinskurve in den Negativbereich, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Rezession und schweren wirtschaftlichen Verwerfungen bei nahezu 100 Prozent.

Die Zeit läuft ab

Die Gefahr eines großen Crashs an den Kapitalmärkten nimmt zu. Mittlerweile befindet sich die US-Konjunktur in einer der längsten Wachstumsphasen der Geschichte. Dieser Indikator deutet darauf hin, dass es bald krachen könnte.

Das Niveau auf dem alle in Panik geraten, ist noch nicht erreicht. Noch liegt die Rendite für 5-jährige Staatsanleihen leicht über denen mit einer 2-jährigen Laufzeit. Aber die Zinskurve fällt. Nahezu alle Analysten sind euphorisch. Und Anleger seit Jahren in einer „Wohlfühlblase“. Das ist brandgefährlich. Große Verwerfungen kommen plötzlich und unerwartet.

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Über den Autor
Thomas Schwarzer

Thomas Schwarzer ist ein Wirtschafts- und Börsenexperte mit ausgeprägter Erfahrung im Wirtschafts- und Börsenjournalismus.

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